Julia sagt „Danke“: 22-jähriger Handballerin aus Bitburg geht es nach Stammzelltransplantation besser

Bitburg · Die gute Nachricht zuerst: Julia geht es besser. Weil sie an einer Fehlproduktion des Knochenmarks leidet, haben ihre Mitspielerinnen der Handball-Mannschaft im Bitburger Turnverein eine Typisierungsaktion organisiert – und dabei ihren größten Sieg außerhalb des Spielfeldes errungen: Für die 22-Jährige hat sich ein Spender gefunden.

Julia (vorne, Zweite von rechts) und ihre Handballmannschaft, die die schwere Zeit mit ihr durchgestanden hat.

Foto: Andrea Djifroudi

"Ich bin wieder lebendiger", sagt Julia. Die 22-jährige angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm will kein Mitleid, deshalb soll ihr Nachname hier nicht erscheinen. Sie hat ein Myelodysplastisches Syndrom (MDS), das ist eine Erkrankung des Blutbildenden Systems. Ihr Körper ist nicht in der Lage, genügend funktionstüchtige Zellen zu bilden.
Nach einer Stammzelltransplantation ist sie jetzt aber auf dem Weg der Besserung. Und sie will Danke sagen - ihrer Handball-Mannschaft, die im März eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt hat (der TV berichtete), aber auch den vielen Menschen, die sich für sie eingesetzt haben.
Rückblick: "Unsere Nummer eins braucht Deine Hilfe!" stand auf dem Plakat, mit dem die Handballerinnen des Turnvereins Bitburg zur Typisierung für Julia aufgerufen hatten. Julia brauchte dringend einen passenden Stammzellspender, damit sie ihre Krankheit besiegen kann.
Die jungen Frauen hatten dafür die Stammzellspenderdatei Stefan-Morsch-Stiftung kontaktiert. Und dann ging es los: Plakate wurden verteilt, Unterstützer gefunden. Und als am Sonntag, 1. März, die Tür zur Turnhalle der Edith-Stein-Schule geöffnet wurde, standen die ersten Menschen schon Schlange, um sich typisieren zu lassen.
Die Patientin selbst konnte nicht dabei sein, aber sie verfolgte die Aktion mit, die ihre Mannschaftskameradinnen initiiert hatten: "Ich wusste immer, dass wir eine starke Mannschaft sind. Trotzdem war ich vollkommen gerührt", sagt sie.
Als sie dann realisiert, wie viele Menschen sich dem Aufruf zur Typisierung angeschlossen haben, ist sie überwältigt. Mehr als 350 Menschen wurden bei der Aktion in nur drei Stunden zu potenziellen Lebensrettern, weil sie sich als Stammzellspender registrieren ließen: "Ich habe während meiner Zeit im Krankenhaus viele Patienten getroffen, die bislang keinen Spender finden konnten."
Doch Julia hatte Glück. Bei der Typisierungsaktion konnte für sie ein passender Spender gefunden werden. Wenige Wochen später konnte transplantiert werden.
Jetzt möchte sie "Danke" sagen - vor allem ihrer Handballmannschaft und ihrer Familie, die die ganze Zeit mit ihr durchgestanden hat. Sie nennt auch ihre Freunde, die ihr beigestanden haben, und ihre Gesundheits- und Krankenpflegeklasse. Gefreut hat sie sich auch über die Trierer Miezen, die den Aufruf unterstützt und sogar ein Benefizspiel organisiert haben. Ihre Aufzählung ist jedenfalls lang - und sie hofft, dass sie niemanden vergessen hat: "Danke an die, die für den Tag Getränke und Essen gespendet haben, an die Firmen, Ärzte und Blutabnehmer. Und vor allem, an die Menschen die sich typisieren ließen.