Infotafeln und Panoramablick: So präsentiert sich die Region an Autobahnen

Infotafeln und Panoramablick: So präsentiert sich die Region an Autobahnen

Sie sind braun-weiß und aus Metall: An der Autobahn stehen viele Hinweisschilder, die Durchreisende auf touristisch bedeutsame Ziele der Region hinweisen. Neben Baudenkmälern spielt auch die Landschaft eine Rolle. Die können die Reisenden auf einigen Abschnitten auch direkt von der Autobahn aus bewundern.

Ob Autofahrer nur durchreisen oder abseits der Straßen Halt machen, kann von dem abhängen, was sie links und rechts der Autobahn sehen. Ein Test zeigt, wie sich die Region präsentiert.

A 1 von Wittlich nach Daun: Zwischen Moseltal und Eifel begrüßt die Durchreisenden auf der A 1 schon bald die Vulkaneifel. Ein touristisches Hinweisschild mit der Aufschrift "Vulkaneifel", das ein Maar mit nebenstehender Kirche abbildet, empfängt die Autofahrer. Die ersten Vorboten der Eifel, Buchen in frischem Grün und hohe Fichten, tauchen am Fahrbahnrand auf. Wer noch immer nicht weiß, durch welche Landschaft er gerade sein Auto lenkt, der Rastplatz "Eifel" schreibt es mit Leuchtbuchstaben in den Himmel.
Tiefer in der Eifel stößt der Autofahrer auf Hinweisschilder zu den Manderscheider Burgen, deren Ruinen noch aus dem Mittelalter erhalten sind. Vor dem Autobahndreieck Vulkaneifel weist eine Tafel noch mal klar auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten hin: die Maare.
Wer aber zwischen Daun und der Abfahrt Gerolstein aus dem Autofenster schaut und denkt, er fährt an einer gigantischen Strafkolonie vorbei, der irrt sich. Der kilometerlange und kostspielige Spezialzaun soll allein Wildkatzen davon abhalten, die für sie lebensgefährliche Autobahn zu überqueren.

A 1 von Trier nach Wittlich: Egal von welcher Seite man sich Wittlich über die Autobahn A 1 nähert, vor den Toren der Stadt weisen Schilder den Autofahrer darauf hin, dass man gerade durchs Moseltal fährt. Auf der idyllischen Werbetafel der Region schlängelt sich ein Fluss zwischen Weinbergen entlang. Dabei fließt durch Wittlich nicht die Mosel, sondern die Lieser, die in Lieser in die Mosel mündet. Vor Wittlich findet sich noch eine seltene Ausfahrt.
Sie führt zu Gott: Die Autobahnkirche St. Paul präsentiert sich am Fahrbahnrand mit einem Schild. Ebenso lädt die Wallfahrtskirche Klausen mit einer großen Werbetafel zur Rast ein. Eine bepflanzte Wildbrücke und Wildwechselschilder erinnern zudem daran, dass zwischen der Mosel und der angrenzenden Eifel auch Waldtiere auf Wanderschaft sind.
Der Industriepark Föhren und seine 120 mittelständischen Unternehmen betreiben ebenfalls Werbung am Straßenrand.
Bevor die Autobahn dann die Mosel quert, präsentiert sich das bekannteste Trierer Baudenkmal auf der A 1, die Porta Nigra.

A 60 von Wittlich über Bitburg nach Prüm: Mit den landschaftlichen Reizen der A 60 kann die A 1 nicht mithalten. Die Eifelautobahn führt durch Täler und über Hügel, hat ihren eigenen Charme und liefert bereits einen Vorgeschmack auf die naturnahe Landschaft der Eifel.
Auch die gähnende Leere auf der A 60 lädt bereits zur Erholung ein. Zum Glück alarmiert die Autofahrer vor Spangdahlem ein "Vorsicht Flugverkehr"-Schild vor dem ohrenbetäubenden Lärm der Düsenjets, die in Spangdahlem starten und landen.
In Fahrtrichtung Bitburg präsentieren sich mit der Abtei Himmerod, der Burg Dudeldorf sowie der Stiftskirche Kyllburg die ersten touristischen Höhepunkte der Region. Auch der Bitburger-Stausee ist mit einer Werbetafel an der A 60 vertreten.
Die braun-weißen Schilder mit der Aufschrift "Naturpark Hohes Venn" und "Naturpark Südeifel" signalisieren dem Reisenden zusätzlich, dass die Eifel ein bedeutendes Erholungsgebiet ist. Bevor die Autobahn in der Westeifel nach Belgien verschwindet, lädt noch die ehemalige Abtei in der Eifelstadt Prüm zu einem Besuch ein.
Was die A 1 verschweigt: Für eines der erhabensten Baudenkmäler der Stadt Wittlich, die alte Synagoge aus dem Jahr 1909, wird nur auf der A 60 geworben. Den Autofahrern auf der A 1 wird diese Sehenswürdigkeit vorenthalten.
Zwischen Wittlich und Bitburg auf der A 60 lädt auch noch die Fintenkapelle, eine kleine Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1656, zu einem Besuch ein. Sie ist vom Rastplatz "Fintenkapelle" über einen Fußweg von drei Minuten erreichbar.

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