Irreler Hallenbad bleibt vorerst geschlossen

Irreler Hallenbad bleibt vorerst geschlossen

Hiobsbotschaft für die Verbandsgemeinde (VG) Irrel: Das Hallenbad neben dem Schulzentrum in Irrel bleibt bis auf weiteres geschlossen. Ein Statiker hat die Deckenkonstruktion bemängelt - damit kommen auf die VG Kosten im fünfstelligen Bereich zu. Wenn denn der VG-Rat einer Sanierung überhaupt zustimmt.

Irrel. Ein Blick durch die Glasscheiben offenbart ein trostloses Bild: Das 25-Meter-Becken ist verwaist, das Wasser abgelassen. "Gesperrt"-Schilder stehen auf den vier Startblöcken. Ein orangefarbener Schlauch schlängelt sich verloren um den Beckenrand. Es ist ein Bild, das sich vermutlich so bald nicht ändern wird: Denn das Irreler Hallenbad direkt neben der Grund- und Realschule plus bleibt bis auf weiteres geschlossen, wie auch ein Hinweisschild an der Eingangstür verkündet.
Dabei sollten das 37 Jahre alte Bad sowie das angeschlossene Solarium und die Sauna eigentlich nur - wie in den Sommerferien üblich - grundgereinigt werden und zum Schulstart am kommenden Montag wieder öffnen. Doch nur für die Freunde des Solariums und der Sauna geht es weiter, die Schwimmer müssen erst einmal draußen bleiben. Der Grund: Ein Statiker hat dem Bad jüngst einen Besuch abgestattet und gravierende Sicherheitsmängel an der Deckenkonstruktion festgestellt. "Materialermüdung", nennt Moritz Petry, Bürgermeister der VG Irrel, das: "Wir können nicht riskieren, das Bad zu öffnen."
Eine Hiobsbotschaft nicht nur für die VG, die das Bad betreibt, sondern auch für die vielen Schulen, Vereine und Freizeitsportler, die das Hallenbad nutzen: Allein der Blick auf den Belegungsplan zeigt, dass viele nun umdisponieren müssen - sei es die Grund- und Realschule plus Irrel, die Grundschulen Wolsfeld, Bettingen und Rosport, die DLRG Echternacherbrück sowie Trier-Zewen oder der Tauchclub Berdorf. "Das ist schon äußerst schwierig", räumt Petry ein - vor allem, da in der jüngsten Vergangenheit auch das Cascade-Bad in Bitburg schon Vereine mangels freier Beckenzeiten ablehnen musste. Während die DLRG in der Sommerzeit noch in das Freibad in Echternacherbrück ausweichen kann, ist bei den Schulen, von denen der VG-Chef viele aufgrund der Ferienzeit noch gar nicht informieren konnte, daher völlig unklar, ob sie überhaupt eine Ausweichmöglichkeit finden.
Zumal überhaupt nicht feststeht, wann das Irreler Hallenbad wieder öffnen kann: Der VG-Rat muss entscheiden, ob die VG die außerplanmäßige Investition überhaupt tätigen soll. Und dass die Ratsmitglieder den wie Petry vermutet "größeren fünfstelligen Betrag" so einfach durchwinken, ist keineswegs sicher: Schließlich muss die VG ohnehin schon jährlich rund 230 000 Euro dem Bad zuschießen. Viel Geld für eine VG, deren Schuldenstand im Bereich der Liquiditätskredite sich am Ende des Jahres auf mehr als 7,7 Millionen Euro belaufen wird. Am Dienstag will Petry mit den Beigeordneten und Fraktionssprechern das Gespräch suchen, noch im August soll der VG-Rat zusammenkommen. Selbst wenn dieser grünes Licht für die Deckensanierung geben sollte: Bis sich die Schwimmer wieder von den Irreler Startblöcken stürzen können, dauert es voraussichtlich mindestens bis zum November.Meinung

Schwere Entscheidung
Es ist wohl kaum anzunehmen, dass die Mitglieder des Irreler VG-Rats die Sanierung des Bads ablehnen werden. Zu unpopulär wäre eine solche Entscheidung: Nicht nur die DLRG Echternacherbrück mit ihren 470 Mitgliedern würde Sturm laufen, sondern auch Schulen und Eltern: Die nächsten Bäder sind weit weg, außerdem schon rappelvoll - wo sonst sollen die Kinder schwimmen lernen? Nichtsdestotrotz ist es keine leichte Entscheidung: Denn bei den Mängeln an der Decke wird es vermutlich nicht bleiben. Das Bad ist alt - vieles darin, etwa das Heizsystem, auch. Es werden weitere kostspielige Reparaturen auf die VG zukommen. Wie sie das finanziell stemmt, ist fraglich. Oder gar nur möglich, wenn beispielsweise die Eintrittspreise - derzeit kostet etwa eine Einzelkarte 2,70 Euro - kräftig erhöht werden. n.ebner@volksfreund.de