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Job Initiative Eifel in der Bitburger Stadthalle

Arbeitsmarkt : Auf der Suche nach Talenten

Viele Betriebe in der Region klagen über rückläufige Bewerberzahlen und Fachkräftemangel. Auf der Messe Job Initiative Eifel stellen sie sich noch am Freitag vor.

Schweres Geschütz haben manche der über 40 Aussteller vor der Bitburger Stadthalle aufgefahren. Eine Satellitenanlage, die normalerweise bei Auslandeinsätzen der Bundeswehr genutzt wird, und ein Einkaufswagen-Simulator stehen bereit, um die Besucher an die Stände zu locken. In der Halle gibt es Wassereis, massenweise Kugelschreiber und Informationsbroschüren. Die Unternehmen konkurrieren um die Aufmerksamkeit der größtenteils jugendlichen Gäste. Doch warum legen sich Firmen, Geschäfte und Behörden auf der Messe Job Initiative Eifel, die heute eröffnet hat und noch bis morgen weiterläuft, so ins Zeug?

„Die Bewerber laufen uns nicht mehr so einfach zu“, sagt Rudolf Engel vom Finanzamt Bitburg-Prüm. Das liege zum einen am demografischen Wandel. „Die Konkurrenz in der Region ist zudem sehr groß.“ Um trotzdem Menschen für ein duales Studium beim Finanzamt zu gewinnen, stellt sich die Behörde bei zahlreichen Messen vor.

Für die Bitburger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatergesellschaft Barz und Willems ist es dagegen das erste Mal bei der Bitburger Jobmesse. „Wir haben sonst Anzeigen geschalten, wollen jetzt aber einen anderen Weg ausprobieren“, sagt Steuerberater Sebastian Dackscheid. Gute  Auszubildende würden nicht vom Himmel fallen, und hier seien mehr als tausend potenzielle Bewerber.

Durch die Gänge zwischen den einzelnen Ständen drängeln sich Schülermassen, betrachten das Angebot und lassen sich beraten. Sowohl Abiturienten als auch Realschüler, Fachkräfte und Leute auf der Suche nach einer Weiterbildung können in der Stadthalle fündig werden – zum Beispiel bei AlphaBau. Das luxemburgische Unternehmen stellt auch Menschen aus der Grenzregion ein und sucht zudem Praktikanten. „Viele Schüler haben ganz antiquierte Vorstellungen“, sagt Geschäftsführer Andreas Weiland. Der Mechanisierungsgrad sei im Baubereich inzwischen groß, weshalb die Arbeit anspruchsvoller geworden sei. „Wir brauchen daher ausgebildete Fachkräfte.“

Nicole Leiding und Vera Kracht, die das Modehaus Messerich vertreten, haben für ihre Branche ähnliche Beobachtungen gemacht.  Viele Schüler könnten sich nicht viel unter dem Beruf Kauffrau oder -mann im Einzelhandel vorstellen. Deshalb räumen die beiden Frauen mit dem Vorurteil auf, dass es in dem Job nur darum gehe, den ganzen Tag im Laden zu stehen. Während laut Aussagen zahlreicher Standbetreiber viele Schüler nicht wüssten, was sie nach dem Abschluss machen wollen, ist sich Stefanie Grün schon ziemlich sicher: Die junge Frau möchte Krankenschwester werden. Beim Marienhaus Klinikum Eifel hat sie sich über den Beruf informiert – und prompt ein Ausbildungsangebot erhalten. „Ich werde mich auf jeden Fall bewerben.“

Auch Lukas, der in Neuerburg zur Schule geht, findet das Angebot in der Stadthalle spannend. Vor allem die Polizei hat es dem Jugendlichen angetan. „Wenn ich Abitur machen sollte, kann ich mir das danach gut vorstellen.“ Die Bitburger Polizeiinspektion freut sich über das „hohe Interesse“ der Schüler bei der inzwischen sechsten Job Initiative Eifel. Ob die Jugendlichen, die sich am Stand mit den Beamten austauschen, später tatsächlich eine Bewerbung schreiben, kann  Sprecher Wolfgang Zenner jedoch nicht nachverfolgen.

Die Messe Job Initiative Eifel ist am morgigen Freitag, 23. August,  von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Eine Liste der Aussteller, die sich in diesem Jahr präsentieren, ist im Internet unter www.eifeljobs.de zu finden.

Job Initiative Eifel in Bitburg Foto: TV/Nathalie Hartl
Job Initiative Eifel in Bitburg Foto: TV/Nathalie Hartl

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