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Jetzt kommt der Bagger - Speicherer Hauptschule weicht einer der landesweit größten Kindertagesstätten

Jetzt kommt der Bagger - Speicherer Hauptschule weicht einer der landesweit größten Kindertagesstätten

In Speicher haben die Arbeiten zum Abriss der ehemaligen Hauptschule begonnen. Bis Ende 2018 soll dort eine der landesweit größten Kindertagesstätten entstehen.

SPEICHER Mit roter und grüner Signalfarbe wurden Pfeile auf den Boden gesprüht. Und einige Elemente des Bauzauns sind ebenfalls rot und grün markiert. Damit die LKW-Fahrer ganz klar erkennen, wo die Zufahrt zur Baustelle ist. Es scheint, als wolle man auf den letzten Metern nichts mehr dem Zufall überlassen. Denn Zwischenfälle, die den nun anstehenden Abriss des alten Hauptschulgebäudes und den darauf folgenden Neubau einer Kita verzögern, gab es in der Vergangenheit bereits genug (der TV berichtete).
"Wir sind froh, dass es nun endlich losgeht", sagt Harald Knopp, zuständiger Fachbereichsleiter der VG Speicher. Nachdem das Schulgelände komplett durch einen Bauzaun abgetrennt wurde, laufen derzeit die vorbereitenden Maßnahmen für den eigentlichen Abriss. Im Inneren des Gebäudes wurde soweit alles entfernt, was nachher nicht im Bauschutt landen soll. Jetzt kommt der Abrissbagger. Bis zu den Sommerferien soll die ehemalige St.-Michael-Hauptschule verschwunden sein. Wenn alles läuft wie geplant, wird noch im Sommer mit dem Bau der neuen Kita begonnen. Mit elf Gruppen wird die neue Kita laut Knopp eine der größten im ganzen Land.
Bis Ende 2018 soll die Einrichtung stehen. 4,85 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. Und wie Knopp erklärt, gebe es derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass es doch teurer werden könnte. "Wir liegen noch im Budget", sagt er. Genaueres wisse man allerdings auch erst, wenn die großen Gewerke ausgeschrieben seien. In diesen Tagen legt der Abrissbagger los. Er arbeitet sich von der Schulstraße, also von der Rückseite der ehemaligen Hauptschule durch das Gebäude. Die Kosten für den Abriss trägt die Stadt Speicher allein. Was den darauf folgenden Bau der Kita betrifft, so beteiligen sich daran neben Speicher und dem Land auch noch die drei Einzugsgemeinden Beilingen, Philippsheim und Preist (siehe Infobox). Das zumindest ist der Plan oder vielmehr die Zweckvereinbarung, der bislang laut VG-Verwaltung allerdings nur die Orte Speicher, Beilingen und Philippsheim zugestimmt haben.
Der Gemeinde Preist, die gemäß dieser Zweckvereinbarung mehr als 630 000 Euro tragen muss, war die Beteiligung bislang zu teuer, weshalb in Preist bereits vor mehr als zwei Jahren nach Alternativen gesucht wurde. Eine dabei ins Auge gefasste Möglichkeit ist die, dass die Kinder aus Preist künftig nicht mehr die Kita in Speicher besuchen, sondern die in Orenhofen.
Eine andere Variante sieht den Umbau und die Erweiterung des alten Preister Schulgebäudes vor. Damit hätte Preist unmittelbar neben der Grundschule auch einen eigenen Kindergarten. Unterm Strich wäre diese Lösung zwar deutlich teurer (die erste Schätzung lag bei mehr als einer Millionen Euro), doch ist die Sanierung der alten Schule laut Gemeinde ohnehin fällig, wodurch sich die Kosten relativierten. In beiden Fällen jedoch wäre eine Änderung des Kita-Einzugsbereichs notwendig, wofür es vom Jugendhilfeausschuss des Kreises aber bereits 2015 eine Absage gab. So hat der Ausschuss darauf verwiesen, dass der in Orenhofen erst vor wenigen Jahren erweiterte Kindergarten gar nicht genug Platz habe, um die Kinder aus Preist aufzunehmen. Zudem könne eine Ausweisung eines eigenen Kita-Standortes in Preist schon aufgrund des fraglichen Weiterbestehens der dortigen Grundschule nicht befürwortet werden. Dass Preist der Zweckvereinbarung bislang noch nicht zugestimmt hat, ist für den Bau der Kita aber zunächst unerheblich.
Bei der vom Kreis genehmigten Planung der neuen Kita wurden auch die Kinder aus Preist mitberücksichtigt, die Einrichtung also entsprechend groß geplant. Und mangels Alternativen wird der Gemeinde letztlich wahrscheinlich auch nichts anderes übrig bleiben, als der Zweckvereinbarung irgendwann zuzustimmen.Extra: DIE VERTEILUNG DER KOSTEN


4,85 Millionen Euro soll der Neubau der Kita in Speicher kosten. 754 000 Euro trägt davon das Land, den Rest übernehmen die Kita-Einzugsgemeinden. Gemäß Zweckvereinbarung, bei der die Einwohnerzahlen zu einem bestimmten Stichtag zugrunde gelegt wurden, übernimmt Speicher (nach Abzug der Zuschüsse) 3,057 Millionen Euro und damit 72,56 Prozent der Kosten. Beilingen muss 320 000 Euro (8,46 Prozent) beisteuern, Philippsheim 84 000 (2,22 Prozent) und Preist knapp 635 000 Euro (16,76 Prozent).