Ja zum "Gemeinsamen Weg"

Mit einem neu gewählten Vorstand geht der Verkehrsverein Kyllburger Waldeifel in die kommenden Jahre. Seine touristischen Aufgaben ist er jedoch ab Juli 2014 los: Die Mitgliederversammlung hat dem "Gemeinsamen Weg" zugestimmt: Bis zur Fusion der beiden Verbandsgemeinden Kyllburg und Bitburg-Land soll die Tourismusarbeit auf den Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land übergehen.

Gransdorf. Dass es um die Tourismusarbeit in der Verbandsgemeinde Kyllburg in den vergangenen Jahren nicht gut bestellt war, daraus macht Willi Müller, Vorsitzender des Verkehrsvereins Kyllburger Waldeifel, bei der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins in Gransdorf kein Geheimnis: "Es ist bereits fünf nach zwölf", sagt Müller und belegt dies auch mit Zahlen: Notierte das Statistische Landesamt im Jahr 2007 noch mehr als 93 000 Übernachtungen in der VG Kyllburg, waren es 2012 - Stand Oktober - nur noch knapp mehr als 60 000.
Auch die Buchungen über die Tourist-Info in Kyllburg gingen deutlich zurück: von rund 10 000 im Jahr 2007 auf circa 5850 im vergangenen Jahr.
Eine Erklärung für die sinkenden Zahlen ist schnell gefunden: Seit dem Tourismus-Streit, der im Jahr 2008 begann, wird die Fremdenverkehrsarbeit in der Kyllburger Waldeifel lediglich ehrenamtlich vom Verkehrsverein wahrgenommen (der TV berichtete). Das ursprüngliche Ziel des Vereins, die Fremdenverkehrsförderung mit der entsprechenden finanziellen Unterstützung durch die 21 Ortsgemeinden und die VG für die Waldeifel zu übernehmen, hatte der Verein nicht erreicht. "Nur mit geringfügig Beschäftigten und einem Ehrenamtler konnte und kann man den Tourismus in der Waldeifel nicht fördern", sagt Müller.
In Zukunft wird der Verein dies auch gar nicht mehr müssen: Die Verbandsgemeinden Kyllburg und Bitburg-Land fusionieren zum 1. Juli 2014, ab dann soll der Zweckverband Feriengebiet Bitburger und Speicherer Land auch die Kyllburger Waldeifel touristisch mitbetreuen (der TV berichtete).
Der Verein wird sich stattdessen wohl weiter zu einem Betrieb gewerblicher Art wandeln, zu dem er sich aufgrund des Betriebs der Post- und Lotto-Annahmestelle in Kyllburg ohnehin schon entwickelt hat. Müller empfiehlt den anwesenden Mitgliedern dennoch im Namen des Vorstands, dem geplanten "Gemeinsamen Weg" mit dem Zweckverband in Bitburg (siehe Hintergrund) zuzustimmen: "Wir können uns einer Zusammenarbeit nicht verschließen und wir sollten den ,Gemeinsamen Weg‘ schon heute und nicht erst zum 1. Juli 2014 gehen!" Eine Aufforderung an die Mitglieder, die die beiden ebenfalls bei der Versammlung anwesenden Bürgermeister Rainer Wirtz (Kyllburg) und Josef Junk (Bitburg-Land) ebenfalls Nachdruck verleihen. "Die Fusion kommt und wir sollten jetzt anfangen, uns kennenzulernen und gut zusammenzuarbeiten", bekräftigt Junk, während sein Kollege Wirtz betont: "Schauen Sie nicht zurück, sondern blicken Sie optimistisch nach vorne."
Appelle, die Wirkung zeigen: Einstimmig votiert die Mitgliederversammlung dafür, dass der Verkehrsverein sich auf den "Gemeinsamen Weg" der beiden Verbandsgemeinden macht.nebExtra

Unter dem Titel "Gemeinsamer Weg" haben die Leiterin der Bitburger Tourist-Info Maria Arvanitis sowie Kyllburgs Verkehrsvereinsvorsitzende Willi Müller einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der bis zur Fusion der beiden Verbandsgemeinden umgesetzt werden soll. So ist unter anderem geplant, gemeinsame Imagebroschüren, Gäste- und Gastronomieführer, Unterkunftsverzeichnisse, Flyer sowie Radwegekarten aufzulegen, die Internetseiten zusammenzulegen und die Reservierungssysteme anzupassen. Dafür wird Müller, der gleichzeitig Angestellter in der VG-Verwaltung ist, ab April zu 40 Prozent in der kommunalen Tourismusförderung eingesetzt, zudem stellt die VG Kyllburg dem Verein in diesem Jahr einen Zuschuss von 16 600 Euro (2014: 8300 Euro) zur Verfügung. nebExtra

Der neue Vorstand des derzeit 36 Mitglieder zählenden Verkehrsvereins fällt kleiner aus als der vorhergegangene: Die Mitgliederversammlung hat in Gransdorf eine Satzungsänderung beschlossen. Es gibt künftig keinen Geschäftsführer mehr, da dessen Aufgaben vom Verkehrsvereinsvorsitzenden übernommen werden. Zudem ist der Bürgermeister der VG Kyllburg kein geborenes Mitglied mehr im Vorstand, da die VG selbst nicht Mitglied im Verkehrsverein ist. Auch gibt es kein eigens als Vertreter der Ortsgemeinden gewähltes Vorstandsmitglied mehr. Bei jeweils einer Gegenstimme wurden Willi Müller als erster Vorsitzender und Erwin Kapeller als zweiter Vorsitzender wiedergewählt. Zu den vier Beisitzern wurden Birgit Näckel, Bettina Grün, Peter Rob und Peter Schwickerath einstimmig gewählt. neb