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Immer noch keine touristische Nutzung der Römerstraße bei Meilbrück

Plastik über Antike : Ist die Römerstraße bei Meilbrück vergessen?

Zwar gibt es jetzt eine App, die über das Bauwerk an der B 51 informiert, und eine Hinweistafel. Touristische Nutzung sieht jedoch anders aus.

Die Sonne scheint, auf der B 51 herrscht viel Verkehr – wie meistens –  und Johannes Junk steht schon am Treffpunkt, der Hinweistafel, an der Römerstraße bei Meilbrück.

Beim letzten TV-Termin an diesem Ort im November 2019,  war das moderne Schild noch nicht da. Auf ihm  finden sich ein paar Daten zu der  Fernstraße von Trier nach Köln, genannt sind auch die Geldgeber und Mitwirkenden an der App. Es ist eine Visualisierung zu sehen und ein QR-Code, den der Ortsbürgermeister von Meckel mal eben einscannt. Das funktioniert.

Was nicht funktioniert ist die touristische Nutzung des 2008 freigelegten, 30 Meter langen Teilstücks der Via Aggripa. Es ist vielmehr seitdem unter der Abdeckung in Form einer weißen Folie verschwunden und ward nicht mehr gesehen.

Die Plane, die es behelfsmäßig schützen  soll, hängt stellenweise durch, weist Löcher auf  und ist mit Moos, Ästen, Blättern, Schmutz bedeckt. Das birgt schon eine gewisse Komik – hier das moderne Hinweisschild über die Römerstraße, der QR-Code, die App  – die digitale Darstellung und dahinter das antike Bauwerk unter Plastik verborgen und scheinbar vergessen.

„Hier muss vor dem Winter was geschehen“, sagt Ortsbürgermeister Junk. Damit die Abdeckung auch ihren Zweck erfüllt. Das ist das eine. Das andere, was den Ortsbürgermeister jetzt wieder verstärkt umtreibt, ist die echte touristische Nutzung des römischen Erbes.

Der Ortschef hatte in Sachen Neubaugebiet,  Kindergarten,    Kinderspielplatz noch andere Baustellen. Die To-Do-Liste mancher Ortschefs und Ortschefinnen ist recht lang. „Ich weiß gar nicht, wie ich das zeitlich geschafft habe, als ich noch berufstätig war“, sagt der Rentner. 

Aber jetzt ist es an der Zeit, die Römerstraße wieder in Erinnerung zu bringen, das hat er sich fest vorgenommen. Ein umtriebiger Bitburger Bürger hatte Junk zudem auf die Idee gebracht, das Teilstück unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Wie es sich damit verhält, was zu tun ist, welche Fördermöglichkeiten es gibt – darüber muss der Ortschef erst mal mit der Denkmalschutz-Abteilung der Kreisverwaltung sprechen. Junk wirkt, als sei er allein auf weiter Flur, wie ein Einzelkämpfer.

„Es gibt viele Leute, denen das antike Erbe völlig egal ist, und die für deren  Erhalt kein Geld ausgeben wollen“, sagt der 65-Jährige. Er weiß um die finanzielle Problematik, will aber die angemessene  Präsentation nicht abschreiben und hofft immer noch auf Ideen und Unterstützung.

„Die Sichtbarmachung bedarf weitreichender Konservierungsmaßnahmen und wäre daher auch mit hohen Kosten verbunden und nur mit der Beteiligung weiterer Fachstellen möglich. Es ist daher nicht abschätzbar, ob, beziehungsweise wann, eine Sichtbarmachung über die „Augmented Reality“ der App hinaus möglich ist“, teilt die Verbandsgemeindeverwaltung Bitburger Land mit.

 Es scheint, dass Ortsbürgermeister Junk noch sehr viel Geduld aufbringen muss.

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www.volksfreund.de/fotos

(ma)