IHRE MEINUNG

Zur Diskussion über die Schließung des St.-Josefkrankenhauses in Neuerburg:

Landesregierung und die Marienhaus-GmbH erklären unisono die Schließung des Krankenhauses Neuerburg. Mit diesem Verhalten werden beide ihrer sozialen Verantwortung, dem ländlichen Raum eine Zukunftsperspektive zu geben, nicht gerecht. Ein den Bürgern vertrautes und lebensnotwendiges Krankenhaus zu schließen, bedeutet einen starken Eingriff in die Lebensqualität und die Infrastruktur einer Region. Mit dem Wegfall des Krankenhauses wird das Land die Zusage brechen, eine wohnortnahe Gesundheitsvorsorge im ländlichen Raum zu schaffen. "Wir sind nah bei den Menschen", so die Landesregierung. Ihre Glaubwürdigkeit aber wird an ihren Taten gemessen. Selbst die Regionalvertretung in der Planungsgemeinschaft der Region Trier (PG) hat in einer Resolution an das Land appelliert, das Krankenhaus in Neuerburg zu erhalten. Das Land steht in der Verantwortung, wertgleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen und eine weitere Landflucht in die Städte zu verhindern. Stadt, VG und Kreis sind aufgerufen, selbst die Trägerschaft zu übernehmen. Am Krankenhaus in Saarburg wird gezeigt, wie man ein Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft führt. In Hermeskeil und im "Glantal" ist man neue Wege gegangen und hat ambulante und stationäre Leistungen unter einem Dach mit gleichem Personal und gleicher Infrastruktur integriert. Warum nicht auch so in Neuerburg? Zwingend notwendig sind hier: internistische Notfall- und Intensivmedizin mit Erstversorgung; Rettungsdienst, Unfallchirurgie mit chirurgischer Operation und Kurzzeitpflege sowie Teleradiologie; Einrichtungen also, die eine wohnortnahe Versorgung sicherstellen. Die Verantwortlichen sollten sich nach Artikel 2 des Grundgesetzes bewusst sein: "Jedem steht das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit zu". Dieter Müller, Neuerburg-Daudistel