Jetzt muss die Kita nur noch gebaut werden: Jugendhilfeausschuss genehmigt Bau in Bitburg

Jetzt muss die Kita nur noch gebaut werden: Jugendhilfeausschuss genehmigt Bau in Bitburg

Bitburg fehlt es an Kitaplätzen. Und das nicht zu knapp. Um das zu ändern, hat der Jugendhilfeausschuss des Kreises nun einer Erweiterung des städtischen Kita-Angebots zugestimmt. Die Stadt hat damit die Genehmigung, eine weitere Kita mit insgesamt neun Gruppen zu errichten. Als Standort in der Überlegung ist derzeit unter anderem das Kasernen-Areal.

56 Kindergärten gibt es im Kreisgebiet. Mit insgesamt mehr als 3500 Plätzen decken die meisten dieser Kitas den Bedarf vor Ort ab. Schließlich wurden in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro investiert. Zum einen, um den Auflagen des Brandschutzes gerecht zu werden. Zum anderen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Gemäß Kinderförderungsgesetz des Bundes haben Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, seit dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Angebot wird nicht von allen genutzt

Zwar nehmen längst nicht alle Eltern dieses Angebot in Anspruch, doch gibt es ergänzend zu dem Rechtsanspruch der Eltern eine Vorgabe für die Kommunen, wonach die Kitas den Bedarf von mindestens 35 Prozent der Unter-Dreijährigen abdecken sollen.

In den meisten Kitas wird man diesem Anspruch inzwischen gerecht. Das gilt auch für Bitburg, wo es sogar für 40 Prozent der Ein- und Zweijährigen einen Betreuungsplatz gibt. Das Problem ist nur: In Bitburg reicht das bei weitem nicht aus. Laut Kreisverwaltung gab es zum Ende des Kindergartenjahres 2014/2015 allein bei den Einjährigen 35 Plätze weniger als benötigt.

Um der Situation gerecht zu werden, hat der Kreis die Planungsquoten geändert. So sollen zukünftig in Bitburg so viel Kita-Plätze für Kleinkinder zur Verfügung stehen, dass damit 50 Prozent des Jahrgangs der Einjährigen und 90 Prozent des Jahrgangs der Zweijährigen abgedeckt werden.

Puffer für die Zukunft

Um diese Vorgabe erfüllen zu können, benötigt die Stadt acht weitere Gruppen. Und um ein wenig Puffer für die Zukunft zu haben, hat sich der Kreis in Absprache mit dem Land dazu entschieden, im Kita-Bedarfsplan für die Stadt Bitburg insgesamt neun neue Gruppe auszuweisen.

Dem hat auch der Jugendhilfeausschuss vergangene Woche einstimmig zugestimmt. Die rechtlichen Voraussetzungen sind damit erfüllt. Jetzt muss es nur noch umgesetzt werden.

"Es freut mich, dass der Jugendhilfeausschuss einen solchen Beschluss gefasst hat", meint dazu Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels. Der Hauptausschuss der Stadt werde sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag vorberatend mit dem Thema befassen, sagt Kandels.

"In Bezug auf den möglichen Standort ist eine Option, die Einrichtung mit einem Investor in der Alten Kaserne umzusetzen", ergänzt der Bürgermeister. Gleichzeitig aber würden mit Blick auf die Investitions- und Folgekosten auch Alternativen betrachtet.

Standort noch nicht geklärt

Mit welchen Kosten für die Stadt überhaupt zu rechnen ist, dazu könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, sagt Kandels, da sowohl die Standortfrage als auch die Höhe der Landeszuschüsse noch nicht geklärt seien.

Mit welcher Unterstützung seitens des Kreises zu rechnen ist, steht aber weitgehend fest. Laut Kreisverwaltung übernimmt der Kreis bis zu 20 Prozent der "zuwendungsfähigen Kosten für Anbau oder Erweiterung", wobei dieser Anteil auf maximal 65.000 Euro pro Gruppe begrenzt ist. Weitere 400 Euro gibt es für jeden Betreuungsplatz, der dabei für Kinder unter drei Jahren entsteht. Demnach würde sich der Kreis mit bis zu rund 600.000 Euro an dem Projekt beteiligen.

Ein Überbleibsel von den Amerikanern: die Spielgeräte in der Alten Kaserne. Das Gelände wäre für die neue Kita geeignet.

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