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Jugendlicher klettert auf Autohaus Müller und Flegel und stürzt ab

Blaulicht : Schwerer Unfall in Bitburg: 15-Jähriger bricht durch Dach und verletzt sich schwer

Ein Jugendlicher ist auf das Dach des leerstehenden Bitburger Autohauses Müller und Flegel geklettert und hinab gestürzt. Ein Unfall, der Fragen aufwirft.

Es sollte ein Abenteuer werden, auf das Dach der leerstehenden Werkstatt zu steigen. Doch die Kletterpartie endete am Dienstagmittag für einen Jugendlichen im Krankenhaus. Zusammen mit einem Freund war der 15-Jährige gegen 15 Uhr auf das Nebengebäude des ehemaligen Bitburger Autohauses Müller und Flegel gestiegen.

Was sich schnell als keine gute Idee erwies. Denn als einer der Jungs stolperte, gab das Wellblech unter seinen Füßen nach. Und der Schüler stürzte rund fünf Meter in die Tiefe und verletzte sich an Rücken und Beinen.

Ob dabei Knochen zu Bruch gingen, wissen nur die Ärzte im Krankenhaus. Lebensgefährlich allerdings seien die Verletzungen wohl nicht, sagt Herbert Sonnen, Polizeihauptkommissar in Bitburg.

Der zweite Jugendliche blieb derweil unverletzt. Er habe gleich nach dem Unfall die Mutter seines Freundes verständigt, sagt Sonnen. Die habe dann wiederum den Krankenwagen gerufen. Doch nicht nur die Sanitäter, auch die Polizei, war vor Ort. Denn es werden wohl Ermittlungen folgen.

„In den leerstehenden Häusern hatten die Jugendlichen nichts verloren“, sagt der Hauptkommissar: „Und auf dem Dach schon gar nicht.“ Auf dem Privatgelände herumzulaufen, erfülle den Tatbestand des Hausfriedensbruches.

Mit einer harten Strafe für die Jugendlichen rechnet der Polizist dennoch nicht. Einerseits, weil in dem Gebäude nichts von Wert zerstört wurde. Und andererseits, weil die Jungs minderjährig sind. Die Sache sei daher ein Fall für die Jugendsachbearbeiter der Polizei.

Die wissen nach Angaben von Sonnen schon länger, dass das Autohaus, wie andere leerstehende Gebäude, ein Treffpunkt von Jugendlichen ist. Immer wieder komme es daher auch zu Vandalismus.

Das bestätigt ein Arbeiter, der am Mittwoch auf dem Gelände Scherben zusammen fegt. „Wenn wir ein Fenster reparieren“, ärgert er sich: „Dann wird am folgenden Tag das nächste eingeschlagen.“ Praktisch jede Woche komme es zu Sachbeschädigungen. Zudem hinterließen Jugendliche jede Menge Müll auf dem Grundstück.

Das ist alles nichts Neues. Viele Bitburger fordern daher, dass der verfallene Bau an der Römermauer abgerissen wird. Seit gut zehn Jahren ist das Grundstück, das sich eigentlich in einer Toplage befindet, bereits verlassen. Doch der Abbruch lässt weiter auf sich warten.

Ein ausführlicher Bericht über die Zukunft des Geländes folgt.