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Jurist Ralf Britten kümmert sich um die Vermarktung des Saals

Stadthalle Bitburg : Tagende Räte und steppende Bären - so soll es in der Bitburger Stadthalle weiter gehen

Vergangenes Jahr hat Bitburg die Vermarktung der Stadthalle selbst in die Hand genommen und seitdem personell auch aufgerüstet. Konzepte und Ideen für die Zukunft gibt es bereits, konkrete Veranstaltungen sind aber noch Mangelware.

Ralf Britten ist kein Mann der wenigen Worte. Vor gut einem Jahr haben der ehemalige Leiter des Echternacher Trifolions und die Stadt Bitburg einen Vertrag unterzeichnet. Seitdem ist Britten als Berater für die Stadt tätig. Seine Aufgabe besteht unter anderem darin, die Stadt bei der Vermarktung der Bitburger Stadthalle zu unterstützen. Seit vergangenem Oktober ist dafür nämlich kein Hallenpächter mehr zuständig, sondern die Stadt selbst. Es soll besser laufen als bisher. Das ist das Ziel. Und wenn man Britten fragt, wie dieses Ziel erreicht werden kann und was auf diesem Weg bislang unternommen wurde, so umfasst die Antwort annähernd das gesamte Spektrum kulturellen Schaffens.

„Es geht darum, alle potenziellen Zielgruppen innerhalb dieser Region zu erreichen, was heute alleine durch die Planung und das Angebot von Veranstaltungen nicht mehr ausreicht, weil unser Veranstaltungsmarkt heute ein ungemein breites, qualitativ gutes Angebot zahlreicher Anbieter hat“, erklärt Britten.

Wichtig seien deshalb neben dem eigentlichen Angebot eine professionelle Kommunikation und eine umfassende Netzwerkarbeit, so der Jurist. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Bitburger Stadthalle dauerhaft als „Hintergrundrauschen“ im Gespräch bleibe.

„Wir wollen den Menschen eine spielfertige Halle mit einer Grundausstattung bieten, bei der man nicht für jeden gerückten Stuhl bezahlen muss“, sagt Britten. Grundausstattung bedeutet: Eine bestuhlte Halle mit Bühne, inklusive Licht- und Tontechnik sowie acht Stunden professioneller Betreuung vor Ort. Das alles für 1500 Euro.

Was zusätzlich gewünscht wird, muss auch zusätzlich bezahlt werden. Alles in allem soll es so sein, dass die Halle auch für Vereine und private Veranstaltungen bezahlbar bleibt. Denn genau das war einer der Kritikpunkte, der die Stadt schließlich dazu bewegt hat, sich nun selbst um die Vermarktung zu kümmern. Die Halle war vielen Vereinen schlichtweg zu teuer.

„Uns als Stadt ist es wichtig, den Ruf der Halle insgesamt wieder zu verbessern“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels, der deshalb froh ist, dass neben Ralf Britten als Berater seit einigen Monaten auch noch Julia Lewen in dieser Sache tätig ist. Lewen, die bis zu ihrem Wechsel nach Bitburg, zuvor mehr als 14 Jahre für die Trierer Arena zuständig war, kümmert sich um das Marketing der Bitburger Stadthalle. Und damit eben auch um die Terminierung von Veranstaltungen. Wobei ihre derzeitige Aufgabe bei der Terminierung von Veranstaltungen vor allem darin besteht, Termine zu verschieben.

„Wir haben im vergangenen Jahr schon viele Hallenanfragen für 2021 bekommen, die wir dann aufgrund der nach wie vor ungewissen Lage immer wieder verschieben mussten“, sagt Lewen. Sie blicke aber „optimistisch in die zweite Jahreshälfte“ und freue sich auf ein „tolles Konzert in Richtung Winter“, zu dem sie derzeit aber nichts Konkretes sagen könne, da man dazu mit dem Veranstalter noch in Verhandlungen sei. Zudem, so Lewen, werde derzeit auch daran gearbeitet, eigene Formate zu entwickeln.

„Wir brauchen Formate, die in der Lage sind, der Halle ein eigenes Image zu verleihen“, sagt dazu Britten. Ein „gut besuchtes Haus“ zeichne sich nicht nur durch seine Wirtschaftlichkeit aus, sondern auch dadurch, dass es mit seinem Programm einen möglichst großen Teil der Gesellschaft bediene.

Derzeit ist das eher weniger Fall. Wobei es trotz Corona oder vielmehr gerade wegen Corona in diesem Jahr bereits einige Veranstaltungen gab. Die aber haben dem Image der Halle weder großartig genutzt noch geschadet und waren auch nicht das, was man meint, wenn man von einem unvergesslichen Abend spricht.

So tagen der Stadtrat und die städtischen Ausschüsse regelmäßig in der Stadthalle, weil im Sitzungsaal des Rathauses die geforderten Hygieneabstände nicht eingehalten werden können. Und auch der Kreistag oder aber der Verbandsgemeinderat Bitburger Land kamen in den vergangenen Monaten schon in der Halle zusammen.

800 Euro Miete sind pro Sitzung fällig - was im Vergleich zu dem, was vorher vom Pächter verlangt wurde, ein Schnäppchen ist. „Wir hatten hier früher auch schon Sitzungen, da mussten 3000 Euro gezahlt werden“, sagt Kandels. Zukünftig will zwar auch die Stadt als Hallenbetreiber für die Sitzungen etwas mehr in Rechnung stellen als jetzt, aktuell jedoch gilt noch der Corona-Tarif.

Am Donnerstag ist bereits die nächste Veranstaltung in der Stadthalle. Schon wieder eine Sitzung. Diesmal eine gemeinsame des Stadtrats, des Hauptausschusses und des Schulträgerausschusses. Vor Corona hätte dieses Treffen im Sitzungssaal des Rathauses stattgefunden, seit mehr als einem Jahr ist so etwas nur in einem ausreichend großen Saal wie der Stadthalle möglich. Oder eben online.

Das geht auch. Funktioniert aber leider nicht immer, wie vor wenigen Tagen der Hauptausschuss der VG Bitburger Land feststellen musste. Aufgrund von Problemen mit der Software musste die Onlinesitzung nach mehreren Abstürzen schließlich abgebrochen werden. Ende Juni soll diese Veranstaltung deshalb nachgeholt werden. Diesmal aber nicht virtuell, sondern mit Präsenz. Das ist sicherer. Also wenn man mal von der Sache mit Corona absieht.