Jetzt darf es nur nicht mehr regnen

Daun/Gerolstein/Bitburg/Prüm · Die Bauern in der Eifel verzeichnen in diesem Jahr gute Erträge bei Futtermitteln, riesige Mengen im Obstanbau, aber eine durch Nässe geschädigte Getreideernte. Nach den guten Ernten weltweit erwarten sie nun sinkende Preise.

 Über gute bis sehr gute Ernten berichten die Landwirte, wenngleich der Sommer bisher ziemlich viel Nässe mit sich brachte. Auch diese Drescharbeiten bei Neuerburg (Wittlich) mussten eingestellt werden, weil es wieder regnete. TV-Foto: Klaus Kimmling

Über gute bis sehr gute Ernten berichten die Landwirte, wenngleich der Sommer bisher ziemlich viel Nässe mit sich brachte. Auch diese Drescharbeiten bei Neuerburg (Wittlich) mussten eingestellt werden, weil es wieder regnete. TV-Foto: Klaus Kimmling

Daun/Gerolstein/Bitburg/Prüm. In diesen Tagen stehen die Mähdrescher in der Eifel nicht still. Viele Bauern fahren die Getreideernte ein - wenn es nicht gerade wieder regnet. "Eine insgesamt ordentliche Ernte", wie Michael Horper, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Bitburg-Prüm, versichert. Die Menge sei "durchschnittlich, auf hohem Niveau", beim Mais sogar "exorbitant gut".Bauern hoffen auf gutes Wetter


Dennoch bangen die Getreidebauern um ihre Ernte. Der häufige Regen der vergangenen Wochen macht ihnen zu schaffen. Die Nässe treibt Pilze an, die die Qualität von Weizen, Roggen und Gerste noch deutlich verringern können. Bei zu starkem Pilzbefall taugt das Getreide nicht mehr als sogenanntes Brotgetreide - es kann nur noch ans Vieh verfüttert werden. Das bedeutet einen Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent, erläutert Peter Hutsch, Kreisgeschäftsführer im Bauernverband Vulkaneifel. Wenn der Pilzbefall noch schlimmer ist, kann das Getreide auch nicht mehr als Futter verwendet werden.
Dann bleibt nur noch die Nutzung in einer Biogasanlage - bei einem weiteren Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent, so Hutsch. Fazit: Die Wetterbedingungen bei der Ernte haben großen Einfluss auf die Bilanz.
"Und wenn wie dieser Tage zehn bis 15 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, dann kann die ganze Eifel nicht geerntet werden", bedauert Horper. Sein größter Wunsch: "Wir brauchen eine Woche trockenes Wetter." Während im Bitburger Raum drei viertel des Getreides geerntet sind, steht es in der Prümer Kalkmulde und im Vulkaneifelkreis noch überwiegend.
Genützt hat das feucht-warme Wetter hingegen dem Mais. Wegen des submediterranen Klimas in diesem Sommer stehe er "gut, wie seit Jahren nicht mehr", so Horper.
Auch beim Grünland stimmten Menge und Qualität - vorausgesetzt, die Bauern konnten bei trockenem Wetter schneiden, wie Hutsch ergänzt.Extra

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm werden nach den neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes 53,6 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt, das sind 78 436 Hektar. Im Schnitt bewirtschaftet jeder der 1501 landwirtschaflichen Betriebe 52 Hektar Fläche. 46,7 Prozent der Fläche sind Dauergrünland, 53,2 Prozent werden als Ackerland genutzt. Im Vulkaneifelkreis werden 42,4 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt, das sind 31 264 Hektar. Im Durchschnitt bewirtschaftet jeder der 655 Betriebe 48 Hektar. Als Dauergründland werden 70,3 Prozent der Fläche genutzt, als Ackerland 29,6 Prozent. aheuExtra

Nun erwarten die Bauern wegen der guten Erntemengen einen Druck auf die Preise. "Die Preise gehen runter, das ist Markt", sagt Horper. Schließlich seien die Ernten weltweit gut gewesen. Der Handel habe sich bereits eingedeckt mit Getreide und sei schon "gut versorgt". Bedauerlich sei, wenn regionale Abnehmer in Mühlen und Mälzereien wegen des minderwertigen Getreides nicht ausreichend beliefert werden könnten. Freuen dürfen sich hingegen die Verbraucher und Brennereien in der Eifel über die bevorstehende Obsternte: Die Bäume hängen so voll, dass die Äste zu brechen drohen. aheu

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