Jagdunfall: Mann schießt in Lützkampen auf Pferd

Kostenpflichtiger Inhalt: Er hat das Tier womöglich mit einem Wildschwein verwechselt : Jagdunfall: Mann schießt in Lützkampen auf Pferd

Ein Jäger hat in Lützkampen ein Pferd angeschossen. Er hielt das Tier wohl für eine Wildsau. Laut Polizei und Kreisjagdmeister passieren solche Jagdunfälle äußerst selten. Ob es weitere Ermittlungen geben wird, ist noch unklar.

Ein Schuss hallt am 27. September durch den Wald. Und ein Tier fällt zu Boden. Das allein ist in Lützkampen (VG Arzfeld) nichts Ungewöhnliches. In der Gegend wird gejagt. Allerdings war es diesmal kein Wild, das dem Waidmann unter die Flinte kam, sondern ein Pferd.

Der TV erfährt durch einen anonymen Zeugenhinweis von diesem Vorfall. Nach Angaben des Informanten musste der Kaltblüter nach dem Treffer eingeschläfert werden.

Der Prümer Polizeichef Georg Bührmann kann das nicht bestätigen: „Es war nach dem Vorfall unklar, ob das Tier überleben wird.“ Wie die Sache ausgegangen ist, ist nicht herauszufinden. Dass sich etwas Vergleichbares an besagtem Wochenende zugetragen hat, stellt der Dienststellenleiter aber nicht in Abrede. Laut Bührmann ist wohl folgendes passiert: Ein Jäger legt sich am Freitagabend nahe der Pferdekoppel auf die Lauer. Er ist nicht zum ersten Mal einer Einladung des Lützkampener Jagdpächters gefolgt. „Der Mann ist häufiger zu Besuch“, sagt Bührmann: „Laut dem Pächter ist er eine sehr zuverlässige Person.“ An diesem Tag aber passiert ihm ein entscheidender Fehler.

Gegen 20.30 Uhr entdeckt er etwas im hohen Gras. Er hält das Tier, das er da erspäht, für ein Wildschwein. Und drückt ab. „Entweder der Mann hat das Pferd mit einem Wildschwein verwechselt“, sagt Bührmann: „Oder der Schuss hat sein Ziel verfehlt, ist irgendwo abgeprallt und dann Richtung Koppel geflogen.“

Dass der Jäger absichtlich auf das Tier gezielt hat, hält der Polizeichef für unwahrscheinlich: „Wir gehen davon aus, dass es ein Versehen war.“ Eine Verwechslung hält Kreisjagdmeister Gerd Grebener allerdings für fast ausgeschlossen: „Ein Pferd und ein Wildschwein kann man doch unterscheiden.“

Es sei denn, erklärt der Fließemer, die Lichtverhältnisse wären am Abend oder in der Dämmerung so schlecht gewesen, dass der Jäger ohnehin seine Sachen hätte packen müssen. „Wir machen das in der Ausbildung immer wieder deutlich: Geschossen werden, darf nur, wenn man das Tier ansprechen kann, also genau weiß, auf was man zielt“, sagt Grebener. Was genau in Lützkampen geschehen sei, könne er aber nicht beurteilen.

Die Polizei hat den Vorfall sowohl an die Staatsanwaltschaft Trier, als auch an die untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm weitergeleitet. Wenn die Strafverfolgung einen Anlass zu Ermittlungen sieht, werde der Sache möglicherweise weiter nachgegangen, sagt Bührmann.

Der Besitzer des Pferdes kann außerdem ein zivilrechtliches Verfahren gegen den Jäger führen. Sollte das Tier tatsächlich gestorben sein, wird Schadenersatz fällig  – in nicht unerheblicher Höhe.  Denn Kaltblüter sind nicht gerade günstig.

Auf Online-Markplätzen werden sie, je nach Alter, Züchtung und Körperbau, für mehrere Tausend Euro gehandelt.

In jedem Fall sei die Geschichte ungewöhnlich, sagen sowohl Grebener, als auch Bührmann. „Seit ich in Prüm arbeite, ist so etwas meines Wissens nicht vorgekommen“, erklärt der Dienststellenleiter.

Der Kreisjagdmeister gibt ihm Recht: „So etwas passiert nur sehr, sehr selten. Unter zwei Millionen Abschüssen in Deutschland kommt es vielleicht zu einem Fehlschuss.“

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