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Junge Menschen aus sechs Ländern krempeln in Kastel-Staadt die Ärmel hoch.

Jugendgruppe : Etwas schaffen, was bleibt

Elf junge Leute aus sechs Ländern arbeiten am Bäckerbrunnen in Kastel-Staadt. Sie konnten weltweit aus rund 1000 Projekten auswählen.

Was treibt junge Menschen nach Kastel-Staadt, wenn man in der Karibik einer Meeresschildkröte beim Eierlegen zusehen kann? Das Dorf hoch droben auf dem Saargau-Plateau ist attraktiver, als man denkt, denn beim Internationalen Workcamp, bei dem  das Umfeld des Bäckerbrunnens neu gestaltet wird, sind gerade elf junge Leute aus sechs Ländern bei der Arbeit.

„Die haben sich dieses Projekt bewusst aus rund 1000 Angeboten weltweit ausgesucht“, sagt Christoph Meder, der Geschäftsführer der Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V. (IBG) mit Stolz.

„Dafür haben wir zwei Jahre lang in der Corona-Zeit gekämpft. Jetzt hat es endlich geklappt“, freut sich Ortsbürgermeister Reiner Schmitt. Gemeinsam mit seinem Beigeordneten Roland Mertes wird erklärt, was getan und wie es getan werden soll. „Die junge Leute sind ja keine Fachleute“, sagt Schmitt.

Teamleader ist Romany Maluda, ein 24-jähriger Franzose mit Erfahrung in Jugendbegegnungen, beispielsweise in Bitburg. Inzwischen spricht er sogar fast richtig gut Deutsch. Romany hilft auch bei der Verständigung mit Französisch und Spanisch. „Nur bei Türkisch muss ich passen“, gesteht er dem TV.

Trotz der Trockenheit, die momentan herrscht, läuft der Bäckerbrunnen noch. Fleißig ist die Truppe bei der Arbeit. „Wir müssen sie manchmal richtig bremsen“, lacht der Ortschef. Es gehe darum, etwas Bleibendes zu schaffen. Dabei hilft dieses Leader-Projekt mit EU-Geld und einem Zuschuss zu den geschätzten 5000 Euro Kosten von 65 Prozent. Der IBG steuert 2500 Euro bei.

Für die Gruppe mit jungen Leuten zwischen 18 und 35 Jahren aus Mexiko, der Türkei, Frankreich, Aserbeidschan, Italien und Spanien, die im Bürgerhaus untergebracht sind, gibt es natürlich auch ein Besichtigungs- und Unterhaltungsprogramm. Vor allem die historischen Stätten mit Klause, den Bauten der Römer und Kelten, die Kastel-Staadt ausmachen, werden ausführlich erklärt. Und eine Fahrt nach Saarburg ist vorgesehen.  

Ali Ahmadov ist 26 und kommt aus Aserbeidschan. Für ihn ist wichtig: „Ich wollte Menschen aus anderen Ländern kennenlernen und auch deren Kultur.“ Die örtliche Geschichte reicht ja immerhin bis in die Antike zurück. Aber auch die Hilfe bei Umweltprojekten ist ihm wichtig.

Für Betsie Maldonado Villanueva (26) aus Mexiko war das Projekt interessant, weil sie etwas suchte, was mit Natur zu tun hat. „Hier ist früher das Vieh getränkt und auch Wäsche gewaschen worden“, weiß Ortschef Schmitt von den Älteren im Dorf. Der Name Bäckerbrunnen komme wohl vom Bücken, denn der Brunnentrog hebt sich kaum vom Boden ab.

Menschen sollen sich nach dem Projekt auf den Bänken, die aufgestellt werden, entspannen und eine Pause auf dem Felsenpfad einlegen. „Tiere können auch hier trinken wenn die Menschen wieder weg sind“, hofft Betsie. Der Brunnen wird durch eine Sicherungsmauer, mit der die Zuleitungen abgedeckt werden, auch attraktiver. Danach wird die Treppe zum Ortskern renoviert, denn sie ist derzeit noch sehr unbequem zu gehen.

„Viele Jahre später kommen Teilnehmer, manchmal mit ihren Kindern, um zu sehen, was aus ihrer Arbeit geworden ist und wie sich der Ort ihres Schaffens verändert hat“, weiß Christoph Meder. Auf die Projekte könne man stolz sein.