Interessenten für Villa Otrang

Kultur : Interessenten für Villa Otrang

Das römische Landgut bleibt über den Sommer hinweg für Besucher geschlossen. Die Generaldirektion kulturelles Erbe, die sich um die Anlage kümmert, ist mit Gastronomen im Gespräch.

Ein Juwel aus Stein haben die Römer der Ortsgemeinde Fließem hinterlassen. Im ersten Jahrhundert nach Christus erbauten sie in der Eifel die Villa Otrang, die lange Zeit unter der Erde verborgen lag.

Die kunstvollen Mosaikböden entdeckten schließlich Bauern im Jahr 1825. Heute befinden sich die antiken Werke in Schutzhäusern, deren Türen derzeit verschlossen sind. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz kümmert sich um die Immobilie und hat dafür ein neues Konzept erstellt.

„In Zusammenarbeit mit der Touristik Bitburg sind in der kommenden Saison Besucherführungen in Vorbereitung“, hieß es in einer Mitteilung der GDKE im Frühjahr. Bislang kann die Tourist-Info Bitburger Land den Besuchern in der Region kein Programm rund um die Römervilla bieten. Nach wie vor empfängt ein Schild mit der Aufschrift „Derzeit geschlossen“ die Menschen, die sich das Kulturgut ansehen möchten.

Eine Nachfrage bei der GDKE ergibt, dass die Arbeiten am Laufen sind. „Was wir angekündigt haben, ist im Prozess“, sagt Dr. Georg Breitner, der als wissenschaftlicher Referent bei der Direktion Rheinisches Landesmuseum Trier arbeitet. Er hofft, dass die Sanierungsarbeiten im Herbst abgeschlossen sind.

Zum einen sollen die Schutzhütten modernisiert werden, um das Raumklima zu verbessern. Die GDKE will den Besuchern außerdem ein besseres Informationsangebot bieten, um auf die Bedeutung der Großvillenanlage hinzuweisen. Doch die Besucher der Villa sollen in Zukunft nicht nur auf Futter fürs Gehirn, sondern auch für den Magen treffen. Schon seit langem wird ein Gastronom gesucht, der Gäste des römischen Landguts mit Essen und Trinken versorgt und so einen weiteren Anreiz schafft, nach Fließem zu kommen. Noch im März hieß es, dass sich kein Wirt gemeldet habe, der sich in das antike Gut einmieten möchte. Inzwischen gebe es mehrere Interessenten und verschiedene Modelle. Die GDKE führe Gespräche, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.