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Im Herzen Europas, am Rande der Eifel

Im Herzen Europas, am Rande der Eifel

Großes Programm, kleines Team: Das Trifolion Echternach startet mit einem neuen Programm ins erste Halbjahr 2017. Neben Klassik werden Musicals, Literatur, Zeitgeschichte und Theater geboten. Dabei spielen junge Leute für das Haus eine besondere Rolle.

Die private Anne Mahler mag Cross-Over. Daher hat die Programmchefin des Trifolion Echternach im neuen Halbjahresprogramm ihre Favoriten. Zum Beispiel die argentinische Tanzshow, die für 17. Februar geplant ist. "Aber dann bin ich leider in Urlaub", sagt sie und zuckt mit den Schultern. Aber schließlich, so sagt Mahler und wird wieder dienstlich, mache sie das Programm nicht für sich, sondern für möglichst viele Menschen mit breitem Musikgeschmack. Schaut man sich das Programm an, das das Team um Trifolion-Geschäftsführer Ralf Britten für das erste Halbjahr 2017 auf die Beine gestellt hat, kann man das bestätigen: Klassik, Literatur, Zeitgeschichte, Musicals, Pantomime, Rock, Theater für Kinder und Erwachsene. Wichtiger Pfeiler im Programm ist das Festival Echternach, das im Trifolion im vergangenen Jahr 16 Konzerte ausgerichtet hat. Ebenso bedeutend ist die im fünften Jahr stattfindende Reihe "Horizonte", in der es um politisch-gesellschaftlich brisante Themen geht, die das Publikum mit führenden Köpfen ausdiskutieren darf. Das Budget des Hauses besteht zu 60 Prozent aus Mitteln des Kulturministeriums und der Gemeinde Echternach und zu 40 Prozent aus eigenen Mitteln, zum Beispiel aus Sponsoring, Saalvermietung oder Catering. Das Programm ist zwar noch nicht gedruckt (Mahler: "Die Hefte gehen wohl erst Ende Januar raus"), aber schon online. Und Anne Mahler spricht jetzt schon gerne darüber. Schließlich hoffen sie und ihre neun Kollegen im Trifolion, dass man das gute Ergebnis von 2016 mit 33?000 Besuchern im neunten Jahr des Trifolions zumindest wiederholen kann. Dabei spielen bei einem Haus, das mitten in der Grenzregion liegt, auch die Eifeler Besucher eine wichtige Rolle. Denn unter den etwa 10?000 deutschen Gästen sind rund 60 Prozent aus der Eifel. Ein Fakt, der Mahler durchaus bewusst ist. Deshalb pflegt das Haus, das wie alle Konzerthäuser jenseits und diesseits der Sauer mit der Konkurrenz der schier übermächtig scheinenden Luxemburger Philharmonie klarkommen muss, Kontakte zu eben jenem Haus, aber auch zu kleineren Einrichtungen wie dem Bitburger Haus Beda. Es gebe Kooperationen, sagt Mahler. "Zudem passen wir auf, dass wir uns beim Programm nicht in die Quere kommen." Denn der Einzugsbereich von Bitburg und vom 22 Kilometer entfernten Echternach ist in großen Teilen der gleiche. Das gilt ebenso für die Luxemburger Philharmonie, die von Echternach aus mit dem Auto in gut 30 Minuten zu erreichen ist. Da heißt es dranbleiben am Publikum von morgen und bei den Jungen das Interesse an klassischer Musik, Jazz und Theater zu wecken. So pflegt das Trifolion Kontakte zu luxemburgischen, aber auch zu deutschen Schulen wie dem Bitburger St.-Willibrord-Gymnasium. Besonders eng sei der Kontakt zur Irreler Grund- und Realschule plus. So ist das Echternacher Residenzorchester, das European Union Baroque Orchestra (Eubo), regelmäßig dort zu Gast. Ebenso gibt es Gegenbesuche der Schüler im Trifolion. "Einmal war sogar die ganze Schule hier, da war richtig was los", schwärmt Mahler. Zu den Stammgästen zählen die Irreler auch bei der jährlichen "Fete de la Musique", bei der das 5700-Einwohner-Städtchen zu einem Konzertsaal wird. An mehreren Plätzen gibt es am 17. und 18. Juni Gratiskonzerte, im Trifolion werden Workshops und Mitmach-Konzerte angeboten. "Da herrscht eine tolle Atmosphäre", sagt Mahler und strahlt. Und hat noch einen Tipp parat: "Das Haus ist den ganzen Tag über kostenlos offen. Eine gute Gelegenheit, uns kennenzulernen." Und das noch ein Jahr, bevor 2018 das zehnte Jubiläum ansteht. Vielleicht auch wieder mit argentinischem Tango? Wer weiß, ob Anne Mahler dann Urlaub hat... Das neue Programm gibt es spätestens ab Anfang Februar in gedruckter Form und bereits jetzt unter www. trifolion.de