Modellflug: Jetzt stechen sie richtig in See

Modellflug : Jetzt stechen sie richtig in See

Bei der Modellwasserflugzeug-Veranstaltung „Mayday“ am Stausee Bitburg wurde eine neue Interessengemeinschaft für Modellschifffahrt gegründet.

(uhe) Beeindruckt schaut Hans Jürgen Götte, Organisator der Veranstaltung „Mayday“, der Pilatus Turbo Porter hinterher, die den See hinter sich gelassen hat und nun in die Luft steigt. Mit einem Gewicht von zwölf Kilogramm und einer Spannweite von 2,70 Meter ist es das größte Flugzeug der Veranstaltung. Entsprechend schnell ist der Akku leer. „Die Maschine kann damit einige Minuten in der Luft bleiben“, erklärt Götte, der ein wenig nervös wird, als wenig später ein Tretboot im abgegrenzten Bereich des Stausees Bitburg auftaucht.

Eigentlich wollte der gewaltige Modellflieger gerade zur Landung ansetzen. Nun aber muss er warten, bis die Familie auf dem Tretboot nach der Aufforderung durch das Mikrofon den Sperrbezirk wieder verlässt. Die Turbo Porter zieht also eine weitere Runde über den Stausee Bitburg. Dann bringt der Pilot, der auf einem kleinen Steg am Rand des Gewässers steht, mit Hilfe seiner Fernsteuerung den Wasserflieger souverän nach unten und beendet den Rundflug mit einer eleganten Landung.

„Den Steg hat uns der Zweckverband Stausee Bitburg gebaut“, sagt Götte. Der Arzt aus Bitburg ist seit vielen Jahren begeisterter RC-Modellflugzeug-Pilot. RC steht für „radio controlled“, also funkgesteuert. „Mit einer Drohne hat das aber absolut nichts zu tun“, betont Götte. „Die Drohne ist ein reines Zweckgerät, das sich auch vergleichsweise einfach bedienen lässt“, sagt er. Ein Modellflugzeug zu manövrieren sei hingegen weitaus schwieriger. Deshalb verfüge jeder Teilnehmer des Maydays auch über einen entsprechenden Kenntnisnachweis.

Es ist bereits die dritte Auflage der Modellflugveranstaltung, zu der diesmal 16 Piloten aus dem Südwesten Deutschlands mit zahlreichen Fluggeräten angereist sind. Götte freut sich nicht nur über das perfekte Wetter, sondern vor allem über den neuen Steg. Der ist zwar klein und schlicht, hat aber den Vorteil, dass die Flugzeuge nun einfacher zu Wasser gelassen werden können. Und: Der Steg darf ganzjährig genutzt werden.

„Der Zweckverband hat das genehmigt“, sagt der Mayday-Organisator und zeigt auf ein Hinweisschild, das am Stauseeufer steht. Dort sind sämtliche Voraussetzungen und Vorschriften aufgeführt, die bei der Nutzung des Sees und des Luftraums darüber zu beachten sind, um sicherzugehen, dass keiner der anderen Stauseebesucher gefährdet oder beeinträchtigt wird.

Errichtet hat dieses Schild die ebenfalls neu gegründete Interessengemeinschaft für RC-Flug- und Schiffsmodelle am Stausee Bitburg. Zukünftig dürfen am Bitburger Stausee also nicht nur Wasserflugzeuge, sondern auch Schiffe vom Dock ablegen.

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