Internethandel und der Einzelhandel in Bitburg

Lesermeinung : Menschen, die alles im Internet bestellen, machen die Innenstädte kaputt

Streit um Parkplätze in Bitburg

Zur Diskussion um die Parkplätze in der Bitburger Innenstadt und dem Leserbrief dazu von Regina Delattre (TV vom 4./5. Mai) schreibt dieser Leser:

Seit vielen Jahren führen meine Frau und ich ein Einzelhandelsgeschäft für Farben und Tapeten in der Bitburger Innenstadt. Zum Glück liegt unser Geschäft nicht in der Fußgängerzone sondern nur an deren Rand. Wir sind mit dem Auto erreichbar und verfügen über genügend Parkmöglichkeiten. So ein 15-Liter-Eimer kann schon mal bis zu 27 Kilogramm wiegen und den möchte wohl niemand kilometerweit zum nächsten Parkplatz schleppen. Genügend Parkraum ist für uns daher überlebenswichtig.

Nun schreibt Regina Delattre in ihrem Leserbrief, dass sie lieber im Internet bestellt als in durch Autolawinen zugestellten Innenstädten. Das kann ja wohl nur Ironie sein. Wer verstopft denn Innenstädte und Autobahnen? Indirekt sind es Leute, die vieles oder alles im Internet bestellen. Paketzusteller sind überlastet durch Auslieferungen und Retouren, man bestellt etwas mehr, wenn es nicht gefällt oder passt, geht es eben zurück.

800 000 Retouren täglich (!) soll es nach einem TV-Bericht allein in Deutschland geben. Was für eine Verschwendung an Ressourcen wie Zeit, Kraftstoff und Verpackung.

Internethändler wie Amazon reiben sich die Hände ob ihres steigenden Reibachs und die Innenstädte bluten aus. Schließen die Geschäfte, fällt auch die für die Gemeinden wichtige Gewerbesteuer weg.

Wovon sollen dann beispielsweise Kindergärten, Schulen, Sportstätten und vieles mehr finanziert werden? Amazon, mit Sitz im Ausland, trägt dazu nichts bei!

Wer berät denn kompetent Kunden, auf Wunsch auch vor Ort, wenn es etwa um die Sanierung der Fassade eines Hauses geht? Amazon etwa? Nein, das machen Fachhändler wie wir – obwohl – von Beratung alleine können wir auch nicht leben, erwerben sollte man die benötigten Dinge dann schon vor Ort, nicht im Internet, sonst nenne ich so etwas Beratungsdiebstahl.

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