Jugend wünscht eigenen Raum und Bolzplatz

Jugend wünscht eigenen Raum und Bolzplatz

Was macht den Eifelort Herforst (Verbandsgemeinde Speicher) für Jugendliche und Kinder interessanter? Welche Stärken und Schwächen hat die Gemeinde? Diese Fragen beleuchteten Teilnehmer eines Arbeitskreises im Rahmen der Dorferneuerung im Gemeindehaus. Was fehlt, sind ein Jugendraum und ein Bolzplatz.

Herforst. Auch wenn sich Bürgermeister Werner Pick einen größeren Teilnehmerkreis für das erste Treffen des Arbeitskreises Kinder und Jugendliche gewünscht hätte, kann sich das Ergebnis der etwa 20 Kinder und Erwachsenen, die der Einladung der Gemeinde gefolgt waren, doch sehen lassen. Groß war das Interesse an einem Bolz- und Naturspielplatz sowie einem betreuten Jugendraum. Weitere Projektideen sind eine Soccerhalle, Spielkonsolen im Jugendraum, Tanzkurse, ein rollendes Kino sowie Discoveranstaltungen im Ort.
Zunächst zeigten die Teilnehmer die Stärken und Schwächen des Ortes aus der Sicht junger Einwohner auf. So wurde bemängelt, dass die Verkehrsverbindungen schlecht seien, ein Treffpunkt für Kinder fehle, das Internet zu langsam und eine Bushaltestelle nicht überdacht sei. Zu den Stärken zählten die vielen Vereine, die Kindertagesstätte sowie die schönen Radwege.
Moderiert hat das Treffen Joachim Albrech vom Institut Tauruspro der Universität Trier, das die Dorfmoderation (Bürgerbeteiligung) in Herforst begleitet und ein Dorferneuerungskonzept für den Ort erarbeitet. Zu dessen Themen gehören eine offene Jugendarbeit außerhalb der zehn ansässigen Vereine, fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder die Entschärfung eines Gefahrenpunktes auf einer Straße.
Bürger helfen mit


Herforst wurde wegen seiner strukturellen Mängel als Investitions- und Maßnahmeschwerpunkt anerkannt und wird in den nächsten sechs Jahren mit bis zu 65 Prozent Zuschuss vom Land für den Abbau der Defizite unterstützt. Dass es die gerade in der Jugendarbeit gibt, weiß auch die 15-jährige Eva Niesen: "Im Vergleich zu anderen Dörfern haben wir keinen Jugendraum, um sich dort mal abends zu treffen. Dafür müssen wir immer in andere Orte fahren. Viel schöner wäre es doch, wenn wir das im eigenen Dorf nutzen könnten." Auch der zehnjährige Noah Mohr hat konkrete Vorschläge: "Eine Soccerhalle zum Fußballspielen wäre klasse. Der Spielplatz ist langweilig. Da sind alte und kaputte Spielgeräte. Das sollte alles moderner werden."
So wie die Kinder waren auch die anwesenden Erwachsenen sehr interessiert an einer Verbesserung der Jugendarbeit und brachten ihre Ideen ein.
Ute Faber, Mutter von zwei 17- und 15-jährigen Jugendlichen, bemerkte: "Durch den Besuch der weiterführenden Schulen haben sich meine Kinder vom Ort entfernt. Ich würde mich freuen, wenn sie sich durch diese Projekte wieder mehr im Dorf integrieren könnten."
Damit es nicht nur bei der Problemanalyse bleibt, ist für den 2. Februar 2013, 14 Uhr, ein Dorfrundgang geplant und ein weiteres Arbeitskreistreffen am 4. Februar, 17 Uhr.
Extra

Herforst ist im Programm der Dorferneuerung, das auch Schwerpunkte in die soziale Gestaltung innerhalb der Gemeinden setzt. In den Dorfmoderationen der fünf Arbeitskreise, die das Trierer Büro Tauruspro und das Büro für Städtebau und Umweltplanung Stadt-Land-plus aus Boppard veranstalten, werden Projektideen erarbeitet. Welche Projekte umgesetzt werden, liegt in der Hand der Ortsgemeinde Herforst. Der Ort hat derzeit 1275 Einwohner, davon sind 230 unter 18 Jahren. Zusätzlich leben etwa 260 amerikanische Mitbürger im Ort, die ebenfalls in die Projekte einbezogen werden sollen. Ansprechpartner sind Ortsbürgermeister Werner Pick und Joachim Albrech von Tauruspro. uku