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In Irrel gibt es seit dem 4. Mai ein Bürgerbüro

Infrastruktur : Vorerst Ruhe im Umzugskarton – In Irrel gibt es seit dem 4. Mai ein Bürgerbüro

Das Irreler Verwaltungsgebäude der VG Südeifel hat weitgehend ausgedient. Die dort zuletzt noch tätigen Mitarbeiter sind jetzt in den Räumen des neuen Bürgerbüros in der Prümzurlayer Straße.

Das Gebäude wurde geräumt, komplett leer ist aber noch immer nicht. Eine Hand voll Mitarbeiter hält die Stellung. Wobei diese aber nicht zur Verwaltung der VG Südeifel gehören, sondern zum Zweckverband Naturpark Südeifel. Doch auch sie werden in den kommenden Monaten den schwarz-grauen Klotz verlassen, der 1975 in Betrieb genommen wurde und dessen Notwendigkeit sich gut 40 Jahre später mit der Fusion der Verbandsgemeinden Irrel und Neuerburg zur VG Südeifel nach und nach erübrigt hat. Hauptsitz der Verwaltung ist seit dem Zusammenschluss das Bürogebäude in Neuerburg.

Ein Großteil der Irreler Verwaltungskräfte ist bereits in den vergangenen Jahren umgezogen. Mitte April haben nun die letzten der noch verbliebenen ihre Umzugskartons gepackt – um sie dann keine 200 Meter Luftlinie entfernt wieder auszupacken. Der Rest der Mitarbeiter ist nämlich nicht nach Neuerburg umgezogen, sondern lediglich in die Räume des neuen Bürgerbüros in der Prümzulayer Straße. „Mit dem neuen Bürgerbüro in Irrel lösen wir das Versprechen ein, das ich zur Übernahme meines Amtes gegeben habe“, sagt VG-Bürgermeister Moritz Petry. Gemeint ist damit, dass die Menschen trotz Fusion die wesentlichen Dienstleistungen der Verwaltungen auch weiterhin dort in Anspruch nehmen können, wo sie es vor dem Zusammenschluss getan haben. Laut Petry gehören dazu das Passwesen und Einwohnermeldeamt, das Standesamt sowie Renten-, Bau- und Gewerbeangelegenheiten. Zudem diene das neue Bürgerbüro als Anlaufstelle für die ehrenamtlichen Ortsbürgermeister.

Seit 4. Mai ist das Bürgerbüro geöffnet. Und wie bei jedem anderen Dienstleister gilt auch im Bürgerbüro vorerst Mundschutzpflicht. Durch das Coronavirus wird die Bürgernähe also ein wenig gebremst, wenngleich die pandemiebedingten Einschränkungen in diesem Fall auch etwas Gutes hatten. „Für unseren Umzug hat das ganz gut gepasst“, sagt Büroleiter Jürgen Stadler. Schließlich sei der Publikumsverkehr in den vergangenen Wochen ohnehin auf das notwendigste Minimum reduziert worden. „Wir haben die Zeit also optimal für den Umzug nutzen können“, sagt Stadler.

Im neuen Bürgerbüro sind acht Verwaltungsmitarbeiter sowie der zuständige Bezirkspolizist untergebracht. Im alten VG-Gebäude waren sie auf mehrere Etagen verteilt, nun arbeiten sie Tür an Tür. Alles spielt sich im Erdgeschoss ab. In den Etagen darüber sind Wohnungen. Denn das Büro hat seinen Sitz in einem neu gebauten Wohn- und Geschäftsgebäude, das dort errichtet wurde, wo früher das Möbelhaus Lichter stand. Die VG ist auch nicht Eigentümer der Räume, sondern lediglich Mieter. „Unser Mietvertrag läuft zunächst über zehn Jahre, was für uns ganz praktisch ist“, sagt Petry. „Wir wissen ja nicht, wie sich die Verwaltungslandschaft weiter verändert und ob die VG in ihrer heutigen Struktur in 30 Jahren überhaupt noch bestehen wird“, erklärt der Bürgermeister.

Wo auch immer die Reise bei zukünftigen Kommunalreformen hingehen wird: Das bisherige Verwaltungsgebäude wird dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielen. Denn der 45 Jahre alte Zweckbau ist der Alptraum eines jeden Energieberaters. Zudem wurde das Haus als Verwaltungsgebäude konzipiert. Wollte man es also anders nutzen, wäre es mit einer energetischen Sanierung allein nicht getan. Am Ende könnte es also auf einen Abriss hinauslaufen.

VG-Bürgermeister Moritz Petry (links) besucht Mitarbeiter Günter Lardy an seinem Arbeitsplatz in der Zentrale des neuen Bürgerbüros in Irrel. Foto: Uwe Hentschel

Wie Petry erklärt, wolle die VG diese Entscheidung der Ortsgemeinde Irrel überlassen. „Wenn der VG-Rat zustimmt, würden wir das Gebäude gerne in ein Gesamtkonzept der Gemeinde übergeben“, sagt Verwaltungschef. Er könne sich vorstellen, im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens nach einer zukünftigen Nutzung des Gebäudes beziehungsweise des Grundstücks zu suchen. Die VG jedenfalls habe keine Verwendung mehr für die Immobilie.