Internet im Eifelkreis auf dem Prüfstand

Weil ein Großteil der Gemeinden im Eifelkreis Bitburg-Prüm nur unzureichend oder überhaupt nicht mit schnellen Internetzugängen ausgestattet ist, soll nun eine Bestandsaufnahme mit Lösungsvorschlägen in Auftrag gegeben werden. Bis zu 50 000 Euro will der Kreis dafür investieren.

Bitburg. Jeder, der aus technischen Gründen auf der Datenautobahn nur im ersten Gang und mit angezogener Handbremse unterwegs ist, dabei vor dem Bildschirm langsam verwest und sich ein Lenkrad wünscht, in das er aus Frust reinbeißen kann, hat zumindest einen Trost: Vielen anderen geht es genau so. Vor allem im ländlichen Raum, wo sich die Telekom aus einer flächendeckenden Breitband-Internetversorgung längst verabschiedet hat. Das gilt auch für den Eifelkreis, wo nach einer ersten Schätzung der Kreisverwaltung rund 100 Gemeinden nur unzureichend versorgt sind. Zwar ist in jedem Haushalt mit Telefonanschluss grundsätzlich auch ein Internetzugang vorhanden, doch der Breitbandzugang (DSL) ist vielerorts nur teilweise oder überhaupt nicht verfügbar. Und diejenigen, die den begehrten digitalen Teilnehmeranschluss haben, müssen sich oft mit der schwächsten DSL-Übertragungsrate zufrieden geben.

Um das zu ändern, hat der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag die Erstellung einer Machbarkeitsstudie einstimmig genehmigt. In Absprache mit dem Wirtschaftsministerium in Mainz soll dabei in einem ersten Schritt ein Fachbüro mit einer Bestandsaufnahme beauftragt werden. Ziel ist es dabei, den Gemeinden bedarfsgerechte und kostengünstige Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und diese bei der Umsetzung dieser Lösungen qualifiziert zu beraten.

Bei rund 2000 Euro Kosten, die für jede der geschätzten 100 betroffenen Gemeinden entstehen, ergibt sich somit eine Gesamtinvestition von 200 000 Euro, die nach Auskunft der Kreisverwaltung zu 90 Prozent vom Land übernommen wird. Die restlichen 20 000 Euro trägt der Kreis.

Zudem beinhaltet die Zustimmung des Kreistags weitere 30 000 Euro, die dort zum Einsatz kommen sollen, wo mit einer Landesförderung nicht zu rechnen ist. Wie der zuständige Amtsleiter Rainer Wirtz erklärt, bezuschusse das Land nämlich nur für jene Gemeinden, in denen die derzeitige Internetübertragungsrate bei unter zwei Megabit pro Sekunde liegt (siehe Extra). "Wir wollen aber alle Gemeinden untersuchen, die sich daran beteiligen möchten", sagt Wirtz. Und dass zwei Megabit pro Sekunde kein Luxus sind, zeigt der Vergleich zu Bitburg, wo Internetnutzer bereits jetzt mit 16 Megabit und damit acht Mal so schnell unterwegs sind.

Extra Übertragungsrate: Entscheidend für die Geschwindigkeit im Internet ist die Datenübertragungsrate. Diese liegt bei einem normalen analogen Telefonanschluss bei maximal 56 Kilobit pro Sekunde und bei ISDN bei maximal 128 Kilobit pro Sekunde. Die Übertragungsrate bei DSL-Breitbandanschlüssen liegt je nach technischer Voraussetzung zwischen 384 und 50 000 Kilobit (50 Megabit) pro Sekunde, wobei die hohen Geschwindigkeiten bundesweit derzeit nur in den großen Ballungszentren verfügbar sind. Wer also auf dem Land lebt, kein DSL hat, braucht für das Runterladen einer großen Datei aus dem Internet unter Umständen mehr als 700 mal so lang wie ein Internetnutzer in Berlin. Der eine wartet dann zum Beispiel länger als eine halbe Stunde, der andere auf die gleiche Datei weniger als drei Sekunden. (uhe)