Soziales : In die Natur eingebettet

Verliebt in alte Steine: Theo Jacobi hat aus seinem Elternhaus, dass einhundert Jahre älter ist als er selbst, einen Ort geschaffen, in dem er als Maler seine Berufung ausleben kann.

Wie gemalt liegt das Bauernhaus von Theo Jacobi, ein wenig versteckt in einer Seitenstraße am Ortsrand von Dockendorf. Sanftblaue Läden, gelber Putz und graue Fensterumrandungen geben dem Gebäude Charakter. In Grün, mit Efeu bewachsen, einem Hofbaum, Hecken und Rasen, eingebettet steht es da, als wäre es mit der Umgebung verwachsen.

 Das Haus mit dem Atelier im Vordergrund.
Das Haus mit dem Atelier im Vordergrund. Foto: Christina Bents

In dieser Atmosphäre kann Theo Jacobi gut arbeiten. Er ist Maler, arbeitet mit Harz-Ölfarben in den Stilrichtungen Naturalismus, Pointilismus, Realismus und Symbolismus.

 Theo Jacobi, in seiner Bibliothek, in der er Inspirationen für seine Arbeit findet.
Theo Jacobi, in seiner Bibliothek, in der er Inspirationen für seine Arbeit findet. Foto: Christina Bents

Seine häufigsten Motive sind Landschaften, Stillleben und Personendarstellungen. „Meine Bilder drücken Schönheit und Harmonie aus. Sie sind voller Geheimnisse“, sagt er: „Ich möchte sensibler machen, damit die Menschen mehr auf sich und die Umwelt achten.“

 Das Atelier von Theo Jacobi, in dem seine Werke entstehen.
Das Atelier von Theo Jacobi, in dem seine Werke entstehen. Foto: Christina Bents

Sein Haus, in dem er mit seinen Eltern und zwei Geschwistern aufgewachsen ist, schätzt er als Ruhepol. Er sagt: „Das Gebäude und die Natur führen einen zur Ruhe.“

Es ist ein klassisches Bauernhaus mit angebauter Scheune und Nebengebäuden aus dem Jahr 1853. Später wurde ein Teil angebaut, in dem das örtliche Raiffeisenlager untergebracht war. In den 70er Jahren wurde sie geschlossen und 1999 baute Jacobi den Teil zum Atelier um.

Viel geändert hat er dabei nicht. Eine Wand ist steinsichtig und unverputzt, so dass man die Sandsteine in ihrer Ursprünglichkeit betrachten kann. Fenster hat er eingebaut, um Licht für seine Kunst zu haben. Mit einem Werkstattofen, den er mit Holz befeuert, heizt er.

Staffeleien und großformatige Bilder sind in seinem Atelier zu finden. Daneben gibt es, an einer langen Wand, eine alte Kirchenbank, die als Ablage für die Bücher dient, die er seit 2006 verfasst hat. „Mein Atelier ist offen für Besucher und meine Arbeit transparent. Ich habe schon Veranstaltungen, wie Lesungen oder kleine Konzerte, hier veranstaltet, aber der Kostenaufwand ist sehr groß“, sagt er.

Wichtig ist dem Künstler, dass er das Haus, in dem er alleine lebt, einer sinnvollen Nutzung als Galerie und Atelier zugeführt hat. Er sagt: „Es ist ein Gebäude, das aus meiner Familie stammt, und die Umnutzung vom reinen Wohnhaus in ein Haus, in dem ich arbeiten und meine Werke ausstellen kann, lassen mich weiter mit dem Gebäude verwachsen.“

Acht Räume im Haus dienen inzwischen der Ausstellung. Insgesamt ist es sehr reduziert eingerichtet, so dass die Eichenböden und die dicken Steinwände, neben den Bildern, ein Blickfang sind. „Im Haus sind sehr natürliche Werkstoffe, wie Eiche, Sandstein und Lehm, verarbeitet.“

Am Haus möchte er in Zukunft nichts groß verändern. Er meint: „Das würde mir keine Verbesserung meiner Lebensqualität bringen. Es soll so bleiben, wie es ist.“

Einen Raum hat er zu einer Bibliothek umgestaltet. Dort stehen mehrere hundert Bildbände über verschiedene Stilrichtungen, über Künstler und ihre Werke, klassische Literatur und hochwertige Reiseführer, denn es zieht ihn häufiger in den Mittelmeerraum.

Bei seinen Aufenthalten dort hat er immer einen Skizzenblock und Farben dabei. Frühe Zeichnungen hat er auf dem Dachboden des Hauses ausgestellt.

In dem beschaulichen Gebäude wird es im November sehr rührig, denn dann stellt Theo Jacobi, der in Braunschweig freie Kunst studiert hat, seine neuen Werke aus und lädt zu seiner Jahresausstellung ein. Die findet in diesem Jahr vom 10. bis 24 November statt.