Wissenschaft Den Sprung ins kalte Wasser gewagt

BITBURG · 114 Schüler haben beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht in der Bitburger Stadthalle teilgenommen. Besonders erfolgreich vertreten war dabei das Thomas-Morus-Gymnasium in Daun.

Viele Schüler kennen inzwischen die Antworten. Viele Besucher verstehen nicht einmal die Fragen. Wie zum Beispiel, ob der MEH-PPV nun ein Akkumulator oder vielleicht doch eine Batterie ist, ob man den Nenner des ersten Summanden um eine beliebige Zahl größer machen kann oder ob verklebte Faszien wieder gelöst werden können. Und was bitteschön ist ein Pantograf, ein Kelvin-Generator oder aber laCtiPlex?

Nun, letzteres ist ein Zelt aus Milchtüten. Um es genau zu sagen: aus 328 Milchtüten. Gebaut haben es Pia Schaaf und Chinara Servaty. Bislang haben die zwei Schülerinnen des Dauner Thomas-Morus-Gymnasiums zwar noch nicht darin geschlafen, doch wie sie erklären, wollen sie das im Sommer auf jeden Fall nachholen. „Zelte aus Milchtüten – Kannste knicken!!!“ steht auf dem Zettel, der am Stand der beiden hängt. Und tatsächlich: Das Iglu-Zelt, das Pia und Chinara in der Bitburger Stadthalle errichtet haben, lässt sich soweit zusammenfalten, dass es in einen mittelgroßen Karton passt.

Beim Falten des Zeltes behilflich sind übrigens Erkenntnisse aus der Mathematik, die die beiden Mädchen gemeinsam mit Hilfe von Chinaras Bruder Carlos, ebenfalls Schüler des Thomas-Morus-Gymnasiums, gewonnen haben. Die Schüler aus Daun sind nämlich gleich mit zwei Projekten beim Regionalentscheid des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend forscht“ vertreten. Und wie sich wenig später bei der Preisverleihung zeigt, hat sich diese Mühe gelohnt.

Für die Bitburger Brauerei ist es das 47. Mal, dass sie den Wettbewerb als Veranstalter unterstützt. „Manchmal sind die Fragen kompliziert, und vielleicht gefallen uns die Antworten nicht“, sagt Jan Niewodniczanski, Geschäftsführer der Bitburger Braugruppe. Auch wenn er selbst als Schüler nie am Wettbewerb teilgenommen hat, so zeigt er sich jedes Mal aufs Neue begeistert von den vielen Ideen. In diesem Jahr lautet das Motto „Spring!“. „Wer den Sprung nicht wagt, der verpasst was“, sagt Niewodniczanski. Und die Teilnehmer hätten alle Mut bewiesen, da sie ins kalte Wasser gesprungen seien.

So viel zum kalten Wasser. Ist das Wasser hingegen warm, dann ist die Problematik eine ganz andere. Dann nämlich kommt es darauf an, dass man das richtige Waschmittel verwendet. Luis Hofmann und Luca Lickes vom Gymnasium Weierhof am Donnersberg haben sich mit dieser Frage befasst und die Werbespots bekannter Waschmittelprodukte auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Für einen ersten Platz reicht ihr Wasch­experiment zwar nicht, dafür aber erfährt das Publikum bei der Preisverleihung, welches der drei getesteten Waschmittel das beste war. Immerhin eine Erkenntnis, mit der auch mathematisch und naturwissenschaftlich eher unbegabte Menschen etwas anfangen können.

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