In Bitburg entsteht ein Raiffeisenzentrum mit 30 Metern hohen Silos

Kostenpflichtiger Inhalt: Bitburg : Das Raiffeisenzentrum kommt näher

Die Raiffeisen Handelsgesellschaft will ihre Geschäftsbereiche konzentrieren – und zwar im Bitburger Gewerbegebiet Auf Merlick. Dort wird ein neues Zentrum mit Baumarkt, Lagerhalle und Getreidesilos geplant. Das sorgte im Bauausschuss für Diskussion.

Ob Baustoffe, Tierfutter, Dünger oder Pflanzenschutzmittel: In den Agrarhandelsmärkten der Raiffeisengenossenschaft gibt es alles, was Landwirte brauchen. Und sie können dort ihr Getreide anliefern, was von der Genossenschaft vermarktet wird. Eine solche Annahmestelle für Weizen, Raps & Co gibt es in der Eifel bereits in Badem.

Aber die Kapazitäten reichen schon lange nicht mehr aus. In Badem können 3000 Tonnen Getreide gelagert werden. Brauchen würde die Genossenschaft nach eigenen Angaben aber Kapazität für mindestens 15 000 Tonnen. So gibt es seit Jahren das Vorhaben, statt mehrerer kleinerer Märkte ein großes Zentrum zu schaffen. Und das wird seit mehr als drei Jahren in Bitburg geplant, in der Daimlerstraße im Gewerbegebiet Auf Merlick.

„Die Eifel ist ein landwirtschaftlich geprägter Kreis. Es gibt einen Bedarf und die Stadt Bitburg liegt zentral“, sagt Kurt Gentges, Geschäftsführer der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mit Sitz in Euskirchen. Er informierte die Mitglieder des Bauausschusses über den Stand des Projekts, von dem nach 2016 und 2017 nichts mehr zu hören war. Detailfragen hätten geklärt werden müssen.

Geplant wird auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern. Entstehen sollen unter anderem eine Tankstelle, ein Markt mit einer Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern für das übliche Sortiment von Agrarbedarf über Baustoffe bis Gartenprodukte und Tierfutter, eine Lagerhalle sowie sieben Tanks für Flüssigdünger und fünf Getreidesilos. Letztere werden mit einem Durchmesser von etwa 14 Metern und einer Höhe von 30 Metern recht groß. „Die Landwirtschaft hat sich geändert. Die Betriebe werden immer größer und damit auch die Mengen, die unsere Kunden liefern“, erklärte Gentges. Um konkurrenzfähig zu bleiben, führe an einer Modernisierung kein Weg vorbei.

Eben weil die Silos hoch sein werden, wird man sie auch von weithin sehen können. Das sorgte vor drei Jahren schon mal für Diskussionen in den städtischen Gremien (der TV berichtete). Obgleich der Bauausschuss auch dieses Mal mit einem einstimmigen Beschluss das Projekt einen Planschritt weiterbrachte und den Entwurf des Bebauungsplans absegnete, stören sich einige Ausschussmitglieder nach wie vor an der optischen Veränderung des Stadtbildes, den dieses Projekt mit sich bringt. Vor Jahren hatten sich Bitburgs Kommunalpolitiker deshalb gewünscht, dass die Metallsilos grün angestrichen werden, damit sie sich optisch etwas zurücknehmen. Das hatte auch die Kreisverwaltung im Rahmen der Planoffenlage als Anregung geäußert. Die aus Zink gefertigten Silos würden mit der Zeit matt werden, sagte dazu Gentges. Doch es bleibt ein weiteres Problem, an dem sich der Bauausschuss rieb: Die Silos sollen als Werbefläche für die Raiffeisengenossenschaft genutzt werden. Die sollen bis zu 30 Quadratmeter groß werden – für die Mitglieder des Bauausschusses ist das zu groß.

„Ein Kompromiss wäre, wenn nicht jeder Topf beflaggt werden müsste“, sagte beispielsweise Jürgen Weiler (CDU). Auch Agnes Hackenberger (FBL) sagte, dass es doch darum ginge, dass „alles möglichst unauffällig“, bleibe: „Da kann ich nicht verstehen, warum jetzt so riesige Werbung darauf muss.“ Festgelegt wurde schließlich, dass maximal vier der Silos zu Werbezwecken genutzt werden.

Dass sich der Verkehr im Gewerbegebiet dann zur Erntezeit erhöhen wird, war ebenfalls Thema. Gentges geht von drei bis vier Fahrzeugen pro Stunde aus, etwa 30 am Tag. Das gelte aber nur für die Erntezeit. Für den Landesbetrieb Mobilität gibt es da keine Bedenken. Einen anderen Einwand hat das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel geäußert: Die Konzentration auf den Standort Bitburg führt zur Schließung der bisherigen Raiffeisenmärkte in Badem, Rittersdorf und Messerich. Lediglich Mettendorf bleibt bestehen. Damit verlängern sich die Wege für die Landwirte, die bisher noch ein Zentrum „vor der Tür“ hatten.