Joachim Streit und die drei Fragezeichen

Joachim Streit und die drei Fragezeichen

BITBURG. Die Wahlen im Juni werden in Bitburg gleich doppelt spannend. Bisher gibt es vier Bewerber um das Amt des Bürgermeisters. Zudem wird es einige neue Gesichter in den Fraktionen geben. Wie die Listen aussehen, wollen die Parteien und Gruppierungen aber bisher nicht verraten.

Der Posten des Bürgermeisters der Stadt Bitburg scheint ein begehrter zu sein. Knapp zwei Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist haben sich vier Kandidaten gemeldet, die Bürgermeister werden wollen. Wer neben Amtsinhaber Joachim Streit antritt, ist bisher aber noch ein wohlgehütetes Geheimnis. Ein Geheimnis sind bisher auch die Listen der Parteien und Gruppierungen. "Unsere Liste steht noch nicht", sagt beispielsweise der Bitburger CDU-Chef, Michael Ludwig. Er selbst wird nicht für den Stadtrat kandidieren. Er strebt ein Kreistagsmandat an und hat aufgrund beruflicher Verpflichtungen wenig Zeit. "Für die Liste sind wir im Gespräch mit verschiedenen Leuten", sagt Ludwig. Einen "vernünftigen Mix mit bekannten Köpfen", kündigt der Stadtverbands-Chef an. Mit einer Mischung von Neulingen und alten Stadtrats-Hasen will auch die SPD antreten, berichtet Ortsvereinschef Christian Gayoso. Bei der Vorstandssitzung der Bitburger SPD am Freitag wurde eine Liste präsentiert, über die die Mitglieder noch abstimmen müssen. Wer nun genau auf der Liste steht, möchte Gayoso noch nicht verraten. Nach TV -Informationen soll der bisherige Fraktionschef, Manfred Kürten, doch noch einmal antreten. Auch Rainer Schuch soll noch einmal dazu bereit sein, als Ortsvorsteher in Erdorf zu kandidieren.Liste Streit setzt auf bewärte Köpfe

Auf die bewährte Mannschaft will die Liste Streit zurückgreifen. "Wir wollen aber die Frauenquote höher schrauben", sagt Fraktionschef Peter Berger. Es sei aber schwer, junge Leute zu motivieren, sich kommunalpolitisch zu engagieren. Dies sei für seine Gruppierung besonders schwierig, da man nicht wie die Parteien mit Jugendorganisationen Nachwuchs rekrutieren könne. Ein großer Umbruch steht hingegen bei der FBL ins Haus. "Wir werden die Liste komplett umstellen", sagt FBL-Fraktionschef Manfred Böttel. Momentan sei man noch dabei, die Mannschaft für die Wahl aufzustellen. Einige der jetzigen Mandatsträger würden dann nur noch auf den hinteren Listenplätzen auftauchen. Ähnlich wie die übrigen Parteien und Gruppierungen wird auch die FDP ihre Liste Anfang März aufstellen. Wer für die Liberalen antritt, kann FDP-Frontfrau Marie-Luise Niewodniczanska noch nicht sagen. Sie selbst werde aber kandidieren, sagte Niewodniczanska. Ebenfalls wieder kandidieren wird wahrscheinlich auch Hubert Klein. Wie die Liste der Bündnis90/Grünen jedoch endgültig aussieht, stehe noch nicht fest, sagte Klein. Ist auch die Zusammensetzung der Listen derzeit ein gut gehütetes Geheimnis, so bekennen zwei politische Gruppierungen in der Bürgermeister-Frage klar Flagge. Fast schon eine Selbstverständlichkeit ist es, dass die Liste Streit Joachim Streit unterstützen wird. "Da gibt es kein wenn und aber", sagt Peter Berger. Schließlich sei Joachim Streit Mitglied der Liste Streit. Auch die FDP wird Streit unterstützen. "Wir stehen zum Bürgermeister", sagt Marie-Luise Niewodniczanska. "Der Bürgermeister macht seine Arbeit gut", sagt die Liberale, die schon die Auschreibung des Postens für überflüssig hält. Und noch ein Punkt spricht aus ihrer Sicht für die Wiederwahl. "Schon jetzt bezahlen wir vier Bürgermeister. Einen fünften können wir uns nicht leisten", sagt die FDP-Frau und spielt dabei auf Streits Amtsvorgänger an. Eher bedeckt halten sich die anderen Gruppierungen bei der Bürgermeister-Frage. Grüne und FBL wollen sich aus dieser Wahl heraushalten. Bei der SPD wird die Frage "erst später besprochen" (Christian Gayoso). Etwas weniger zugeknöpft gibt sich da die CDU. Das Bürgermeister-Thema sei kein politisches Thema, sagt Michael Ludwig. "Wir wollen eine Lösung, die gut für die Stadt ist." Man sei im Gespräch mit potenziellen Kandidaten. Doch auch hier gilt wie bei den Listen: Um wen es sich handelt, bleibt vorerst ein gut behütetes Geheimnis. Elfriede Graupeter von der Liste Graupeter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.