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Jetzt entscheiden die Eltern

Jetzt entscheiden die Eltern

Seit Anfang Dezember steht es fest: Die Grundschule Waxweiler darf nach den Sommerferien mit dem Ganztagsprogramm starten (der TV berichtete). Bei einem Elternabend am Mittwoch, 26. Januar, will das Kollegium für viele Anmeldungen werben.

Waxweiler. Nach den Sommerferien soll es endlich starten, das Ganztagsprogramm an der Grundschule Waxweiler mit ihren derzeit 96 Kindern. Das grobe Konzept steht schon lange, die Details müssten noch ausgearbeitet werden, sagt die kommissarische Schulleiterin Sandra Dhur (die seit ihrer Hochzeit im Dezember nicht mehr Bormes heißt).

Denn vieles hängt noch davon ab, wie viele Kinder für die Ganztagsschule (GTS) angemeldet werden. Mindestens 36 müssen es sein, derzeit liegen der Schule 50 noch unverbindliche Bedarfsmeldungen vor. "Wir versuchen natürlich, beim Elternabend so viele verbindliche Anmeldungen wie möglich festzumachen." Bis zum 15. März müssen diese dann der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier vorliegen. Aber: Je früher man in Waxweiler die Zahlen hat, desto eher kann auch die Detailplanung beginnen.

"Wir haben aber die Zusicherung von der Verbandsgemeinde, dass alle benötigten Räumlichkeiten geschaffen werden, sofern sie nicht vorhanden sind", sagt Sandra Dhur. Dazu gehöre auf jeden Fall eine Mensa fürs Mittagessen, hinzu kommen möglicherweise noch weitere Räume. "Ich wünsche mir einen Werkraum, einen Kunstraum, einen Leseraum und eine Bücherei", sagt die Pädagogin. "Aber das ist ja kein Wunschkonzert." Zumal nicht alle Räume (an-) gebaut werden müssten - der Computerraum sei schon da, es fehle nur noch an der Einrichtung.

Der erste VG-Beigeordnete Klaus Juchmes bestätigt, dass man der Schule zur Seite stehen werde und das Konzept "so schnell wie möglich" umsetzen wolle. Zumal man das Angebot mit dem Kindergarten vernetzen wolle: So könne mittags in der Mensa für beide Einrichtungen gekocht werden. Für Anbauten erhält der Schulträger, die VG, einen Landeszuschuss von 75 Prozent der Kosten. Außerdem stehen der Schule mit ihren aktuell fünf Lehrerinnen und einer Referendarin 50 000 Euro zur Verfügung. Sandra Dhur: "Das ist eine Pauschale, um die Dinge einzurichten und zu gestalten."

Für das Nachmittagsprogramm setzen die Schulverantwortlichen auch auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen im Dorf: Bereits jetzt stehe fest, dass Musik- und Sportverein, Karnevalisten und Rotes Kreuz mit im Boot seien, sagt Sandra Dhur. Auch einen Computerkurs möchte sie unbedingt anbieten. Man spürt, dass in der Schule alle hinter dem Ganztagsprogramm stehen. Das habe sich auch gezeigt, als die Leiterin Ende September das Konzept dem VG-Rat vorstellte: "Da war nicht nur ich zugegen, sondern das ganze Kollegium. Die meisten Schulleiter müssen zu solchen Veranstaltungen alleine fahren."

Bleibt die Frage, wann die bislang kommissarische Schulleitung in eine echte übergeht, denn dass Sandra Dhur den Posten erhält, steht mittlerweile fest: "Meine Ernennung liegt in Trier", sagt sie. Und die müsse sie sich nur noch bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abholen.

Der Elternabend beginnt am Mittwoch, 26. Januar, 20 Uhr, in der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule Waxweiler.extraWechselspiele? Spannend wird die Frage sein, wohin künftig die Kinder aus Lünebach gehen werden: Bisher besuchen etwa 20 von ihnen die Grundschule in Pronsfeld (VG Prüm). Eine GTS in der eigenen Verbandsgemeinde könnte dazu führen, dass sie wieder nach Waxweiler wechseln. "Wir sehen das gelassen", sagt der Pronsfelder Schulleiter Thomas Schuster. "Arbeitslos werden wir ohnehin nicht." Und dass die Lünebacher Kinder zu seiner Schule kämen, habe ja auch andere Gründe: Das Betreuungsangebot im Pronsfelder Kindergarten bis spätnachmittags zum Beispiel. Und dass es für viele Eltern bequemer sei, morgens auf dem Weg zur Arbeit in Prüm den Nachwuchs nach Pronsfeld zu bringen. Die demnächst schulpflichtigen Lünebacher Kinder sind jedenfalls in Waxweiler genauso willkommen: Ihre Eltern sind auch zum Informationsabend eingeladen. Über Anmeldungen würde man sich dort selbstverständlich freuen. "Aber die Eltern sind so autonom, dass sie das selber entscheiden sollen", sagt Sandra Dhur. (fpl)