In Roth sieht niemand schwarz

In Roth sieht niemand schwarz

Nie mehr Ärger mit steigenden Öl- und Gaspreisen, dafür aber Energiekosten, die für die nächsten zehn Jahre im untersten Bereich liegen. Möglich machen soll dies das erste Solarheizkraftwerk in Rheinland-Pfalz, dass demnächst in Roth an der Our entsteht.

Roth a. d. Our. Innovatives Bauen und Wohnen an der deutsch-luxemburgischen Grenze. In der 200-Einwohner-Gemeinde Roth wird auf einer Fläche von rund fünf Hektar das CO2-neutrale Wohnbaugebiet "Im Brodschrank" erschlossen. Spatenstich soll bereits im März sein. Am nordöstlichen Rand des Baugebiets plant der Luxemburger Investor Innovat das erste rheinland-pfälzische Solarheizkraftwerk. 45 Wohneinheiten sollen dort für Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen. Die Hälfte der Grundstücke ist bereits verkauft, 90 Prozent davon an Luxemburger. In einem Systemkreislauf sollen auf der Höhe von "Im Brodschrank" Energie, Heizwärme und Warmwasser erzeugt werden. Das Herzstück wird eine thermische Solaranlage mit Röhrenkollektoren bilden. Der zusätzliche Einsatz von Wärmepumpen, hochwärmegedämmten Speichern sowie einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung wird den kompletten Energiebedarf für die 45 Wohneinheiten bereitstellen. Nur rund elf Euro werden die monatlichen Kosten für den Heizwärmebedarf eines Einfamilienhauses betragen, versprechen die Planer."Wir wollen neue Perspektiven in der regenerativen Energieversorgung aufzeigen, wo sonst nur Standards zur Anwendung kommen", erklärt Innovat-Geschäftsführer Ewald Schares seine Marschrichtung. Für das Projekt hat seine Firma erst kürzlich vom Land Rheinland-Pfalz den Förderpreis "Zukunftsradar" erhalten. Alles andere als schwarz sieht denn auch Roths Ortsbürgermeister Leo Hunewald. Mit Blick auf die Richtlinien des Landesentwicklungsprogramms (Lep IV) und auf eine Einwohnerprognose von plus 120 sagt er: "Eigentlich dürfte sich Roth nicht so entwickeln. Aber wir haben nun einmal die Luxemburger und damit nicht nur Zuzug, sondern auch 41 Busverbindungen." Da gerät der Gemeindechef regelrecht ins Schwärmen: "Wir haben etwas zu bieten, was in anderen Gemeinden leider nicht vorhanden ist."Überhaupt lobt Leo Hunewald das Zusammenleben mit den Luxemburgern. "Wir haben uns schon immer gut mit ihnen vertragen." Die Mischung stimme. Ärger habe es noch nie gegeben.Hunewald sieht der Zukunft Roths also mit großem Optimismus entgegen. Vor dem Hintergrund des demografischen Faktors sagt er: "Man hat mir vor Jahren schon den Untergang von Roth prophezeit. Aber man kann sich doch wohl nicht vor einer Statistik ergeben."