Im Falle eines Befalls

Das rheinland-pfälzische Landwirtschafts-Ministerium probt den Ernstfall: In einer groß angelegten Simulation werden diese Woche die Abläufe bei einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) durchgespielt. Am Montag geschah das in Weinsheim-Brühlborn.

Weinsheim-Brühlborn. Rund 170 Rindviecher besitzt Gerd Sohns, der zusammen mit seinem Vater Matthias einen Bauernhof in Brühlborn betreibt. Und alle Tiere sind gesund. Trotzdem hängen dort an diesem Montag Absperrbänder und ein Warnschild: "Maul- und Klauenseuche — unbefugter Zutritt verboten".Es ist nur eine Übung: Matthias und Gerd Sohns haben ihren Hof für das gespielte Szenario zur Verfügung gestellt. "Wir haben ja nichts zu verbergen", sagt Gerd Sohns. "Und es dient der Sicherheit."Test-Szenario ohne Grenzen

Die landesweite Übung, in die auch Behörden in Baden-Württemberg, im Saarland und in Luxemburg eingespannt sind, startete am Montag auf dem Sohns-Hof. Weitere Simulationen an anderen Orten folgen. "Wir haben hier ja schon Erfahrungen, was die Schweinepest angeht", sagt Kreisveterinär Dr. Dieter Hoff. "Deshalb ist man darauf gekommen, das hier spielen zu lassen."Außerdem stünden nirgendwo im Land mehr Rindviecher als im Eifelkreis Bitburg-Prüm."Wir haben mehr Rinder als Einwohner", sagt Hoff. Rund 120 000 sind es, gegenüber 100 000 Menschen. Ein tatsächlicher MKS-Ausbruch könnte sich schnell katastrophal auswirken. Oberstes Ziel deshalb im Ernstfall: Eindämmung der hochansteckenden Seuche, die alle Paarhufer befallen kann. Dazu zählen auch Schweine, Schafe, Ziegen und Wild. Für Menschen ist MKS ungefährlich, kann aber durch Kontakt übertragen werden.Am Montagmorgen wurde dem Krisenzentrum in der Bitburger Kreisverwaltung der "befallene" Hof gemeldet. "Wir haben zuerst ein Team von Tierärzten hingeschickt", berichtet Hoff. Aufgabe: Den Hof absperren, die Tiere untersuchen, Proben ziehen. "Die Proben sind jetzt, natürlich nur fiktiv, auf dem Weg zum Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems." Auch von der Bundes-Einrichtung zur Tiergesundheit auf dem Ostsee-Eiland sind Experten angereist, um bei der Simulation mitzuwirken.Auf dem Hof wird ein Desinfektionszelt aufgebaut, auch Fahrzeuge müssen durch eine Reinigungsschleuse. Gleichzeitig wird überprüft, mit wem Mensch und Tier in den vergangenen Wochen Kontakt hatten. So kann man feststellen, welche Bestände eventuell ebenfalls verseucht worden sein könnten. Rund 30 Menschen vor Ort und im Kreishaus

Im Einsatz sind auch die Spezialkräfte von den Feuerwehren Bitburg und Waxweiler sowie das Technische Hilfswerk. Insgesamt, schätzt Dieter Hoff, seien rund 30 Menschen an der Aktion beteiligt. Stand der Dinge am Nachmittag: "Bisher läuft es gut", sagt Hoff. "Wir sind gut vorbereitet." Auch die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg funktioniere. Das ist wichtig, denn es geht darum, "Erfahrungen zu sammeln für einen Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird."