Jahrzehntelanger Einsatz

Seit 1969, dem Jahr der Mondlandung, ist Nikolaus Arens der Ortsbürgermeister der kleinen Gemeinde Harspelt. Vom Gemeinderat ist der 68-Jährige jetzt für weitere fünf Jahre gewählt worden.

 Nikolaus Arens (rechts) mit seiner Frau Marianne (links) und Bürgermeister Patrick Schnieder (Mitte). TV-Foto: Christian Brunker

Nikolaus Arens (rechts) mit seiner Frau Marianne (links) und Bürgermeister Patrick Schnieder (Mitte). TV-Foto: Christian Brunker

Harspelt. "Damals war ich mit 28 der Jüngste im Gemeinderat", erinnert sich Nikolaus Arens. Die Ratsmitglieder saßen zusammen und waren auf der Suche nach einem Nachfolger für den ausscheidenden Vorgänger Matthias Heinz. "Da habe ich mich überreden lassen und dachte mir: ,Gut, dann machst du eine Periode'", erzählt der 68-Jährige. "Doch es wurden immer mehr, mittlerweile bin ich der Älteste im Rat" - und damit seit 40 Jahren im Amt als Ortsbürgermeister. "Jetzt geht das besser, seit ich in Rente bin und nur noch ab und zu bei meinem Schwiegersohn aushelfe", sagt Arens. Nur zehn Ortsbürgermeister in Rheinland-Pfalz sind länger im Amt. Doch noch ist nicht Schluss. In seiner konstituierenden Sitzung hat der Gemeinderat Arens auch für die nächsten fünf Jahre im Amt bestätigt. Für sein großes Engagement ehrte Patrick Schnieder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, den Jubilar. Allerdings hatte der VG-Chef dabei ein kleines Problem: "Wir haben dir seitens der Verbandsgemeinde schon alles an Wappentellern verliehen, die es gibt", sagte Schnieder. Doch ganz mit leeren Händen kam er natürlich nicht. Im Gepäck hatte er die Glückwünsche von Ministerpräsident Kurt Beck, Innenminister Karl Peter Bruch und dem Gemeinde- und Städtebund - und eine große Flasche Wein. Spaß gemacht hat Arens die Arbeit aber immer. "Sonst hätte ich es nicht so lange gemacht", sagt Arens. Besonders das gute Verhältnis im Gemeinderat und auch im Verbandsgemeinderat - dem Arens 30 Jahre lang angehörte - habe ihn immer wieder bestätigt, sich auch weiterhin zu engagieren. Auch wenn es nicht immer einfach war.

Die größte Herausforderung seiner Amtszeit war 2002, als der Ort an das Kanalnetz angeschlossen wurde und in diesem Zuge auch die Wasserleitungen und Gemeindestraßen erneuert wurden. "Das war teuer und musste über Beiträge der Einwohner finanziert werden - und niemand zahlt ja gern", sagt Arens. Aber man habe es trotzdem gut hinbekommen, ohne dass es größeren Ärger gab. Denn große finanzielle Spielräume hatte die Gemeinde nie, so Arens. "Wir haben dennoch immer versucht, aus dem Machbaren das Möglichste herauszuholen."

Kann man sich nach 40 Jahren im Amt eigentlich ein Leben ohne die zahlreichen Aufgaben und die Verantwortung vorstellen? "Ja, schon. Man muss ja auch loslassen können."

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