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In Prüm gibt es Sanierungsstau bei städtischen Bauten

Kommunalpolitik : Von alten Toiletten und anderen Prümer Baustellen

Sanierungsstau an vielen Stellen: Die Stadt Prüm hat einiges zu tun. Der FC hat Pläne für das Sportlerheim. Veraltet sind auch die Toiletten der Mehrzweckhalle. Nun soll für die nächste Stadtratssitzung eine Prioritätenliste erstellt werden, denn es gibt auch an anderen Stellen Bedarf.

Ein paar Tagesordnungspunkte werden gestrichen, dafür kommen andere hinzu: Letztendlich bleiben 20 im öffentlichen Teil übrig. Es wird ein langer Abend, denn der Stadtrat Prüm hat viel zu klären. Hinzu kommen jede Menge Anfragen der Ratsmitglieder, die Bürgermeister Johannes Reuschen versucht, am Ende der Sitzung schon zu beantworten oder später klären zu lassen. Dieser Punkt stört allerdings einen Bürger: Über die Antworten, beschwert er sich in der Einwohnerfragestunde, erfahre man später nichts aus dem Amtsblättchen. Da stehe dann nur: „Die Frage wurde beantwortet.“

Doch nicht nur darüber kann man mal nachdenken, auch sonst gibt es für den Rat und den Bürgermeister drängende Themen, die einer Klärung bedürfen. So möchte der FC Prüm gerne das Sportlerheim sanieren. Nico Demuth, Erster Vorsitzender des FC, hat dazu eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet.

 Der FC Prüm hat ein Sanierungskonzept für das Sportlerheim und das Außengelände erstellt.
Der FC Prüm hat ein Sanierungskonzept für das Sportlerheim und das Außengelände erstellt. Foto: TV/Stefanie Glandien

Bereits 2019 habe er die ehemalige Bürgermeisterin Mathilde Weinandy auf den Sanierungsstau hingewiesen. Mitte der 90er Jahre ist das Sportlerheim vom damaligen SV Prüm erbaut worden. Nach dessen Insolvenz ist das Gebäude an die Stadt gegangen, die es nun dem FC Prüm verpachtet. Die Umkleide wurde vor etwa sieben Jahren energetisch saniert, „doch jetzt fällt der Putz außen schon wieder ab“, sagt Demuth. Die Kabinen mit den Holzbänken, „da gibt es Schöneres“, sagt der Vorsitzende. Die Anlage sei überlebt, von den sechs Duschköpfen funktionieren nur noch drei, außerdem bilde sich Schimmel. Kurz: Der Verein will etwas machen. Und ist durchaus bereit anzupacken. Denn auch bei den Außenanlagen gebe es etwas zu tun.

Der Zaun ist defekt, es fehlen Spielerbänke, Zugangstüren lassen sich nicht mehr öffnen und im Vereinsheim selbst ist alles sehr beengt. Man brauche ein neues Raumkonzept und mehr Platz in der Küche. „Das Vereinsheim ist wichtig für uns, damit wir Schwung ins Vereinsleben kriegen.“ Pläne gibt es auch schon, vom vereinseigenen Architekten angefertigt und visualsiert.

Für die Sanierung des Vereinsheims mit Außenanlage rechnet Demuth mit Kosten von rund 112 000 Euro, für die Umkleide würden etwa 118 000 Euro anfallen. Nach Abzug von Eigenleistung, Eigenkapital und Förderung durch den Sportbund Rheinland-Pfalz gebe es noch offene Kosten von rund 172 000 Euro. Wobei noch zu fragen sei, inwieweit die Verbandsgemeinde oder der Eifelkreis Bitburg-Prüm sich daran beteiligen.

Laut Demuth nutzen 1500 Sportler pro Woche die Anlage zuzüglich 500 Zuschauern. Neben dem FC Prüm sind Aktive des Ski-Klubs Prüm, der LG Lünebach-Pronsfeld und Schüler der umliegenden Schulen regelmäßig vor Ort. „Bisher gibt es keine konkrete Nutzungsregelung, die Kabinen sind für jedermann frei“, sagt Demuth.

Bürgermeister Johannes Reuschen lobt das Engagement des FC Prüm: „Der FC hält nicht einfach die Hand auf. Der Verein hat sich viele Gedanken gemacht.“

Markus Fischbach (SPD) hat noch ergänzende Vorschläge für ein neues Konzept. So könne man die die alte Überdachung der Holztribüne in Augenschein nehmen und die uralten Werbetafeln. Er regt an, den Eingangsbereich zu verlegen. Jedoch: „Wir können heute nicht ‚Ja’ oder ‚Nein’ dazu sagen. Die Stadt Prüm hat noch mehrere Immobilien, wie das Haus des Gastes, das Haus der Jugend oder die Mehrzweckhalle. Da müssen wir auch gucken, was wir da sanieren müssen. Wir müssen unsere ganzen Immobilien auf den Prüfstand stellen.“

Peter Wind (CDU) schließt sich dem an. „Es ist wohl keiner im Raum, der keinen Handlungsbedarf sieht. Wir brauchen eine Prioritätenliste und müssen gucken, wo der Schuh am meisten drückt.“ Das sieht auch Bürgermeister Johannes Reuschen so: „Bis zur nächsten Sitzung am 17. März sollte die Prioritätenliste stehen.“ Man wolle auch Fairness walten lassen gegenüber den Ortsteilen, wo ebenfalls Bauten zu sanieren sind.

Auch die Toiletten in der Mehrzweckhalle auf dem Ausstellungsgelände stehen zur Diskussion. „Die nächste Grenzlandschau steht vor der Tür“, sagt Reuschen. Auch die Mehrzweckhalle gehöre auf die Prioritätenliste, sagt er. „Wir müssen uns überlegen, wo wir hinwollen mit der Halle.“ Julia Peter (CDU): „Die Toiletten sind in einem katastrophalen Zustand. Die Sanierung ist höchst nötig. Wir könnten eine super Eventhalle daraus machen. Die ‚Schwengshalle’ (Schweinshalle) muss ihren Namen verlieren.“

Der Stadtrat beschließt einstimmig, die Kosten für die Sanierung der Toiletten ermitteln zu lassen.Bereits genehmigt ist die Anschaffung neuer Geräte und weiterer Elemente für den öffentlichen Spielplatz in der Kita Niederprüm. Ebenfalls beauftragt wird eine Machbarkeitsstudie für den Bereich rund um das Parkdeck beim Friedhof.

Berthold Thies, vom Vorstand des Gewerbevereins, lässt das vergangene Jahr Revue passieren. Auch 2020 wird der Verein von der Stadt mit 10 000 Euro unterstützt. Neben verkaufsoffenen Sonntagen, Prümer-Sommer-Eröffnung und Heimatshopping werde es auf jeden Fall eine zweite Auflage des Streetfoodfestivals im März geben, denn das sei ausgesprochen gut angekommen. Für die Weihnachtsbeleuchtung habe er viele positive Rückmeldungen bekommen. Da plane der Verein eine Erweiterung. Man wolle andere Straßen noch mit einbeziehen. Auch denke man über die Anschaffung von Lichterketten nach. Da gebe es schon welche, die mit den Bäumen „mitwachsen“. Ebenfalls ein Plus für Prüm sei die Verlosungsaktion mit lukrativen Preisen gewesen, Hauptgewinn: ein Auto.