Insolvenz: Muttergesellschaft der Eifeler Axel Tücks GmbH geht zum Amtsgericht

Pleite trifft Prümer Unternehmen : Neue Sorge um Eifeler Busbetrieb

Die Muttergesellschaft der 84 Jahre alten Prümer Axel Tücks GmbH hat das Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Essen beantragt.

Schwere Zeiten für ein Prümer Traditionsunternehmen: Die Metropolitan European Transports (MET), ein britisches Unternehmen mit deutscher Tochter in Essen, ist insolvent. Das Essener Amtsgericht hat das Verfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet. Das Gericht hat den Rechtsanwalt Rolf Weidmann von der Kölner Kanzlei Görg zum vorläufigen Verwalter bestellt.

Die Pleite trifft auch die 84 Jahre alte Axel Tücks GmbH in Prüm und Büdesheim. Wie es dort nun weitergeht, steht noch nicht fest. Eine Anfrage des TV an den Insolvenzverwalter ist noch nicht beantwortet.

Brandstiftung: Im Sommer 2018 gingen sechs Busse des Unternehmens in Flammen auf. Foto: Fritz-Peter Linden

Das Eifeler Unternehmen machte in den vergangenen Jahren mehrere Male Schlagzeilen: Anfang August 2018 gingen in der Prümtalstraße sechs Linienbusse in Flammen auf – Brandstiftung. Die Polizei ermittelte rasch die Täter, zwei 18 Jahre alte Niederländer, die mit ihren Eltern Urlaub auf dem Prümer Campingplatz gemacht hatten.

Im Oktober 2017 wollten die 89 Beschäftigten einen Betriebsrat wählen. Das gelang zwar am Ende auch, allerdings hatte es gegen die Mitarbeiter, so sagte damals Ver.Di-Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider, in den Vorjahren „massive Einschüchterungsversuche“ gegeben.

Nach der MET-Übernahme 2011, damals noch unter „Marwyn European Transports“ sollte die Firma saniert werden. Allerdings, so hieß es bald, ging das vor allem auf Kosten der Mitarbeiter.

Die Tücks-Geschäftsführung saß nach der MET-Übernahme ebenfalls nicht mehr in der Eifel. Sondern im pfälzischen Speyer, bei einer weiteren MET-Tochter, der BRH Viabus mit Linien in und um Speyer, Ludwigshafen, Mannheim und Frankfurt. Ob auch dieses Unternehmen von der Pleite betroffen ist, blieb zunächst offen.

Im September 2017 war Tücks, so berichtete damals der Bonner General-Anzeiger, im Rheinland negativ aufgefallen: Die Stadt Bornheim hatte den Eifelern eine Schulbuslinie fristlos gekündigt, weil es immer wieder zu Verspätungen gekommen war, wenn nicht sogar Busse gleich ganz ausfielen. Das Unternehmen gab damals „krankheitsbedingte Personalengpässe“ als Grund dafür an.

Tücks hat im Gebiet des Verkehrsverbunds Region Trier die Konzession für die Linie 432 zwischen Waxweiler und Bitburg. Die Firma fährt aber auch Strecken als Auftragnehmer anderer Busunternehmen, die eine solche Konzession haben, etwa die Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft.

TV-Informationen zufolge hat Tücks in jüngerer Zeit einige der bisher bedienten Linien verloren. Inzwischen fahren andere regionale Busbetriebe auf den Strecken.

Das Busunternehmen wurde 1935 unter dem Namen „Eifelgruß“ von den Büdesheimer Molitor-Brüdern gegründet und später von der Prümer Familie Tücks übernommen. Im Jahr 2011 wurde die Firma an die britische Marwyn European Transport (MET) verkauft. Der letzte Geschäftsführer, Axel Tücks, verließ bald darauf das Unternehmen. Die heutige Tücks GmbH betreibt Linienverkehr in der Eifel und in Nordrhein-Westfalen. Der Umsatz 2016 lag bei 8,8 Millionen Euro, im Jahr 2017 waren es noch 7,9 Millionen.

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