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Joachim aus Luxemburg hat vor genau 200 Jahren den Grundstein gelegt

Joachim aus Luxemburg hat vor genau 200 Jahren den Grundstein gelegt

Ein Geschäft, das aus Bitburgs Fußgängerzone nicht wegzudenken ist. Die Flora-Apotheke, die vor 200 Jahren gegründet wurde, ist genau genommen sogar älter als die Geschäftsstraße als solche. Vom 15. bis 19. August feiert der Traditionsbetrieb sein Firmenjubiläum mit einer Aktionswoche.

Bitburg. Im Mittelpunkt steht der Mensch. Wer in eine Apotheke kommt, will nicht nur einfach irgendein Medikament, sondern oft auch Rat. Und damit nimmt es Apothekerin Ilse Neumann-Kropp ernst: "Beraten kann auch mal abraten heißen", sagt die Frau, die die Flora-Apotheke in der Bitburger Innenstadt als Inhaberin führt - in der dritten Generation. Denn den Betrieb hat sie von ihrem Vater Hans Neumann übernommen, der ihn wiederum nach seinem Vater Paul Neumann weitergeführt hat. Aber dazu später mehr.
Heute ist das Geschäft anders als noch vor Jahrzehnten. Anders als im Internet kann vor Ort in einem Geschäft der Kunde persönlich beraten werden. Und wer es damit ernst meint, muss auch mal abraten - etwa von irgendwelchen obskuren Mittelchen, die Kunden zuweilen im Internet entdecken. Der persönliche Kontakt ist Ilse Neumann-Kropp wichtig. Das setzt sie mit ihrem neun-köpfigen Team um, seit sie 1997 die Geschäfte übernommen hat, nachdem sie zuvor zehn Jahre bereits in der Apotheke mitgearbeitet hatte.
Es war der Großvater der heutigen Inhaberin, Paul Neumann, der die Flora-Apotheke 1941 gekauft hatte. "Mein Großvater hatte in Mittel- und Ostdeutschland schon mehrere Apotheken, bevor er in die Eifel kam. Er hätte auch eine in Baden-Baden kaufen können, aber das war ihm zu vornehm", sagt die Geschäftsfrau lachend: "So war er eben." Und so wurde die Familie in der Eifel heimisch - und ist es bis heute.
Gegründet wurde die - noch vom preußischen Staat konzessionierte - Apotheke 1816 von Joachim aus Luxemburg. Anschließend wurde der Betrieb über mehrere Generationen von der Familie Kloster geführt, bevor schließlich Paul Neumann sie kaufte. Einzige Unterbrechung des Geschäfts seither: "Im Krieg, an Weihnachten 1944, wurde die Apotheke leider vollständig zerstört", sagt Ilse Neumann-Kropp, weshalb ihr Vater das Geschäft erst wieder ab 1957 weiterführen konnte.
So sind 200 Jahre doch Anlass genug zum Feiern: Von Montag, 15. August, bis Freitag, 19. August, ist eine Aktionswoche geplant, in der die Gäste von Venen-Messungen und Glücksrad-Spielen bis zum Kosmetiktag jeden Tag ein anderes Programm erwartet. Und die Inhaberin verspricht: "Wir werden für jeden eine kleine Überraschung bereithalten". jok