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Jetzt wird es ernst: US-Militär gibt Kaserne an der Mötscher Straße zurück

Jetzt wird es ernst: US-Militär gibt Kaserne an der Mötscher Straße zurück

Das Gelände ist etwa so groß wie die Bitburger Innenstadt: Die Amerikaner haben einen Teil der Housing an der Mötscher Straßean die Bundesrepublik zurückgegeben. Die Stadt sucht Ideen für die Umnutzung des rund zehn Hektar großen Areals, auf dem 24, teils riesige Gebäude stehen.

Gab es Mitte der 90er Jahre rund 12.000 Amerikaner in Bitburg, sind es heute nur noch knapp 2000. Dafür wächst in Spangdahlem die Air-Base. Die neue ambulante Klinik steht (der TV berichtete) und sobald dort auch die Schulen und der Kindergarten fertig sind, werden die Amerikaner nach mehr als 60 Jahren den Standort Bitburg ganz aufgeben. Als Datum steht 2016/17 im Raum.
Die Stadt Bitburg stellt das vor die größte Konversionsaufgabe seit der Umnutzung des Flugplatzes, den das US-Militär 1994 verlassen hat. Doch still und leise ist der Startschuss für die Umnutzung des insgesamt rund 75 Hektar großen Housing-Areals bereits gefallen: Denn einen Teil des Geländes haben die Amerikaner bereits an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurückgegeben. Dabei handelt es sich um die so genannte französische Kaserne - eine Fläche von rund zehn Hektar, auf der 24 Bauwerke, vorrangig Verwaltungs- und Lagergebäude, stehen. Obgleich diese Kasernen in den 30er Jahren für die Wehrmacht gebaut worden sind, hat sich in Bitburg der Begriff "französische Kaserne" verbreitet, da die Franzosen dort bis 1985 stationiert waren.

"Es gibt Interessenten, die sich vorstellen könnten, einzelne dieser Gebäude zu nutzen", sagt Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels und berichtet, dass es bereits Begehungen gegeben haben. Für Namen sei es noch zu früh, sagt Kandels, den es zunächst mal freut, dass es überhaupt Interessenten gibt: "Von der Dimension dieser riesigen Blocks sind viele auch erstmal überwältigt." Kein Wunder: Das Gros der Gebäude hat Ausmaße von 2000 bis 6000 Quadratmeter. Nur wenige sind kleiner, einige Lagerhallen sogar noch größer. Hinzu kommt: Die Kasernen stehen unter Denkmalschutz. Abreißen und neu bauen ist deshalb an dieser Stelle keine Alternative.

Die Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Darin soll untersucht werden, in welchem Zustand die Gebäude auf dem gesamten Housing-Gelände sind und wie es um Straßen, Kanäle und Wasserleitungen bestellt ist - eine Art Bestandsaufnahme also, die auch Empfehlungen enthält, was erhaltenswert ist und was nicht, wo zusätzliche Erschließung nötig ist und welche Nutzung wo denkbar wäre. "Wir gehen davon aus, dass Ende Oktober die Ergebnisse dieser vorbereitenden Untersuchung vorliegen", sagt Kandels. Er findet, dass sich die französische Kaserne für Dienstleister sowie Bildungseinrichtungen eignen würde. "Spannend finde ich auch die Idee, dort generationsübergreifende Wohnformen zu verwirklichen", sagt Kandels. Doch zunächst müsse nun erstmal entschieden werden, ob die Stadt oder die Bima diesen Teil des großen Geländes hinter dem Zaun vermarktet - oder der Zweckverband Flugplatz das als neue Aufgabe übernimmt.