Im Streifenwagen nach Hellenthal

Im Streifenwagen nach Hellenthal

Eine aufregende Reise ins Wildgehege Hellenthal hat ein kleines Rehkitz hinter sich - eine gut 70 Kilometer lange Fahrt in zwei Streifenwagen inklusive. Das hilflose Tier war von einer Passantin entdeckt worden.

Hellenthal. Das Wildgehege Hellenthal, Kreis Euskirchen, hat Zuwachs bekommen: ein Rehkitz. Es war in hilflosem Zustand auf einem Wirtschaftsweg von einer Spaziergängerin gefunden worden. Die hinzugerufenen Polizisten konnte kein Muttertier ausmachen, so dass sie sich um das Tier kümmerten.
Transport im Karton


Eine Beamtin habe das Rehkitz auf ihren Schoß genommen, um es zu wärmen, hieß es von der zuständigen Polizei-Pressestelle. An einer Tankstelle hätten sich die Beamten dann einen Umzugskarton für den weiteren Transport des Tieres geliehen. Die Fahrt sollte ins Wildgehege Hellenthal gehen. Zunächst fuhren die Beamten aus dem Rhein-Erft-Kreis - dort war das Kitz entdeckt worden, das Tier nach Mechernich. Dort übernahm eine Polizeistreife aus Schleiden das Tier, um es nach Hellenthal zu bringen.
"Es geht dem kleinen Kitz ganz gut", sagte Karl Fischer vom Wildgehege. Das Tier sei derzeit in der Obhut einer Mitarbeiterin und werde mit der Flasche aufgepäppelt. Bei Christiane Krewinkel ist das der zweite neue tierische Mitbewohner in kurzer Zeit - neben einer Katze und einem Hund. Vor anderthalb Wochen hat sie bereits das Kitz Flocke unter ihre Fittiche genommen.
Dem Neuzugang haben die Kinder des Ehepaares Krewinkel - passend zu seinem Artgenossen - den Namen Schnee gegeben haben. Das jüngste ihrer vier Kinder, so Christiane Krewinkel, sei sieben Jahre alt. Das Aufstehen in der Nacht sei sie zwar nicht mehr so gewohnt, aber es klappe noch immer ganz gut.
"Schnee trinkt schön an der Flasche, ist allerdings noch ein wenig scheu", sagt Krewinkel, die erst seit vergangenem Jahr im Wildgehege arbeitet. Ausgewiesene Rehkitz-Expertin sei sie daher noch nicht. "Aber ich entwickele mich dazu", sagt sie schmunzelnd. Bevor sie Flocke aufgenommen habe, habe sie sich im Internet und beim Tierarzt schlaugemacht, wie sie mit Rehkitzen umgehen müsse. In der ersten Woche habe sich das Tier alle zwei bis drei Stunden gemeldet, um zu trinken. Inzwischen ist es etwas weniger geworden.
Und auch Schnee weiß sich bereits bemerkbar zu machen, wenn es Durst hat. "Wenn das eine nicht quäkt, quäkt das andere", sagt Christiane Krewinkel. Die beiden Tiere sollen in der nächsten Zeit auf leichte Kost umgestellt werden, sagt Karl Fischer vom Wildgehege. Später ständen etwa Kräuter auf dem Speiseplan.
"Schließlich sind Rehe Nahrungsselektierer, wirkliche Gourmets unter den Wildtieren", so Karl Fischer. Bis es so weit ist, müssen die beiden aber noch einiges an Milch trinken.