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Im Tiefflug durch die Eifel

Im Tiefflug durch die Eifel

BITBURG. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor Unfallursache Nummer Eins. Trotzdem sind einige Autofahrer doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. Dies zeigen auch wieder zwei Geschwindigkeitsmessungen rund um Bitburg.

Appelle allein bringen nichts. Diese Erfahrung muss die Polizei immer wieder machen, wenn es um das Thema Geschwindigkeit im Straßenverkehr geht. Beispiele gefällig? Bei Kontrollen auf der B 51 in Höhe Flugplatz Bitburg, wo im Bereich der Verengung des zweispurigen in die einspurige Verkehrsführung höchstens mit Tempo 100 gefahren werden darf, waren Mitte vergangener Woche in 90 Minuten zehn PKW schneller als 125 Kilometer pro Stunde, mehrere fuhren zwischen 135 und 140. Ein Fahrzeug war sogar mit 173 Kilometern pro Stunde unterwegs, berichtet Polizei-Hauptkommissar Klaus Schnarrbach von der Polizei-Inspektion Bitburg.Zeitersparnis ist sehr gering

Zur Zeit der Messung war die Fahrbahn aufgrund des Wetters feucht. "Auch bei guter Reaktion, guter Technik, bei einer Gefahrenbremsung bedeutet diese Geschwindigkeit: Der Anhalteweg ist länger als 200 Meter", rechnet Schnarrbach vor. Und wofür dieser Tempo-Wahnsinn? "Wer auf einer Strecke von 20 Kilometern ständig mit rund 170 Kilometern pro Stunde unterwegs ist, spart immerhin rund drei Minuten", sagt der Beamte. Aber nicht nur die PKW sind oft zu schnell unterwegs. Auf der B 51 seien auch viele Lastkraftwagen zu schnell, sagt Schnarrbach. So seien bei der jüngsten Kontrolle in 90 Minuten auch sechs LKW schneller als 85 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen. Einer wurde gar mit 105 Kilometer pro Stunde gelasert. Und dies, "obwohl dort nur 60 Kilometer pro Stunde zulässig sind, aber fast überall mehr gefahren werden", sagt Schnarrbach. Die Strecke von Bitburg nach Trier ist jedoch nicht die einzige Rennstrecke im Südkreis. Wenige Tage vor der Blitz-Aktion beim Flugplatz, kontrollierten die Polizisten bei Metterich auf der B 50 die Geschwindigkeit. Im abschüssigen Bereich Höhe Metterich/Kuhberg sind dort 60 Kilometer pro Stunde erlaubt. Zwischen 12.30 und 15.30 Uhr erfasste die Polizei am Kontroll-Tag 63 Fahrzeuge, die zu schnell waren. Ein PKW wurde mit Tempo 102 geblitzt, der überwiegende Teil fuhr mit 75 bis 80 Kilometern pro Stunde. Nach Aussagen von Schnarrbach gibt es aber weitere Beispiele für Straßenabschnitte, wo zu schnell gefahren wird und viele Unfälle geschehen. Beispielhaft nennt er die L 1 bei Echternacherbrück, die L 32 bei Balesfeld, die L 9 bei Rittersdorf, die B 257 am Sonnenhof bei Matzen, die B 257 in Badem, die K 4 in Halsdorf und so weiter und so weiter. Selbst innerorts geht es manchmal zu wie auf der Autobahn. In der Echternacher Straße in Bitburg wurde jüngst ein Autofahrer geblitzt, der mit Tempo 103 ausgangs der Ortschaft unterwegs war. Neben den Kontrollen sind die Apelle an die Vernunft und die Aufklärung über die Gefahren die einzigen Möglichkeiten, auf die Unfallzahlen Einfluss zu nehmen. "Bei kaum einem Verkehrsunfall spielt nicht auch unangepasste Geschwindigkeit eine Rolle, bei vielen Unfällen ist Geschwindigkeit die Haupt-Unfallursache", berichtet Schnarrbach. Wo die Kontrollen, die größtenteils auch im TV angekündigt werden, stattfinden, hat mit mehreren Faktoren zu tun. Besonders unfallträchtige Bereiche und Strecken, Schul- und Kindergartenwege gehören zu den bevorzugten Standorten. Auch sind die Kontrollen oft auf die Risikogruppen der jungen Fahrer ausgerichtet. Wer wissen will, wo sein Fahrzeug bei welcher Geschwindigkeit zum Halten kommt, kann den Polizei-Hauptkommissar fragen. Der rechnet beispielsweise vor, dass ein Auto mit Tempo 150 bei einer Vollbremsung noch 122 Kilometer pro Stunde schnell ist, während ein ursprünglich Tempo 100 fahrender PKW bereits hält.