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Jeder Einzelhändler macht sein eigenes Ding

Jeder Einzelhändler macht sein eigenes Ding

12.30 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr oder 18 Uhr: Die Läden in Bitburgs Innenstadt schließen am Wochenende zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Ein Pilotprojekt des Gewerbevereins, das die Situation vereinheitlichen sollte, ist gescheitert.

Bitburg. Entspanntes Einkaufen - große Schilder mit diesem Slogan am Ortseingang sollen Kunden in die Geschäfte Bitburgs locken. Wann man aber zum Einkaufen herkommen soll, steht nicht darauf. Es wäre auch schwierig, all die unterschiedlichen Öffnungszeiten am Wochenende übersichtlich zu präsentieren. Von dem Versuch des Arbeitskreises Stadtmarketing (siehe Extra), samstags einheitliche Öffnungszeiten zu etablieren, ist nicht mehr viel zu sehen. Auch vor dem Hintergrund der vielen Projekte, die in Bitburg anstehen, scheinen die meisten Händler an ihrem Modell festhalten zu wollen.

Zwar nicht an jedem Tag, dafür immer bis 18 Uhr geöffnet ist das Weingeschäft Vinum von Paul Steinbach. "Ich fahre mit diesem Konzept schon seit fünf Jahren gut", erklärt der Geschäftsmann. Für ihn steht fest: "Gerade am Wochenende haben die Leute Zeit zum Einkaufen. Samstagnachmittags kommen viele hierher, die noch auf den letzten Drücker ein Geschenk brauchen oder ähnliches." Darum wird er auch weiterhin bis 18 Uhr geöffnet haben: "Das hat sich für mich einfach bewährt." Er findet es schade, dass es vor allem alteingesessene Ladenbesitzer an ihren alten Modellen festhalten.

Anders sieht das Gudrun Blatzheim vom gleichnamigen Modegeschäft: "Ich mache samstags um 16 Uhr zu. Alles andere wäre für mich völlig uninteressant." Sie habe überwiegend Stammkunden, die ihre Öffnungszeiten und das familiäre Ambiente auch kennen. "Ich betreibe mein Geschäft schon viele Jahre so, und werde das auch weiter so halten."

Auch beim Schuhhaus Braun kann man samstags bis 16 Uhr einkaufen. "Das haben wir vor einigen Jahren bei einer Versammlung des Gewerbevereins besprochen, daran halten wir uns auch", sagt Michael Braun. Der Laden werde bis 16 Uhr auch gut frequentiert. Weiter ausdehnen werde man die Öffnungszeiten aber nicht. "Für die Kunden mag das bequem sein, immer einkaufen zu können. Doch wir sind ein Familienbetrieb und stehen sowieso schon die ganze Woche bis abends im Laden."

Zu den wenigen Geschäften, die samstags bis 18 Uhr geöffnet haben, gehört das Modehaus Messerich in der Fußgängerzone. "Wir haben gemerkt, dass das bei unseren Kunden und auch den Touristen in Bitburg sehr gut angenommen wird", sagt Lars Messerich. Eine Stadt wie Bitburg müsse diesen Service in der heutigen Zeit einfach leisten. Messerich findet, dass die Kernstadt sich am Wochenende um einheitliche Öffnungszeiten bemühen sollte, um beispielsweise Familien zu locken, die genau dann Zeit haben. "Wir werden da jedenfalls keinen Schritt mehr zurück machen."Extra

Andere machen samstags gar nicht…
… oder eben besonders lange auf.

Das Pilotprojekt, samstags einheitlich bis 18 Uhr zu öffnen, sei gescheitert, erklärt Edgar Bujara, Vorsitzender des Bitburger Gewerbevereins. Bis 16 Uhr hätten jedoch viele Läden mittlerweile geöffnet. Gerade für die Zukunft sieht Bujara jedoch die Notwendigkeit von längeren Öffnungszeiten. "Inhabergeführte Läden sollen noch einmal in sich gehen und überlegen, wo sie noch Reserven haben." Man könne ja auch vielleicht Hilfskräfte einsetzen oder morgens später öffnen. Der Gewerbeverein könne aber nur appellieren. "Letztlich muss das jeder Unternehmer für sich entscheiden." slg