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Insolvenz der Prümer Axel Tücks GmbH

Kostenpflichtiger Inhalt: Unternehmen : Busunternehmen Axel Tücks GmbH: Keine Rettung in Sicht

Auf lange Sicht wird’s nicht mehr gehen: Die insolvente Axel Tücks GmbH kann in der bisherigen Form nicht fortgeführt werden. Im Verlauf des Verfahrens hat das Busunternehmen bereits eine Reihe von Linien abgegeben.

Gut sieben Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens sieht es nicht nach einer dauerhaften Rettung für die Axel Tücks GmbH aus. Begonnen hatte es im Mai, als die Muttergesellschaft, die britische Metropolitan European Transports (MET) mit Sitz in Essen, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Essen stellte. Dadurch drohte auch den Eifelern die Zahlungsunfähigkeit. Wenige Tage darauf übernahm Insolvenzverwalter Rolf Weidmann von der Kölner Kanzlei Görg die Geschäfte. Ziel zunächst: den Betrieb fortzuführen (der TV berichtete).

Die Pleite erfasste in der Folge auch die ebenfalls zur MET-Gruppe gehörende BRH Viabus GmbH in Ludwigshafen – das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren zeitweise auch einen Geschäftsführer für die Axel Tücks GmbH eingesetzt.

Das Eifeler Busunternehmen, 2011 von den Briten gekauft, bediente bisher Strecken im Bergischen Land (Nordrhein-Westfalen), im Rheinland, den Eifelkreisen, den Landkreisen Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied und Koblenz. Im Vorjahr hatten die Eifeler mit 130 Beschäftigten und 170 Fahrzeugen einen Jahresumsatz von knapp 5,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Inzwischen sieht das Bild aber deutlich anders aus – wenn auch Gerüchte, der Betrieb stehe unmittelbar vor dem Aus, nicht bestätigt wurden: Auf unsere Anfrage zum Stand der Dinge antwortet Thomas Schulz, Sprecher des Insolvenzverwalters: Alle Linien, die bisher von den Standorten Kelberg und Gering in der Osteifel gefahren wurden, „sind verkauft oder an die Auftraggeber zurückgegangen“, darunter die Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft der Bahn. Sie werden inzwischen von anderen Unternehmen bedient – und diese Firmen hätten auch den Tücks-Beschäftigten neue Stellen angeboten.

Schon zu Beginn des Insolvenzverfahrens, sagt Schulz, habe Tücks auch den Busverkehr für die amerikanischen Streitkräfte in der Eifel zurückgegeben. Auch deswegen, weil Weidmann nicht langfristig für die Einhaltung der in den Verträgen vereinbarten Haftungsregularien habe garantieren dürfen.

Bei den anderen verkauften Strecken habe der Verwalter hingegen Geld für die Insolvenzmasse erwirtschaftet. Für die Linien, die Tücks bisher im Bergischen Land gefahren ist, stehe man in Verkaufsverhandlungen. Diese Gespräche seien bereits „weit fortgeschritten“, sodass sich für diese Strecken – und die dort zehn Beschäftigten – eine Lösung abzeichne.

Bleibt der Standort Prüm mit derzeit noch etwa 30 Mitarbeitern. Dort, sagt Thomas Schulz, „werden die Kunden (darunter der Eifelkreis, Anm. der Red.) und Linien unverändert bedient“. Langfristig werde es aber dabei nicht bleiben: Man erörtere „zurzeit noch verschiedene Lösungswege, an denen der Insolvenzverwalter dran ist“. Das heißt: Auch diese Strecken werden irgendwann nicht mehr von Tücks gefahren.

Und das bedeute als vorläufiges Fazit: „Der überwiegende Teil der Mitarbeiter musste nicht entlassen werden und hat die Jobs behalten können oder wurde übernommen. Für Kunden und Fahrgäste ändert sich eigentlich nichts.“ Der Verkauf der Strecken bedeute zudem, dass die Gläubiger – zu denen auch die Beschäftigten zählen – mit mehr Geld aus der Insolvenzmasse rechnen könnten.

Bleibt auf jeden Fall die Frage nach dem Wert der Fahrzeugflotte: Immer wieder hatte es Kritik am Zustand der Busse gegeben. Etliche Fahrzeuge – die neueren – waren geleast, diese seien an die Eigentümer-Unternehmen zurückgegeben worden.

Der Rest ist nicht mehr viel wert. Und wegen des Zustands der Flotte, sagt Schulz, sei auch eine Fortführung des Unternehmens im Rahmen des sogenannten Insolvenzplanverfahrens nicht möglich. Und das bedeutet in letzter Konsequenz: Verwerten, was noch zu verwerten ist – bis „der letzte Radiergummi“ verkauft sei. Und dann werde es die Traditionsfirma nicht mehr geben. „Es sei denn“, sagt Schulz, „es kommt einer, übernimmt alles und führt es unter dem Namen Axel Tücks weiter.“ Das aber wäre dann letztlich ein neues Unternehmen.

Die Axel Tücks GmbH geht im Ursprung zurück auf den „Eifelgruß“, 1935 von den Büdesheimer Molitor-Brüdern gegründet und später von der Prümer Familie Tücks übernommen. Im Jahr 2011 wurde die Firma dann an die britische Marwyn European Transport verkauft. Der letzte Eifeler Geschäftsführer, Axel Tücks, verließ bald darauf das Unternehmen. Der Umsatz 2016 lag bei 8,8 Millionen Euro, im Jahr 2017 waren es 7,9 Millionen, 2018 noch 5,5 Millionen.