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Immer wieder brennen Mülltonnen

Immer wieder brennen Mülltonnen

Ein Brandstifter treibt in Bitburg sein Unwesen. Er hat bereits zwölf Mal zugeschlagen. Immer an Wochenenden oder in den Nächten vor Feiertagen setzt er Mülltonnen in der Innenstadt in Brand. Am vergangenen Wochenende zündelte er gleich drei Mal.

Bitburg. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Doch noch gibt es keine heiße Spur. "Diese ganze Sache macht uns schon Sorgen", sagt Dietmar Braun, Leiter der Polizei Bitburg. Diese Sache, das sind Mülltonnenbrände, die sich in der Innenstadt inzwischen auffallend häufen. "Wir fahren deshalb verstärkt Streife und haben zudem Kollegen in Uniform wie auch in Zivil zu den tatrelevanten Zeiten im Stadtgebiet im Einsatz", sagt Braun. Die Zeiten, in denen die Brände meistens gelegt werden, sind die frühen Morgenstunden von Samstag auf Sonntag sowie die Nächte vor Feiertagen, wie zuletzt etwa Allerheiligen am 1. November - eine Nacht von vielen: Samstag, 28. April: Um 6.16 Uhr geht bei der Feuerwehr der Alarm ein. Papiertonnen in der Saarstraße brennen. Kurz darauf eilen die 22 Wehrleute um 6.38 Uhr zu einem Brand Am Markt. Wieder brennen Altpapiertonnen.Donnerstag, 14. Juni: Bei einem Wohnhaus in der Mötscher Straße brennen Altpapiertonnen. Ein Bewohner des Hauses zieht sich beim Versuch, die Flammen zu löschen, eine leichte Rauchgasvergiftung zu. 15 Wehrleute eilen um 4.30 Uhr zum Einsatz. Samstag, 14. Juli: Wieder brennt der Müll, wieder in der Mötscher Straße. Um 5.49 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert, zehn Wehrleute löschen.Sonntag, 23. September: Abermals Alarm wegen brennenden Mülls, diesmal ein großer Container in der Prälat-Benz-Straße. 25 Wehrleute rücken um 20 Uhr aus. Sonntag, 14. Oktober: Ein Auto brennt in einer Seitengasse der Fußgängerzone, die Flammen schlagen auf ein benachbartes Wohnhaus über. Die Alarmierung geht gegen 6.45 Uhr bei der Feuerwehr ein. Einer der Wehrmänner, Michael Döhr, ist gerade mit Aufbauarbeiten für den Bauernmarkt beschäftigt und schnell vor Ort. Er rettet sechs Hausbewohner mit leichten Rauchgasvergiftungen aus dem Haus. 90 Rettungskräfte sind im Einsatz. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass auch dieser Brand, nicht wie zunächst vermutet durch einen technischen Defekt im Wagen entstanden ist (der TV berichtete), sondern ebenfalls auf das Konto des Brandstifters geht, der die Mülltonnen angezündet hat - und das Feuer dann auf Auto und Haus übergesprungen ist. Sonntag, 21. Oktober: 9.19 Uhr, erneut Feuer in der Mötscher Straße: Diesmal wurden mehrere Gelbe Säcke angezündet. Zwölf Wehrleute mussten auch die acht Bewohner des benachbarten Hauses in Sicherheit bringen, um sie vor Rauchgasvergiftungen zu schützen.Sonntag, 28. Oktober: Meterhoch schlagen die Flammen eines Brandes, bei dem in der Stockstraße das Feuer einer brennenden Mülltonne eine Tuja-Hecke entzündet hat. Zwei Bewohner erleiden beim Versuch, die Flammen zu löschen, Reizungen der Atemwege. Um 7.51 Uhr kämpfen zehn Wehrleute gegen die Flammen, die kurz davor waren, auf das Haus überzugreifen.Donnerstag, 1. November: Abermals brennen zwei Altpapiertonnen, diesmal in der Poststraße. Das Feuer hinterlässt einen Schaden an der Wand des Gebäudes. Zwölf Wehrleute werden um 7.12 Uhr alarmiert. Eine Fensterscheibe des benachbarten Gebäudes war bereits zerborsten. Sonntag, 11. November: Um 5.55 Uhr rücken zehn Wehrleute zu einem Mülltonnen-Brand im Kobenhof aus. Kaum gelöscht, zieht ein Teil der Mannschaft um 6.04 Uhr zu einem weiteren Mülltonnen-Brand Auf der Knupp. Doch das war es an diesem Tag noch nicht. Um 7.55 Uhr brennen gleich vier Papiertonnen in der Stockstraße. Es entsteht ein Schaden an einer Garagenwand. Das sagen Polizei und Feuerwehr: Wie hoch der Sachschaden insgesamt ist, kann die Polizei noch nicht sagen. "Dass es bisher beim Sachschaden geblieben ist, ist ein Riesenglück. Es gab einige Fälle, da war es eng. Da hätten wenige Minuten später Menschen in Lebensgefahr geschwebt", sagt Manfred Burbach, Einsatzleiter der Bitburger Wehr. "Solche Brandstifter haben offenbar überhaupt keine Vorstellung davon, was sie anrichten können. Wollen die riskieren, dass ein schlafender Mensch an einer Rauchgasvergiftung stirbt?" Die Bewohner seien wegen der Vielzahl der Brände verunsichert. "Gerade nachts kann es doch sein, dass die Flammen auf ein Haus übergreifen und der Brand zu spät bemerkt wird", sagt Burbach. Eine Gefahr, die auch die Polizei Bitburg sieht. Deshalb gehen die Ermittler in die Offensive. Polizei-Chef Braun bittet um Mithilfe: "Alle, die früh aufstehen oder selber am Wochenende mal länger ausgehen und früh morgens noch in der Stadt unterwegs sind: Seht nicht weg. Jeder Hinweis kann uns helfen."Zeugenhinweise an die Polizei Bitburg unter Telefon 06561/9685-0Extra

Gartenlauben in Wittlich: Sechs Mal wurden zwischen März und April 2008 in Wittlich Gartenlauben sowie eine Schutzhütte angezündet. Der Kripo gelang ein Ermittlungserfolg: Ein Obdachloser aus dem Westerwald gestand einen Teil der Taten. Autos in Trier: Von Juli 2006 an fackelt ein Brandstifter innerhalb von zwölf Monaten mehr als 20 Autos in Trier ab. Es ist die schlimmste Brandstifter-Serie, die die Stadt seit Jahrzehnten erlebt hat. Der Täter wurde nie gefasst. Gebäude in Trier-Ruwer: Ein 17-Jähriger aus Trier steht im Verdacht, der Brandstifter vom Ruwertal zu sein. Er soll sieben Feuer zwischen April und Mai 2011 in Ruwer gelegt haben, darunter auch drei Großbrände, bei denen eine Doppelhaushälfte, eine Scheune und zwei Gebäude in Brand gesetzt worden waren. scho