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Im Wandern liegt die Zukunft

Im Wandern liegt die Zukunft

BITBURG. Glaubt man den Referenten des zweiten Bitburger-Tourismus-Forums, sind Golfen und Wandern zwei Betätigungen, die noch mehr Gäste in die Eifel locken könnten.

Bunt gemischt war das Publikum beim zweiten Bitburger Tourismus-Forum, das von der Bitburger Brauerei unterstützt wird. Wanderer, Golfer, Touristiker und Politiker vereinte dabei ein Gedanke: Wie kann sich die Eifel auf touristischem Sektor weiter entwickeln und attraktiver werden für Urlauber? Ehe die beiden Referenten ihre Ideen dem interessierten Publikum darlegten, gab es erst einmal die Grußworte. Bürgermeister Jürgen Backes verwies dabei auf die ständig steigende Zahl der Gäste im Feriengebiet Bitburger Land und die damit wachsenden Bedeutung des Tourismus. Hausherr und Brauerei-Geschäftsführer Axel Simon sagte, dass sein Unternehmen sich mit der Region identifiziere: "Wir sitzen in einem Boot mit den Touristikern.". Nicht im Boot, sondern auf Schusters Rappen ist Rainer Brämer unterwegs. Er gilt als der deutsche Wander-Papst und skizzierte in seinem Vortrag die Vision von einer Wander-Region Eifel. "Wandern ist im Kommen", sagte Natur-Soziologe Brämer. Er stellte fest, dass das Wandern in der Beleibtheit bei den Deutschen noch weit vor dem Radfahren oder anderen Bewegungssportarten rangiere. Brämer räumte in seinem Vortrag auch mit dem Klischee auf, dass vor allem ältere Menschen zu Fuß unterwegs sind. "Es gibt zwar die so genannten ,Silver-Wanderer‘", sagte Brämer, aber immer mehr jüngere Menschen machten sich auf den Weg. Für den Tourismus sei diese Gruppe sehr interessant. Sie sei gut ausgebildet, jenseits der 30, verdiene gut, arbeite vornehmlich an Rechnern oder in Büros und sei sehr ausgabefreudig. "Wandern ist das Kerngeschäft des Inlandstourismus", sagte Brämer. Durchschnittlich 2,5 Euro gebe ein Wanderer pro Kilometer aus. Bisher fehle es der Eifel aber an einem Profil, das die Wander-Klientel anspreche. "Gezielte Angebote für Wanderer lassen die Übernachtungszahlen schlagartig ansteigen", warb der Wissenschaftler. Doch mit den bisherigen Wanderwegen, die teilweise über geteerte Wege führen, ist bei den anspruchsvollen Marschierern kein Blumentopf zu gewinnen. Auch Mehrtageswanderungen stehen nicht hoch im Kurs, sagte Brämer. Zudem seien die Strecken normalerweise kürzer als 30 Kilometer. "Die Kilometerfresser gibt es nicht mehr", sagte der Dozent der Uni Marburg. Brämer rief dazu auf, einen Wanderweg durch die Eifel zu planen, der bereits an anderen Orten angewandten Qualitätsansprüchen gerecht werden muss. Angebunden an den "Eifel-Steig" könnten Wanderwege durch die Täler von Nims, Prüm oder Lieser sein. Vom Image des Sports für Besserverdienende muss nach Ansicht von Stephanie Kinnen der Golf-Sport wegkommen. "Der Golf-Tourismus ist im Aufwind", sagte Kinnen in ihrem Kurz-Referat. Bisher spielen rund 500 000 Deutsche Golf. "4,2 Millionen Deutsche würden mit Golf beginnen, wenn die Einstiegshürden nicht so hoch liegen würden." Kinnen entwarf in ihrem Vortrag die Vision eines Angebots mit dem Namen "Eifel-Golf". Im engerem Umkreis gebe es schließlich allein fünf Plätze, auf denen der Sport aktiv ausgeübt werden könne. In der Region gebe es insgesamt neun Plätze. "Das bedeutet, dass in kurzer Zeit viele Plätze gespielt werden können", sagte Kinnen, die für den Golfplatz Lietzenhof in Burbach arbeitet. Doch bisher fehle es an einem Konzept, das dieses Potenzial auch vermarkten helfe - ein Ansatzpunkt, mit dem man beginnen könne. Schließlich profitierten nicht nur die Golf-Plätze von den Sportlern, sondern auch Hotellerie und Restaurants.