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In Bitburg wird ein Kasernenblock zur Kita

Stadtentwicklung : Die künftige Bitburger Kita: Ein Haus voller Überraschungen

Bis Juni 2023 soll der Umbau des Kasernenblocks 2001 zur neuen und größten Bitburger Kita abgeschlossen sein. Trotz einiger Rückschläge liegen die Kosten bislang nur leicht über dem Ansatz.

Wer ein altes Gebäude umbaut, muss immer mit Überraschungen rechnen. Architekt Manfred Weber formuliert es so: „Wenn man in einem so alten Teil ein Loch macht, findet man meistens noch zwei weitere.“

Oder aber zum Beispiel auch Stahlträger, die nachträglich unter der Decke eingezogen wurden, deren statische Funktion sich nicht auf den ersten Blick erschließt und deren Anordnung durchaus Rätsel aufgibt. So sieht das aus in der Alten Kaserne, wo die Stadt Bitburg einen der denkmalgeschützten Blocks zur Kita umbaut.

Im Gebäude 2001 sind in den vergangenen Monaten beim Entfernen der Deckenverkleidungen einige solcher Stahlträger zum Vorschein gekommen. Und wer auch immer für das Einsetzen zuständig war, hatte offenbar nicht den Anspruch, die Funktion einem einheitlichen Erscheinungsbild unterzuordnen. Manche Träger verlaufen leicht schräg. Vielleicht waren einige einfach zu lang, um sie im rechten Winkel zur Wand einzusetzen. Vielleicht war der Grund auch ein ganz anderer. Wer weiß das schon.

Jede Nutzungsphase des Kasernenblocks, der in den 1930er Jahren von der Wehrmacht errichtet wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von luxemburgischen Soldaten, danach von französischen und zuletzt schließlich von amerikanischen gebraucht wurde, hat ihr Spuren hinterlassen.

Und der Architekt hofft, dass diesbezüglich nicht mehr mit weiteren größeren Überraschungen zu rechnen ist. So gab es bereits bei einigen der in Auftrag gegebenen Gewerke Kostenüberschreitungen, weil Aufträge den Gegebenheiten angepasst werden mussten.

Das betraf zum Beispiel Arbeiten an den Aufzugschächten, am Dach oder auch am Putz. Zudem ist im Zuge der Bauvorhaben auch großflächiger Schimmel entdeckt worden. Allein dessen Beseitigung kostet knapp 200.000 Euro. Und weil in den Decken zum Teil Stahlbeton zum Vorschein kam, wo ursprünglich eine Hohlkörper-Rippendecke gewesen sein müsste, hat sich zuletzt auch der Aufwand bei den Durchbrüchen für Leitungen deutlich erhöht.

Zudem musste die Planung zwischenzeitlich auch angepasst werden, weil durch die im Sommer in Kraft getretene Kita-Novelle der Raumbedarf nun höher ist. Aus den ursprünglich angesetzten 8,5 Millionen Euro für den Bau der Kita sind dadurch 8,9 Millionen Euro geworden.

Ein wenig gestiegen ist damit auch die Förderung, deren Höhe zu Baubeginn bei knapp 2,4 Millionen Euro angesetzt wurde und die auch der Grund ist, warum es wenig Spielraum gibt, was die Fertigstellung der elfgruppigen Kita betrifft. „Laut Zeitplan werden wir wahrscheinlich bis Juni 2023 fertig sein“, erklärt Weber und ergänzt: „Bis dahin müssen wir auch fertig sein, weil wir sonst Probleme mit der Förderung bekommen.“

Durch die Planungserweiterung und Ereignisse wie die Pandemie oder das Hochwasser im Juli habe sich der Ablauf zusätzlich ein wenig verzögert, erklärt Andrei Pertsch, zuständiger Mitarbeiter des städtischen Bauamts. Auswirkungen hatte das Hochwasser im Übrigen nicht nur auf die Verfügbarkeit von Handwerkern, sondern auch auf das Gebäude selbst.

„Wir hatten nach dem Starkregen auch Wasser im Keller, von dem wir noch immer nicht wissen, wo es herkam“, sagt Webers Mitarbeiter Martin Jutz, der die Baumaßnahme als Architekt betreut. Es sei also durchaus möglich, dass das Gebäude von außen auch noch komplett freigelegt werden müsse, so Jutz.

Bislang bewegen sich die Kosten trotz der unerwarteten Mehraufwendungen noch weitgehend im Rahmen der Kalkulation. Was vor allem auch damit zusammenhängt, dass bei den meisten Gewerken die von den Planern im Vorfeld ermittelten Kostenansätze deutlich über den Angeboten der beauftragten Handwerksbetriebe lagen. 

Dadurch wurde also bereits im Vorfeld ein ordentlicher Puffer geschaffen. Laut Verwaltung liegen die bis jetzt vergebenen Aufträge – rund zwei Drittel des Gesamtprojekts–  gut drei Prozent über dem Kostenansatz.