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Junglandwirte wollen Verbraucher mit Herzblut und Argumenten überzeugen

Landwirtschaft : Mit Herzblut, Argumenten und aus Überzeugung

Warum Eifeler Junglandwirte vor der Kamera trainieren und was sie Verbrauchern, aber auch Kritikern vermitteln möchten.

Seit Herbst 2019 trifft sich eine Gruppe von zehn bis 15 engagierten Eifeler Junglandwirten, um sich für ein besseres Image ihres Berufsstandes einzusetzen, sich zu vernetzen und gemeinsam auf die Sorgen, Nöte, aber auch ihre Bedeutung für die Region aufmerksam zu machen. Initiiert wurde diese Gruppe von Gerd Grebener von der RUW Fließem, unterstützt werden die Junglandwirte unter anderem von Stefan Krämer (K-Consult), Experte für Marketing und Vertrieb und selbst Landwirt.

Nachdem beim Eröffnungstreffen eine Vielzahl konkreter Aktionen – wie zum Beispiel eine engere Kooperation mit örtlichen Kindergärten, Schulen und Vereinen, aber auch eine Öffnung der Höfe für interessierte Verbraucher – beschlossen wurde, stand nun ein Medientraining an, in dem die Teilnehmer lernten, wie man sich vor der Kamera verhält, sich auf Interviewsituationen und knifflige Fragen vorbereitet und es schafft, seine Kernaussagen „rüberzubringen“.

In Kooperation mit dem Trierischen Volksfreund stellen die Junglandwirte in einer losen Serie zudem künftig besondere Aktionen und Projekte sowie ihre Höfe vor.

Heute erläutern einige dieser Junglandwirte im TV ihre Motivation, warum sie an diesem Projekt teilzunehmen und welche Ziele sie so erreichen wollen:

Christoph Kellen, Heilbach:

Moderne Ställe sind gut fürs Tierwohl, wir müssen es den Verbrauchern nur besser vermitteln. Ich möchte, dass regionale, flächengebundene Tierhaltung Bestand hat. Wir als Landwirte tun sehr viel Gutes, aber wir vermitteln es der Gesellschaft zu schlecht, Das Coronavirus ist eine Chance für die regionale, heimische Landwirtschaft, um den Verbrauchern die Vorzüge von kurzen Wegen und Lebensmittelsicherheit vor Augen zu führen.

Stefan Bormann, Biesdorf:

Wir wollen uns fit machen im Umgang mit Medien. Die Landwirtschaft war in den vergangenen Jahren zu defensiv und hat sich nur verteidigt. Aus dieser Rolle müssen wir herauskommen und zeigen, was wir gut machen. Wenn wir nicht bereit sind, etwas zu sagen, dann übernehmen das andere Leute für uns, die dann aber nicht unsere Meinung vertreten. Das Medientraining hat viel gebracht, denn man erkennt seine Schwächen viel besser, wenn man sich selbst einmal auf Video beobachten kann.

Tobias Fiedler, Hallert/Habscheid:

Wir als Landwirte müssen mehr an die Öffentlichkeit gehen, um näher beim Verbraucher zu sein und ihm unseren Beruf zu erklären. Deswegen ist ein solches Medientraining mit Tipps, wie man sich richtig ausdrückt und was man bei Interviews beachten soll, sehr wichtig. Ich habe gelernt, dass ich meine Fähigkeiten unterschätze und mir weniger Gedanken machen sollte, was andere von mir denken.

Christian Meutes, Rommersheim:

Ich mache mit, damit ich die Bevölkerung von der heimatnahen und regionalen Landwirtschaft überzeugen kann. Ich will den Menschen die landwirtschaftlichen Betriebe fachlich und sachlich verständlich erklären können.

Verena Sohns, Brühlborn:

 Landwirtin Verena Sohns aus Brühlborn präsentiert sich vor der Kamera.
Landwirtin Verena Sohns aus Brühlborn präsentiert sich vor der Kamera. Foto: TV/Björn Pazen

Ich mache mit, weil so viel über Landwirte und Landwirtschaft diskutiert wird, aber noch viel mehr aufgeklärt werden muss. Öffentlichkeitsarbeit gehört nicht zu meinem eigentlichen Job, aber es muss gemacht werden, damit unser Berufsstand einfach durchsichtiger wird für die Verbraucher, die dann besser nachvollziehen und verstehen können, was ein Landwirt macht, das dann akzeptieren und uns auch unterstützen. Die Menschen müssen begreifen, wo ihre Lebensmittel herkommen, und wie vielseitig ihr Leben mit der Landwirtschaft zusammenhängt und auch, wie abhängig sie von der Landwirtschaft sind. Zudem macht es mir Spaß, anderen Menschen meinen Beruf und dessen Vielseitigkeit zu erklären. Ich will zeigen, wie viel Herzblut wir in unseren Beruf hineinstecken. Jeder Landwirt ist stolz darauf, Landwirt zu sein, das zeigt er auch gerne nach außen, wenn man uns die nötige Akzeptanz entgegenbringt. Zum Dialog gehören immer zwei Parteien: Der Landwirt kann erklären, aber der Verbraucher muss auch zuhören wollen.