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Junge Literaten schreiben um die Wette

Preisverleihung : Junge Literaten texten gegen Corona an

Entscheidung im Kinder- und Jugendschreibwettbewerb der Zentralbücherei Prüm. Das Thema: Neuanfang. Nun stehen die Sieger fest.

Während der Corona-Pandemie hatten Kinder in ganz Deutschland vor allem eines: viel Zeit. Schule war nicht, der Kontakt zu Freunden zumindest stark eingeschränkt, und auch die Büchereien mussten eine Pause einlegen.

Was tun also mit der vielen Zeit? Für literaturbegeisterte Kinder und Jugendliche hatte sich daher die Zentralbücherei Prüm was einfallen lassen. In Kooperation mit der Buchhandlung Hildesheim, der Lese- und Literaturpädagogin Ulrike Erb-May aus Jünkerath und Dr. Mirjam Eiswirth aus Schönecken hatte man einen Schreibwettbewerb ausgelobt. Cornalia Klose, Leiterin der Bibliothek, sagt: „Nach kurzer Zeit sind wir auf die Idee gekommen. Wir wollten etwas zum Thema Bücher anbieten, das man gut von zu Hause aus machen kann.“

Die Kooperationspartner hatten als Jurymitglieder dann die Aufgabe, aus insgesamt 13 Einsendungen sechs auszuwählen. Die Entscheidung ist ihnen schwergefallen: „Da waren ganz tolle, kreative Ansätze dabei“, sagt Klose. Alle Gewinner erhalten einen Gutschein über 50 Euro von der Buchhandlung Hildesheim, für die anderen Teilnehmer gibt es immerhin noch zehn Euro. Die beiden Hauptgewinner bekommen zusätzlich noch einen weiteren Sachpreis.

Teilnehmen konnten Kinder zwischen 9 und 11 und Jugendliche im Alter von 12 bis 16. Die Textsorten: entweder ein Gedicht über maximal eine DIN-A4 Seite oder eine Kurzgeschichte. Der Text sollte bei den jungen Literaten eine Länge von 500 bis 1000 Wörtern haben, die älteren mussten doppelt so viel schreiben. Einzige Bedingung: Es müssen die Wörter „Neuanfang“, das Thema des Wettbewerbs, und „Prüm“ enthalten sein. „Für den regionalen Bezug“, erklärt die Büchereichefin.

In der jungen Altersgruppe hat die neunjährige Mira Keßler gewonnen. In ihrer Geschichte „Der erste Tag“ thematisiert sie genau das: den ersten Tag nach Corona, den die Stadt Prüm mit einem großen Kirmesfest beginnt. Als Begründung nennt die Jury die „fast schon satirische Überspitztheit“ des Textes und die gefühl- und hoffnungsvolle Erzählweise. Mira freut sich sehr: „Ich hab’ nicht damit gerechnet“, sagt sie. Ihre Klassenkameraden hätten das allerdings schon vorhergesagt, als sie die Geschichte in der Schule vorgetragen habe. Erfahrung im Schreiben hat Mira schon vorher gesammelt: „Ich schreibe zusammen mit meinem Opa Geschichten.“ Den geteilten zweiten Platz holten Sophia Müller, 11, und Anni Neyses, 10.

In der Gruppe der Jugendlichen hat Lena Pflipsen mit ihrer Geschichte „Eine Flucht“ gewonnen. Die Zwölfjährige überzeugte die Jury mit der Einzigartigkeit ihrer Erzählung. Das Thema Neuanfang bezieht Lena auf das Leben eines syrischen Mädchens in Deutschland nach einer traumatischen Flucht.

Die Jury: In der Geschichte werde ein gesellschaftlich wichtiges Thema sehr empathisch und auch sprachlich gut erzählt. Die Gewinnerin sagt: „Ich hab’ ziemlich lange gebraucht, um ein Thema zu finden, weil ich nicht über Corona schreiben wollte.“ Das Virus gebe es ja erst eine kurze Zeit und die Flucht schon länger. Auch Lena hat Erfahrung im Schreiben. Schon in der Grundschule habe sie zusammen mit Freundinnen eine kleine Buchreihe geschrieben.

Und wie sind sie nun, die beiden Geschichten? Davon können Sie sich selbst ein Bild machen, denn die Gewinnertexte werden bald, wie angekündigt, im Trierischen Volksfreund abgedruckt.