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Jede Probe ist wie ein Fitnesstraining

Jede Probe ist wie ein Fitnesstraining

Seit 50 Jahren ist auf den Basilikachor Verlass. Kein hohes Kirchenfest vergeht, ohne dass die Sänger den Gottesdienst in der Basilika begleiten. Am morgigen Cäcilienfest, 22. November, feiern die Sänger ihren Gründungstag.

Prüm. Vierzig Stimmen, ein Klangkörper und fünfzig Jahre Kontinuität - so ließe sich der Basilikachor der St. Salvator in wenigen Worten charakterisieren. Ein halbes Jahrhundert begleitet das Ensemble schon die Gottesdienste an hohen kirchlichen Festtagen in der Prümer Basilika. Der Chor tritt auf Gemeindefesten auf und ist für viele Eifeler mit seinem traditionellen Konzert am zweiten Adventssonntag eine feste Größe in der Vorweihnachtszeit. Am morgigen Samstag, 22. November, feiert der Basilikachor am Namenstag der heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenchöre, sein 50-jähriges Bestehen (siehe Extra).
"Das wird kein Jubiläumskonzert", betont Chorleiter und Regionalkantor Christoph Schömig. Vielmehr begleite man wie schon seit einem halben Jahrhundert den Gottesdienst zum Cäcilienfest und treffe sich anschließend zu einer kleinen Geburtstagsfeier. Konzerte im eigentlichen Sinne seien für den Chor - sehe man vom Adventskonzert ab - auch eher eine Ausnahme: "Der Basilikachor gestaltet an den hohen kirchlichen Feiertagen die Gottesdienste mit, also beispielsweise zu Weihnachten, Pfingsten, Ostern oder Allerheiligen." Hinzu kämen verschiedene Auftritte bei Pfarrveranstaltungen. "Grob geschätzt kommt der Chor so im Schnitt auf 15 Auftritte pro Jahr - mitunter auch mehr." Verglichen mit einem weltlichen Chor, der vielleicht zweimal im Quartal auftrete, sei das schon eine recht hohe Belastung und auch eine Verantwortung für die Sänger.

45 Minuten zum Aufwärmen


Seit zwölf Jahren steht Beate Heck dem Basilikachor als Vorsitzende zur Seite. Sie betont: "Ja, wir sind schon oft im Einsatz, wer aber in einem Kirchenchor singt, der weiß, was auf ihn zukommt, und macht es dann aber auch gerne."
Wie jeder Chor habe man in den letzten Jahren immer wieder mit dem Thema Nachwuchsmangel zu tun gehabt, sagt Schömig. "Natürlich ist das auch ein Problem des demografischen Wandels. Aktuell sind wir aber dank einiger Neuzugänge ganz gut aufgestellt."
Der Regionalkantor schätzt die Arbeitsbereitschaft und die langjährige Erfahrung seiner Musiker. "Gerade für einen Kirchenchor, der recht häufig, passend zum Verlauf des Kirchenjahrs, neue Stücke einstudiert, ist das ein großer Vorteil. Mit 20 Jahren Chorerfahrung gehen die Sänger einfach anders an eine Neueinstudierung ran", sagt Schömig.
Nicht zu unterschätzen sei übrigens die körperliche Herausforderung. Bevor es bei der zweistündigen wöchentlichen Probe ans Singen des Repertoires geht, müssen sich die Sänger für 45 Minuten in Körperspannung, Atmung sowie Stimm- und Vokalbildung üben. "Für Außenstehende sieht das Ganze wohl eher aus wie ein Fitnesstraining, nicht selten sind die Chormitglieder auch gut geschwitzt danach, für einen transparenten, gut intonierten Chorklang sind diese Übungen aber unablässig", sagt der Chorleiter. Erst dieses "Aufeinandereinspielen" bringe die einzelnen Stimmen richtig zusammen: "Nehmen Sie sich einfach mal den Vokal A und lassen ihn von verschiedenen Leuten aussprechen. Sie werden immer ein anderes A haben."
Gerade die Bereitschaft, konsequent dieses professionelle Training umzusetzen, sorgt für den guten Klang. "Und der des Basilikachors ist wirklich toll", sagt Schömig. "Viele Zuhörer sind oft enttäuscht von Chorkonzerten. Sie sind verwöhnt von Fernsehen und CD-Aufnahmen, der Basilikachor kann aber mit seinem Klang durchaus begeistern."