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Jugendliche aus Biburg stellen im Haus Bsda aus, Thema Wildnis

Der Wolf, der Wald und die Schüler : Junge Leute stellen im Bitburger Haus Beda aus

Wie ein Profi-Künstler eigene Werke ausstellen: Dieser Wunsch ist für einige Schüler der St.-Matthias-Schule in Bitburg Wirklichkeit geworden. Mit ihren Werken ergänzen sie die Ausstellung „Wald.Wolf.Wildnis“ im Haus Beda. Und haben dabei erstaunliche Kreativität bewiesen.

Es ist verblüffend, wie unterschiedlich ein und dasselbe Thema interpretiert werden kann. Das ist auch bei der aktuellen Ausstellung im Haus Beda, die den Titel „Wald.Wolf.Wildnis“ trägt, nicht anders. Zahlreiche Künstler zeigen dort schon seit Monaten ihre Werke. Wenngleich auch zeitweise wegen der Corona-Auflagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Jetzt sind Besuche im Haus Beda wieder möglich. Wer sich jetzt die Ausstellung ausschaut, wird noch viel mehr Interpretationen zum Thema Wolf entdecken. Denn  Schüler der 5. bis 13. Klasse der St.-Matthias-Schule haben sich mit Begleitung ihrer Kunstlehrer Senne Simon und Christoph Barth mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Kuratorin der Ausstellung, Ute Bopp-Schumacher, habe bei der Schule angefragt, ob Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe. So hängen jetzt 52 Werke in den Foyers und den Treppenaufgängen im Haus Beda und sind dort noch bis Mitte Mai zu sehen.

Wie Senne Simon erklärt, waren die Schüler dabei völlig frei in der Wahl ihrer Materialien und der Interpretation des Themas. Daher sind die unterschiedlichsten Arbeiten entstanden. Sozusagen das Gesicht der Ausstellung ist die Schülerin Romy Faber, die sich selbst in einer Fotomontage mit Wolfelementen dargestellt hat. Eigentlich habe sie erst eine ganz andere Idee gehabt, erzählt sie. Zum Beispiel habe sie mit Fäden auf einem Stück Holz das Thema aufgreifen wollen. Das habe aber nicht geklappt, so dass sie schließlich auf die Idee einer Fotomontage kam, die im übertragenen Sinn den Wolf im Menschen darstellen soll.

Was genau die Schüler mit ihren Werken sagen möchten oder welche Fragen sie dabei aufwerfen, steht auf quadratischen Schildern neben den Bildern. Für Senne Simon war wichtig, dass die Schüler diese Schilder selber fertigen, um sich noch einmal mit ihren Bildern auseinanderzusetzen.

Das gebe auch ein Gefühl dafür, wie professionelle Künstler eine Ausstellung vorbereiten. „Es sollen keine Beschreibungen der Werke, sondern ehe Appetizer, also Appetithäppchen sein“, erklärt Simon das Konzept.

Dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren, zeigt die große Bandbreite der Schülerarbeiten. So hat ein Schüler beispielsweise vom bedruckten T-Shirt bis zum Plakat Materialien für Pro-Wolf und Anti-Wolf-Demonstrationen zusammengestellt. Eine Arbeit aus schlichter ungefärbter Pappe stellt das Thema Kindesmissbrauch in den Mittelpunkt, bei dem der Wolf stellvertretend für den Täter steht.

Wenige Meter weiter wird dagegen eine liebevolle Szene mit Welpen und Wolfsmutter dargestellt. Ein anderes Werk zeigt eine auf den ersten Blick harmlose Szene mit zwei Lämmchen. Wie Kunstlehrer Christoph Barth sagt, ist aber mit Beleuchtung der bedrohliche Blick eines Wolfes im Hintergrund zu sehen. Und wenn man genau hinsieht, kann man ihn auch ohne zusätzliche Lichtquelle entdecken.

Der Vorsitzende der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung,  Michael Dietzsch, zeigte sich erfreut über die große Resonanz bei den Schülern. Es zeige, dass die Ausstellungen im Haus Beda auch bei den Menschen ankomme. „Es bereichert die Ausstellung“, sagt er.

 Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich die Schüler wie Schülerin Romy Faber (Foto oben)  mit dem Thema der Ausstellung „Wald.Wolf.Wildnis“ auseinandergesetzt. 52 kreative Arbeiten sind jetzt im Haus Beda zu sehen.
Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich die Schüler wie Schülerin Romy Faber (Foto oben)  mit dem Thema der Ausstellung „Wald.Wolf.Wildnis“ auseinandergesetzt. 52 kreative Arbeiten sind jetzt im Haus Beda zu sehen. Foto: TV/Nora John
 Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich die Schüler der St. Matthias Schule in Bitburg mit dem Thema der Ausstellung Wald.Wolf.Wildnis auseinandergesetzt. 52 kreative Arbeiten sind jetzt im Haus Beda zu sehen.
Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich die Schüler der St. Matthias Schule in Bitburg mit dem Thema der Ausstellung Wald.Wolf.Wildnis auseinandergesetzt. 52 kreative Arbeiten sind jetzt im Haus Beda zu sehen. Foto: TV/Nora John

Die Bilder der Künstler und der Schüler sind zu den Öffnungszeiten des Hauses Beda immer dienstags bis freitags von 15 bis 18  Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 18  Uhr angeschaut werden. Montags ist das Haus Beda geschlossen.