Im Einklang mit Schülern und Eltern
DALEIDEN. Nach einem Jahr Vakanz hat die Grund- und Hauptschule ab Freitag auch offiziell eine neue Rektorin. Ulrike Schmitt-Scholz ist vor einem Jahr angetreten. Die neue Leiterin setzt auf intensiven Austausch zwischen Elternschaft und Schule.
Bei Ulrike Schmitt-Scholz laufen die Drähte zusammen: Vor etwas mehr als einem Jahr ist die Schulleiterin an der Grund- und Hauptschule (GHS) in Daleiden angetreten - am Freitag erfolgt im Rahmen einer Feierstunde die offizielle Ernennung. Nach einer einjährigen Vakanz und der zwölfmonatigen Zeit der kommissarischen Leitung, ist das Lehrerkollegium an der GHS Daleiden damit wieder komplett. "Arbeitsintensiv, aber spannend" - so bezeichnet Schmitt-Scholz ihr neues Arbeitsfeld. An der Schule werden derzeit 170 Kinder unterrichtet - wären es zehn mehr, würde ihr ein Konrektor oder eine Konrektorin zur Seite stehen. So muss sie die Ärmel hochkrempeln und das umfangreiche Aufgabenfeld alleine bewältigen. "Ich habe ein sympathisches und aktives Kollegium, das mich sehr unterstützt", sagt die 38-Jährige, die als Konrektorin an der Grundschule Bitburg-Süd erste Erfahrungen in einer leitenden Funktion machte. Die Aufgaben einer Rektorin sind vielfältig: "Ich betrachte mich als Schaltstelle für vieles", sagt die Deutsch- und Musiklehrerin. Jedoch nicht nur Schaltstelle, sondern auch Impulsgeber, Administratorin und Sozialarbeiterin heißen die Aufgabenbereiche. Die Musik bestimmt auch einen großen Teil ihrer Freizeit. In ihrem Heimatort Nusbaum leitet die Mutter eines zehnjährigen Sohnes einen Kinderchor und eine Sing-Gemeinschaft. Außerdem singt sie im Kammerchor der Region Westeifel. Ihre besondere Liebe zu Musicals hat an der Schule bereits Früchte getragen. Seit Schuljahresbeginn wird eine Musical-AG angeboten, an der 24 Zweit- bis Sechsklässler mit Begeisterung teilnehmen. Außerdem arbeitet Schmitt-Scholz als Sanitäterin und in einem Notfallnachsorge-Team des Deutschen Roten Kreuzes und ist als Erste-Hilfe-Ausbilderin aktiv. Auch an der GHS wurde ein Schulsanitätsdienst eingerichtet. Nach dem Studium der Grundschulpädagogik mit den Zusatzfächern Musik und Katholische Theologie trat Schmitt-Scholz vor zwölf Jahren ihre erste Stelle an der GHS Mettendorf an. Dort war sie neun Jahre tätig. Weitere Stationen waren die Grundschule Bettingen und die Grundschule Bitburg-Süd. Sie lernte den Wandel des Lehrerberufs aufgrund der veränderten Kindheit kennen - ein anderes Anforderungsprofil war nötig. Über den Unterricht hinaus sind es viel sozialen Aufgaben, die in den Beruf einfließen.Verantwortung und Mitverantwortung
"Ein ganz wichtiger Aspekt ist daher der Austausch zwischen Schule und Elternhaus", sagt die Leiterin. Auch die GHS Daleiden will sich für die Eltern noch deutlicher öffnen und sie in die tägliche Arbeit einbinden. "Die Eltern müssen wieder lernen, die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen. Diese kann weder an der Tür zum Kindergarten, noch an der Schultür abgegeben werden", umreißt sie den Kern des Problems. Eine weitere Maßnahme ist die Beteiligung an den Präventions-Projekten "Easy" und "Igel" des Landes. Außerdem werde die SMV (Schülermitverantwortung) verstärkt aktiviert, bei der Schüler Probleme lösen helfen. Dies seien ganz wichtige Schritte im Rahmen einer Qualitätsoffensive. "Vor allem muss der Lehrerberuf in der Öffentlichkeit aufgewertet werden", sagt Schmitt-Scholz. Hier werde derzeit sehr oft außerhalb der Realität diskutiert.