Jugendliche kämpfen für Kyllburg
Kyllburg · Viele Städte haben mit leerstehenden Geschäften in ihren Fußgängerzonen zu kämpfen. Kyllburg ist da keine Ausnahme. Im Rahmen der Offensive gegen Leerstand machen nun Jugendliche Vorschläge, wie ihre Stadt attraktiver werden kann. Erstes Projekt: Sie wollen einen Treffpunkt für junge Leute schaffen.
Kyllburg. "Offensive gegen Leerstand", so heißt eine Initiative, die in Kyllburg für mehr Leben und weniger leerstehende Geschäfte sorgen soll. Viel ist da schon passiert, beispielsweise versucht man mit Lesungen, Ausstellungen und Kunstaktionen die Innenstadt wieder attraktiver zu gestalten. Dafür gab es auch schon einen Preis in Berlin (der TV berichtete). Aber nicht nur die Erwachsenen sorgen sich um den Ort, auch die Jugendlichen wollen sich wohler fühlen.Junge Leute mit ins Boot nehmen
Wie es zu dem Engagement der jungen Leute kam, fasst Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer zusammen: "Die Offensive gegen Leerstand soll von unten gestaltet werden und kein übergestülptes Konzept sein. Und wir waren uns einig, dass wir auch die jungen Leute mit ins Boot nehmen wollen. In einer Sitzung des Jugendparlaments haben wir schon darüber gesprochen, was den Jugendlichen auf den Nägeln brennt."
Anschließend hat die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit den Jugendlichen einen Samstag lang im Rahmen des "Tatort Leerstand" überlegt, was den Jugendlichen in Kyllburg fehlt und wie sie selbst mithelfen können, es umzusetzen.
Neun Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren waren gekommen um mitzumachen. Sie vermissen in der Stadt einen Raum, in dem sie sich treffen können, ein Kino und Proberäume, um Musik zu machen. Nachdem das klar war, machte man sich auf, um auszuprobieren, wie man aus einem leerstehenden Geschäft mit einfachen Mitteln einen Raum machen kann, in dem ein Kinoabend stattfinden könnte. Mit Kisten aus der Bäckerei, in denen normalerweise Kuchen und Brötchen transportiert werden, haben die jungen Leute sich eine Einrichtung "gebaut". Sie haben die Kisten einfach zu Sitzlandschaften, Theken und einer Tribüne gestapelt und dann mit Folie und buntem Band aufgepeppt.
Anna-Lena Eilts, 14 Jahre, sagt: "Ich finde es gut, dass wir hier was für die Jugend machen können, damit sich auch für uns was ändert."
Doch für die Jugendlichen geht es um mehr als nur einen Raum zu gestalten. Sie wollen diesen Raum auch mit Leben füllen. Etwa mit Hilfe eines Kinoabends. Sie haben eine Liste aufgestellt, was sie erledigen müssen, um einen solchen Abend möglich zu machen - angefangen von der Raumsuche bis zur finanziellen Unterstützung. Bei theoretischen Überlegungen soll es aber nicht bleiben.
Die Jugendlichen haben beschlossen, bis Anfang April einen Filmabend zu organisieren. Nächster Schritt im Rahmen der Offensive gegen Leerstand wird sein, dass auch dem Stadtrat die Ergebnisse und Wünsche, die die Jugendlichen für ihre Stadt zusammengetragen haben, in einer Sitzung vorgestellt werden.