Ja zum Klimakonzept stimmt Klimaschutz-Konzept zu

Ja zum Klimakonzept stimmt Klimaschutz-Konzept zu

Gegen Klimaschutz hat der Bitburger Stadtrat nichts. Mehrheitlich hat er dem Konzept der Energieagentur Trier zugestimmt. Doch die Bedenken, welchen konkreten Nutzen das für Bitburg hat, hat auch Agentur-Chef Achim Hill nicht ausräumen können.

Bitburg. Die Idee überzeugte den Bitburger Stadtrat: "Würde die Region Trier mehr Strom und Wärme selber produzieren und könnte darauf verzichten, das zuzukaufen, bliebe eine knappe Milliarde Euro in der Wertschöpfungskette der Region", sagte Achim Hill, Geschäftsführer der Energieagentur Trier, in der Sitzung des Gremiums. In der Region Trier werden rund 450 Millionen Euro für Strom und knapp 400 Millionen Euro für Wärme ausgegeben. Das müsste nicht sein. Hauptziel des Klimaschutz-Konzepts ist es, dass in der Region Trier bis zum Jahr 2050 mehr regenerative Energie produziert als verbraucht wird. Hill war einer Einladung nach Bitburg gefolgt, weil es bei der Debatte zum Klimaschutz-Konzept seiner Agentur im Mai so viele offene Fragen gab, dass ein Beschluss dazu nach einer hitzigen Debatte vertagt wurde (der TV berichtete).
Auch wenn die Diskussion diesmal nüchtern und sachlich verlief, waren nicht alle Ratsmitglieder restlos überzeugt, wie der Weg zum großen Ziel einer energieautarken Region aussehen soll. Die Strategie des Klimaschutz-Konzepts baut auf Energie-Einsparung etwa durch Gebäudesanierung oder sparsamere Straßenbeleuchtung, Effizienzsteigerung durch Modernisierung vorhandener Windparks mit leistungsfähigeren Windrädern und dem weiteren Ausbau der Produktion regenerativer Energien. Konkrete Projekte, die Bitburg umsetzen müsste, gibt es nicht.
"Eine Zustimmung darf nicht dazu führen, dass wir in unkontrollierten Aktionismus verfallen. Alles, was wir angehen, muss auch wirtschaftlich darstellbar sein", forderte Ingolf Bermes (CDU). Während es die CDU gut fand, dass mit einer Zustimmung zum Klimaschutz-Konzept keinerlei Verpflichtung einhergeht, krankt für Rudolf Rinnen (Liste Streit) genau daran die ganze Geschichte: "Brauchen wir wirklich ein Konzept, das nur auf dem Papier existiert", fragte er rhetorisch. SPD, FBL und Grüne schätzen hingegen die Aussicht, dass sich die Stadt kostenlos von der Agentur beraten lassen kann - etwa bei der Ausschreibung für Gebäudesanierungen. Am Ende wurde das Konzept bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme von der Liste Streit mehrheitlich beschlossen.Meinung

Nur abnicken wäre zu wenig
Dass der Bitburger Stadtrat den Sinn und Nutzen einer Energieagentur sowie ihres zwar schönen, aber schwer umsetzbaren Klimaschutz-Konzepts hinterfragt, war richtig. Tatsächlich darf man gespannt sein, wie eine Agentur, deren Arbeit zunächst drei Jahre gefördert wird, das große, für 2050 angepeilte Ziel einer energieautarken Region voranbringen will. Ebenso spannend wird die Frage sein, welchen konkreten Nutzen diese Agentur und ihre Berater der Stadt Bitburg bringen. Eine kritische Bilanz der Arbeit, in der eine Million Euro Fördermittel und Sponsorengeld stecken, ist wichtig. Eine Idee nur abzunicken, weil sie eine Kommune selbst nichts kostet, wäre zu wenig. Da geht Bitburg mit gutem Beispiel voran. d.schommer@volksfreund.de

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