Jakobskreuzkraut: eine gelbe Gefahr?

Bitburg. (red) In den letzten Jahren ist eine starke Zunahme des sehr giftigen Jakobskreuzkrautes zu beobachten. Zurzeit stehen an Straßenrändern, Böschungen und extensiv genutzten Grünlandflächen die zahlreichen 30 bis 100 cm hohen Pflanzen mit 15 bis 20 mm breiten goldgelben Zungenblüten, die sofort ins Auge fallen.

Leuchtend gelb blüht das Jakobkreuzkraut derzeit. Foto: privat

Meist überragen die Blütenstände den restlichen Bestand. Die Pflanzen riechen unangenehm, die fast rechtwinklig abstehenden Blätter sind zur Blütezeit schon fast vertrocknet.

Die ganze Pflanze ist stark giftig. Die Blüten weisen die höchste Konzentration an Giftstoffen (Alkaloiden) auf. Junge Pflanzen (Rosettenstadium) sind für Weidetiere am giftigsten, da sie diese zu diesem Zeitpunkt gerne fressen. Größere Pflanzen, ab dem Schosserstadium, meiden Weidetiere, da die Pflanzen einen abschreckenden Geruch verbreiten und harte Stängel haben. Durch Heu und Silagebereitung geht der abschreckende Geruch verloren, die Giftigkeit bleibt jedoch erhalten, die Pflanzen werden von Pferden und Rindern in diesem Zustand wieder gern gefressen. Am empfindlichsten auf die Giftstoffe reagieren Pferde, gefolgt von Rindern; Schafe und Ziegen reagieren weniger empfindlich. Die Vergiftungs-Symptome sind vielfältig, und oft ist es schwierig, sie einer Schädigung durch Jakobskreuzkraut zuzuordnen. Schon geringe Mengen an Pflanzenmaterial können zum Tode führen. In akuten Fällen ist eine Behandlung aussichtslos und endet in der Regel mit dem Tod, auch bei chronischer Vergiftung bestehen nur geringe Heilchancen. Doch durch richtige Weidelandpflege lässt sich die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts eindämmen. Da jede Pflanze bis zu 3000 Samen bilden kann und diese mittels Flugapparaten mit dem Wind weit verbreitet werden, muss das Abblühen und Aussamen unbedingt verhindert werden. Auf Grünland sind Einzelpflanzen auszureißen oder zu mähen und zu entfernen. An Wegrändern und Böschungen sollten vorhandene Blütenbestände ebenfalls entfernt werden. Zur Vorbeugung gehört auch das Fördern einer dichten Narbe und Vermeiden von Trittschäden sowie eine an den Entzug angepasste Düngung. Nur durch eine konsequente Verhinderung der Ausbreitung kann ein noch stärkerer Besatz auf zahlreichen Flächen in Zukunft verhindert werden. Nähere Auskunft erteilt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel, Gruppe Grünland.