Jugendheim Bitburg-Mötsch: Grundsätzlich schon mal dafür

Jugendheim Bitburg-Mötsch: Grundsätzlich schon mal dafür

Das Jugendheim im Bitburger Stadtteil Mötsch ist sanierungsbedürftig. Davon überzeugt hat sich nun auch der Bitburger Bauausschuss. Nur mit der Erkenntnis allein ist es nicht getan.

An der Wand hängen zwei Bilderrahmen. In einem steckt ein verblasster Aquarelldruck der Pariser Kathedrale Notre Dame und in dem anderen eine Siegerurkunde. Beide Bilderrahmen sind durch ein Netzwerk an Rissen im Putz miteinander verbunden. Es gibt in den Jugendheimen und Dorfgemeinschaftshäusern der Eifel viele trostlose Kellerräume. Ganz vorne mit dabei ist zweifelsohne das langgestreckte Kegelbahnzimmer im Keller des Mötscher Jugendheims. Im schummrigen Neonlicht kommt der Charme des hellgrünen Raums mit seiner vergilbten Decke besonders gut zur Geltung. Und die klimatischen Verhältnisse übertreffen das, was man beim Anblick dieses Raumes ohnehin schon erwartet, bei weitem: eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein extrem muffiger Geruch.

Mitten drin die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Bitburg. Die Mötscher würden gerne ihr Jugendheim sanieren und umbauen. Und weil das nicht ohne Zustimmung der städtischen Gremien möglich ist, wurde die Bauausschusssitzung ins Mötscher Jugendheim verlegt. Bevor die Sitzung beginnt, kann sich der Bauausschuss somit selbst ein Bild von der Lage machen. Begleitet von Ortsvorsteher Heiko Jakobs zieht der Ausschuss von Raum zu Raum, lässt sich dabei von Statiker Arno Boesen und Architekt Matthias Dimmer alles erklären. Danach ziehen alle in den großen Saal des Jugendheims. Dort präsentieren der Ortsvorsteher und der ebenfalls aus Mötsch stammende Architekt die Vorstellungen zum Umbau des Jugendheims. "Wir sollten nicht wieder den Fehler machen, Kosten künstlich herunterzurechnen", sagt Bürgermeister Joachim Kandels und bezieht sich damit auf die Erfahrungen, die die Stadt beim Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Stahl gemacht hat (der TV berichtete mehrfach).
Um diese "Vergleichbarkeit mit Stahl" aus dem Weg zu räumen, präsentiert Ortsvorsteher Jakobs deshalb zunächst den derzeitigen Belegungsplan des Mötscher Jugendheims. Demnach wird das Haus von montags bis donnerstags von den örtlichen Vereinen und Gruppen rege genutzt. Woran es aber hake, sei die Vermietung des Jugendheims für private Veranstaltungen. Wie Jakobs erklärt, hänge das mit der von der Stadt festgelegten Miete fest. "Für das, was wir hier bieten können, sind 300 Euro einfach zu viel", sagt der Ortsvorsteher. Derzeit werde das Jugendheim fast ausschließlich von den Vereinen genutzt, so Jakobs. Ziel sei aber, das Gebäude zu einem sozialen Treffpunkt mit Angeboten für alle Mötscher zu machen. Wie das konkret aussehen soll, zeigen die Pläne der Machbarkeitsstudie, die Architekt Dimmer erarbeitet hat. Demnach soll das Gebäude durch einen kleinen Anbau erhalten, um so einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Darüber hinaus soll das Gebäude energetisch und brandschutztechnisch saniert und im Inneren den heutigen Anforderungen angepasst werden. Dazu gehört auch ein Jugendraum im Keller. Was die Kegelbahn betrifft, so soll dieser Raum zukünftig als Lager dienen. Und auch im Außenbereich sind Veränderungen vorgesehen. Rund 1,37 Millionen Euro müssten dafür laut Kostenaufstellung investiert werden. Und wie Jakobs erklärt, bestehe die Möglichkeit, die Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung umzusetzen.

Ein Zuschuss in Höhe von 600000 Euro sei dafür bereits in Aussicht gestellt worden. Dieser Zuschuss müsse jedoch aufgrund der Höhe auf drei Förderjahre verteilt werden - was dann auch für die Umsetzung der Baumaßnahme gelte. Sowohl Bürgermeister Kandels als auch Mitglieder des Bauausschusses loben das Sanierungs- und Nutzungskonzept, das die Mötscher in Eigenleistung erstellt haben. "Wenn jede Vorlage so gut vorbereitet wäre, würden wir uns mit vielen Dingen leichter tun", meint Ausschussmitglied Jürgen Weiler, der gleichzeitig aber auch darauf verweist, dass es angesichts der hohen Investitionssumme noch viele Diskussionen in den städtischen Gremien geben werde.Irgendwie muss da Projekt schließlich finanziert werden. Zwar verfügt Mötsch über ein sogenanntes Stadtteilbudget, doch reicht dieser Betrag (für 2017 sind es 35?810 Euro) bei weitem nicht aus, um den Eigenanteil von 770?000 Euro zu stemmen.
Nichtsdestotrotz ist der Bauausschuss von dem Vorhaben überzeugt, weshalb auch einstimmig ein Grundsatzbeschluss gefasst wird. So wird die Verwaltung damit beauftragt, auf Grundlage der Mötscher Machbarkeitsstudie in den kommenden Wochen ein Konzept zu erarbeiten, über das dann der Stadtrat beraten wird. Alte Schule als Variante ebenfalls geprüft

In ihrer Machbarkeitsstudie haben die Mötscher als Alternative zum Jugendheim auch die Sanierung der alten Schule am Sportplatz untersucht. Die dafür ermittelten Kosten lägen bei 1,6 Millionen Euro und damit 200000 Euro über denen der Jugendheim-Variante. Noch teurer wäre eine weitere Variante, die ebenfalls geprüft wurde. Und zwar der Abriss des Jugendheims und der Bau eines neuen und auch etwas kleineren Gemeindezentrums. Dafür wurden Kosten von 1,8 Millionen Euro ermittelt.

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