Im Stechschritt auf Titeljagd

Zwei Stunden hatten die Ehlenzer gestern Vormittag Zeit, um die Jury des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" zu überzeugen. Gemeinsam zogen die Bürger mit den Prüfern durch den Ort, der alles gegeben hat, um die Erfolgsserie der Teilnehmergemeinden im Bitburger Land fortzusetzen.

Ehlenz. Viel Zeit für warme Worte und ausschweifende Begrüßungsrituale bleibt nicht. Es ist Mittwochmorgen, kurz nach neun und damit eigentlich schon fast zu spät, um der Kommission des Dorfwettbewerbs alles zu zeigen. Schließlich soll bis 11 Uhr die Präsentation weitestgehend abgeschlossen sein. Also nichts wie los. Ortsbürgermeister Alfred Nober geht voran, in seiner rechten Hand die Glocke, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn an einem Beispiel etwas erklärt werden muss. Und das ist oft der Fall. Hier die denkmalgeschützte Linde, dort ein besonders liebevoll restauriertes Haus, und weiter hinten, auf der anderen Seite des ebenfalls erläuterten Ehlenzbachs, wartet schon der Kirchenchor im Gotteshaus und empfängt die sechsköpfige Bewertungskommission und die zahlreichen Ehlenzer mit einem Ständchen.

Während drinnen gesungen wird, begutachten draußen einige Teilnehmer der Dorfrunde den Garten des alten Pfarrhauses. Auch Edgar Kiewel, bei der Eifelkreisverwaltung zuständig für Dorferneuerung, schwärmt. Nicht nur vom Pfarrhaus, sondern vom gesamten Dorf. "Was sich hier in den letzten 15 Jahren getan hat, ist unglaublich", sagt er. So gebe es allein in Ehlenz 33 Bauvorhaben, die nach den Kriterien des Dorferneuerungskonzepts umgesetzt worden seien. Und erfreulich sei zudem, dass sich auch viele junge Menschen an der Sanierung alter Gebäude beteiligten. Mit Blick auf den Sonderpreis für "Innenentwicklung", der in diesem Jahr erstmals vom Land vergeben wird und die besondere Stärkung der Ortskerne würdigen soll, könnte sich diese Mühe gerade für Ehlenz gelohnt haben, erklärt Kiewel und grinst: "Da müssen wir nur den Herrn Kattler gleich noch ein wenig bearbeiten."

Herr Kattler heißt mit Vornamen Franz, ist Leiter der Landeskommission und macht angesichts dessen, was ihm bei dem Rundgang und der anschließenden Präsentation im Dorfgemeinschaftshaus alles präsentiert wird, nicht den Eindruck, als müsse er zusätzlich bearbeitet werden. Und fürs Bearbeiten sind ohnehin die Ehlenzer Bürger zuständig, die erklären, zeigen und vorführen, warum ausgerechnet ihr Dorf als Landessieger aus dem Wettbewerb hervorgehen sollte.

Ob Ehlenz das gelungen ist, wird sich in ein paar Wochen, wenn das Ergebnis verkündet wird, zeigen. Neben Ehlenz sind in der Hauptklasse noch zehn weitere Gemeinden am Landesentscheid beteiligt. Davon besucht die Kommission heute die beiden letzten.